+
Schulunterricht.

Gewalt, Beleidigungen, Drogen

Hilfeschrei einer Schule: Schüler versetzen Lehrer in Angst und Panik

Nach extremen Gewaltvorfällen schreibt die Gesamtschule Bruchwiese in Saarbrücken einen Brief an das Kultusministerium. Die Vorwürfe der Lehrer an die Schüler sind schockierend.

Saarbrücken - Mitten in Deutschland passieren Dinge, die man nicht glauben mag. Bereits im Sommer, so schreibt die Bild-Zeitung, sollen die Lehrer der Gesamtschule Bruchwiese in Saarbrücken in einem Brandbrief dem Bildungsminister und der Ministerpräsidentin von dramatisch schlimmen Zuständen berichtet haben.

Dabei listen Lehrer die Vergehen der Schüler auf. Laut Bild steht darin etwa, dass das Lehrpersonal als „Cracknutte“, „Hurensohn“, „Wichser“ und „Bock“ beschimpft wurde. „Die Größe der Geschlechtsteile wird in die Beschimpfungen miteinbezogen“, heißt es in dem Brief. Viele Lehrer hätten zudem Angst bestimmte Schüler zu unterrichten.

Doch damit nicht genug. Nasen- und Armbruch soll es bereits gegeben. In zwei Monaten setzten Schüler laut des Berichts dreimal Messer ein. „Einer Schülerin wurde hierbei das Messer an den Hals gedrückt“, berichtet das Blatt.

Probleme durch Inklusion, Herkunft, Schüler mit geistigem Förderbedarf

„Arbeitsverweigerung, Drogenkonsum und Müdigkeit treten bei einer nicht unerheblichen Anzahl von Schülern vermehrt auf“, soll weiter im Brief stehen. Zudem soll eine Mutter aus Wut über eine Entscheidung in einer Konferenz einen Bilderrahmen zerschlagen und der Direktorin gedroht haben.

Schulleiterin Pia Götten sagt zur Bild: „Nach dem Brief wurden uns mehr Lehrerstunden zugewiesen und wir konnten teilweise Stunden doppelt mit Lehrern besetzen. Wir würden uns dennoch noch mehr Unterstützung wünschen.“

Woher kommen die Probleme? Die Lehrer machen laut Bild zum einen die Inklusion (Integration jedes Schülers, egal wo er herkommt, egal was er spricht, egal wie er sich verhält) dafür verantwortlich. Außerdem sei der Anteil der Kinder und Jugendlichen nichtdeutscher Herkunft auf 86 Prozent gestiegen. Schüler mit Förderbedarf in der geistigen Entwicklung und Beeinträchtigungen im sonderpädagogischen Bereich, bereiten darüber hinaus Schwierigkeiten.

Lesen Sie auch

Schere zwischen Arm und Reich in Deutschland so groß wie vor 100 Jahren

Die soziale Kluft ist in Deutschland so groß wie vor rund 100 Jahren: Das ist das Ergebnis einer am Donnerstag veröffentlichten Studie europäischer Ökonomen.

Razzia gegen Islamisten in Berlin - Festnahmen auch in Salzgitter

Die Polizei in Berlin fährt derzeit eine Großrazzia gegen Islamisten. Offenbar geht es um Menschen aus dem Umfeld des IS - und des Attentäters Anis Amri.

mke

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Trotz Waffenruhe in Nordsyrien: Weiter Kämpfe in Grenzstadt
Fünf Tage Zeit haben die kurdischen Milizen für den Rückzug aus einem Gebiet an der türkisch-syrischen Grenze. Sollte das klappen, will die Türkei ihre Offensive …
Trotz Waffenruhe in Nordsyrien: Weiter Kämpfe in Grenzstadt
CSU-Parteitag: Söder will die 90-Prozent-Marke überschreiten - Frauen-Quote soll kommen
Beim CSU-Parteitag in München werden über 3000 Menschen erwartet. Inhaltlich soll es unter anderem um die interne Frauenquote und das Image der Partei gehen. 
CSU-Parteitag: Söder will die 90-Prozent-Marke überschreiten - Frauen-Quote soll kommen
Nordkoreas Diktator Kim Jong Un: Was steckt hinter dem Ritt auf den heiligen Berg? 
Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un macht mit medienwirksamen Fotos auf sich aufmerksam. Sie zeigen ihn beim Reiten auf einem heiligen Berg. Was steckt dahinter?
Nordkoreas Diktator Kim Jong Un: Was steckt hinter dem Ritt auf den heiligen Berg? 
Brexit-Einigung: Vor entscheidender Unterhaus-Abstimmung - Brexit zwischen „Glücksspiel“ und „Folterkammer“
Der Brexit-Deal ist ausgehandelt, die EU und Großbritannien haben sich geeinigt. Nun steht die Abstimmung im Unterhaus bevor. Der News-Ticker zum Brexit.
Brexit-Einigung: Vor entscheidender Unterhaus-Abstimmung - Brexit zwischen „Glücksspiel“ und „Folterkammer“

Kommentare