+
Der Ministerpräsident von Bayern und CSU-Vorsitzende Franz Josef Strauß auf dem CSU-Parteitag in München am 05.09.1985. Foto: Heinz Wieseler/Archiv

Hinweise auf Tätigkeit von Strauß als US-Agent im Krieg

München (dpa) - Brisante Veröffentlichung zum 100. Geburtstag von Franz Josef Strauß: Ein Forscher hat Hinweise auf eine mögliche Agententätigkeit des späteren bayerischen Ministerpräsidenten für den amerikanischen Militärgeheimdienst OSS im Zweiten Weltkrieg gefunden.

Das schreibt der Jurist und Universitätsdozent Enrico Brissa in einer wissenschaftlichen Forschungsarbeit, die die Bundeszentrale für politische Bildung am Wochenende veröffentlicht hat und über die zuerst die "Welt am Sonntag" berichtete.

Demnach enthielten "neu entdeckte Akten des vormaligen Ministeriums für Staatssicherheit der DDR sowie des Bundesnachrichtendienstes bislang unbekannte Hinweise auf eine mögliche nachrichtendienstliche Verbindung von Strauß zu den USA". Darin werde behauptet, Strauß habe im Oktober 1944 geheime Unterlagen zur Luftverteidigung süddeutscher Städte, darunter Würzburg, an amerikanische Agenten übergeben. Strauß' Treffen mit den Kontaktmännern des Office of Strategic Services (OSS) soll danach im Schweizer Grenzort St. Margarethen stattgefunden haben. Die Behauptungen lassen sich laut Brissa aber "weder beweisen noch entkräften".

Der Präsident der Bundeszentrale, Thomas Krüger, sagte der "Welt am Sonntag": "Wir haben uns nach genauer Prüfung zur Veröffentlichung entschlossen, weil dem Bild einer zeitgeschichtlich wichtigen Person hier ein völlig neuer, bisher unbekannter Aspekt hinzugefügt wird."

Strauß wäre am Sonntag 100 Jahre alt geworden. In Rott a. Inn (Landkreis Rosenheim), wo der langjährige CSU-Chef neben seiner Ehefrau beerdigt ist, standen am Sonntag weitere Gedenkfeierlichkeiten an.

Brissas Veröffentlichung bei der BpB

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Im Wortlaut: Was Trump mit erhobener Faust sagte
Washington - In seiner Antrittsrede am Freitag hat der neue US-Präsident Donald Trump das amerikanische Volk in den Mittelpunkt gestellt. Hier Trumps Worte in Auszügen,
Im Wortlaut: Was Trump mit erhobener Faust sagte
Kommentar: Auswandern zu Trump?
Die Inflation kehrt zurück, gleichzeitig hat EZB-Chef Draghi in der Pressekonferenz am Donnerstag betont, noch lange an seinen Nullzinsen festhalten zu wollen. Für …
Kommentar: Auswandern zu Trump?
Reaktionen auf Trumps erste Rede als US-Präsident
Washington - Donald Trump hat in seiner ersten Rede als US-Präsident die Parole „Amerika zuerst“ ausgegeben - und damit auch für Besorgnis gesorgt. In Deutschland kommt …
Reaktionen auf Trumps erste Rede als US-Präsident
Anti-Trump-Proteste in Washington: Fast 100 Festnahmen
Washington - Am Tag der Amtseinführung von Donald Trump randalierten vermummte Demonstranten im Stadtzentrum von Washington. Proteste gab es auch in New York. 
Anti-Trump-Proteste in Washington: Fast 100 Festnahmen

Kommentare