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Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi im Parlament von Myanmar. Es war das erste Mal seit mehr als 55 Jahren, dass ein frei gewähltes Parlament in dem Land zusammentrat. Foto: Hein Htet

Freies Parlament in Myanmar tagt erstmals seit 55 Jahren

Der große Wahlsieg liegt hinter ihr, Friedensnobelpreisträgerin Suu Kyi zieht mit absoluter Mehrheit ins Parlament. Jetzt muss sie die Regierung bilden. Allerdings gibt es einen Haken.

Naypyidaw (dpa) - Nach mehr als 50 Jahren Militärdiktatur und militärnaher Regierung ist in Myanmar erstmals ein frei gewähltes Parlament zusammengetreten.

Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi zog in der Hauptstadt Naypyidaw an der Spitze der 255 Abgeordneten ihrer Nationalliga für Demokratie (NLD) in die Volksvertretung ein.

Ihre Partei hatte die Wahlen im November haushoch gewonnen und verfügt über eine absolute Mehrheit. Suu Kyi erschien in einem leuchtend pinkfarbenes Outfit und stach damit unter den überwiegend beige gekleideten Abgeordneten hervor.

"Ich kann es kaum glauben, dass ich hier bin, aber ich bin auch traurig", sagte die NLD-Abgeordnete Ma Thandar der Zeitung "Irrawaddy". "Viele Menschen haben ihr Leben für diesen Tag lassen müssen." Das Militär hat Dissidenten rigoros verfolgt und jahrelang eingesperrt. Suu Kyi stand selbst fast 16 Jahre unter Hausarrest.

Größte Opposition ist das Militär, dem laut Verfassung 25 Prozent der Sitze zustehen. Die abgewählte Regierungspartei USDP stürzte von der absoluten Mehrheit auf gerade sechs Prozent der Mandate ab. Das Parlament wählte zunächst den Parlamentspräsidenten, Win Myint von der NLD. "Wir haben zwar die Mehrheit, aber wir werden mit den anderen Abgeordneten zusammenarbeiten", sagte er der Deutschen Presse-Agentur.

Das Parlament bestimmt in den nächsten Wochen den Präsidenten, der wie in den USA die Regierungsgeschäfte führt. Mit ihrer Mehrheit ist der NLD der Posten sicher. Suu Kyi kann selbst allerdings nicht Präsidentin werden. Das verbietet die Verfassung, weil ihre Söhne ausländische Pässe haben. Sie will eine Art Platzhalter als Präsidenten ernennen und selbst die Regierung führen, wie sie gesagt hat: "Ich stehe über dem Präsidenten."

Parteiprogramm

Asiatische Entwicklungsbank

Welbank

EU-Wahlbeobachter zu Wahlgang

Wahlanalyse Institut Brookings

Wahlanalyse australische Nationaluniversität

Irrawaddy

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