+
Handshake in Panama: Barack Obama und Raul Castro. Foto: Panama Presidency

Historisches Treffen zwischen Obama und Castro

US-Präsident Obama und Kubas Staatschef Castro wollen beim Amerika-Gipfel das Eis brechen. Ein halbes Jahrhundert Feindschaft soll abgehakt werden. Doch ob ein erstes direktes Gespräch den Durchbruch bringt, bleibt abzuwarten.

Panama-Stadt (dpa) - Neuanfang nach jahrzehntelanger Eiszeit: US-Präsident Barack Obama und Kubas Staatschef Raúl Castro haben sich zum Auftakt des Amerika-Gipfels in Panama demonstrativ begrüßt und die Hand geschüttelt.

Nach der im Dezember eingeleiteten Annäherung beider Länder soll es heute nach US-Angaben ein erstes direktes politisches Gespräch der beiden Politiker geben, dem historische Bedeutung beigemessen wird. Erstmals nimmt auch das sozialistische Kuba an dem Amerika-Gipfel teil.

Noch kurz vor der offiziellen Gipfeleröffnung und einem Staatsdinner am gestrigen Abend traf Obama laut Weißen Haus aber auch mit kubanischen Oppositionelle zusammen. Obama nahm an einem Forum der Zivilgesellschaften aus ganz Lateinamerika und der Karibik teil, im Anschluss habe er die kubanischen Oppositionellen Manuel Cuesta Morúa und Laritza Diversent sowie 13 weitere Aktivisten getroffen.  

Es sei das erste Mal, "dass die 35 unabhängigen Nationen unserer Hemisphäre am selben Tisch zusammenkommen", sagte der Generalsekretär der Organisation Amerikanischer Staaten (OAS), José Miguel Insulza, zum Gipfelauftakt. Er empfinde "große Freude bei  diesem historischen Augenblick". UN-Generalsekretär Ban Ki Moon bedankte sich bei Obama und Castro für die Annäherung.

Erstes Ziel der Normalisierung ist die baldige Wiederaufnahme diplomatischer Beziehungen und die Eröffnung von Botschaften. Allerdings geht es bei der Botschaftseröffnung langsamer voran als zunächst geplant. Obama-Berater Ben Rhodes sagte, es gebe noch praktische Fragen.

Auch eine Entscheidung Washingtons, Kuba von der US-Terrorliste zu streichen, steht noch aus. "Wir sind noch nicht soweit", sagte Rhodes. Zunächst müsse das Weiße Haus eine Empfehlung des State Department prüfen. Es gab aber auch Spekulationen, dass die USA einen solchen Schritt bereits in Panama bekanntgeben könnten.

Seit der kubanischen Revolution und der folgenden Enteignung amerikanischer Firmen vor mehr als 50 Jahren unterhalten Havanna und Washington keine diplomatische Beziehungen. Doch trotz massiver Sanktionen sowie Mordversuchen des US-Geheimdienstes hielt sich Revolutionsführer Fidel Castro an der Macht, erst 2006 übergab der heute 88-Jährige die Regierungsgeschäfte an seinen Bruder Raúl (83). Fidel Castro ist schwer krank und nicht beim Gipfel in Panama dabei.  

Unklar ist, wann die USA ihre Sanktionen aufheben werden, mit der sie das sozialistische Regime über Jahrzehnte auszuhungern versuchten.  

Mit Blick auf Menschenrechtverletzungen in Kuba machte Rhodes klar, dass es auch weiterhin Differenzen zwischen Havanna und Washington geben werde. Zur Annäherung beider Staaten gebe es aber keine Alternative. Die Politik der völligen Isolation Kubas sei gescheitert. Weit über 90 Prozent der Kubaner wollten die Öffnung.   

OAS

Website Amerika-Gipfel, Span.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

GroKo im News-Ticker - Unionsspitzen bereiten am Montag Koalitionsverhandlungen vor
Es ist schon jetzt die längste Regierungsbildung in der Geschichte der Bundesrepublik. Die SPD fällte einen staatstragenden Beschluss - die GroKo-Verhandlungen sollen …
GroKo im News-Ticker - Unionsspitzen bereiten am Montag Koalitionsverhandlungen vor
Trotz „Shutdown“: Freiheitsstatue in New York öffnet am Montag wieder 
In den festgefahrenen Streit um den Zwangsstillstand der US-Regierung kommt Bewegung. Der Senat nahm am Sonntag in Washington seine Beratungen wieder auf - und die …
Trotz „Shutdown“: Freiheitsstatue in New York öffnet am Montag wieder 
Grünes Licht für Koalitionsverhandlungen - Konflikte inbegriffen
Verhandeln bis es quietscht - Andrea Nahles sagt, was nach dem Ja des SPD-Parteitags in den Koalitionsverhandlungen ansteht. Die SPD will mehr, als die Sondierungen …
Grünes Licht für Koalitionsverhandlungen - Konflikte inbegriffen
Irans Parlamentarier erzwingen nach Protesten Gefängnisbesichtigung
Lange hat die iranische Reformfraktion nach den regimekritischen Protesten um eine Gefängnisbesichtigung gekämpft. Nun darf eine Gruppe von ihnen die inhaftierten …
Irans Parlamentarier erzwingen nach Protesten Gefängnisbesichtigung

Kommentare