Der Präsident des Bundesamts für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK), Armin Schuster gibt bei einem Besuch bei den Helfern des Technischen Hilfswerks, die dort nach dem Hochwasser eine Trinkwasseraufbereitungsanlage betreiben, ein Pressestatement.
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Der Präsident des Bundesamts für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK), Armin Schuster, hat nach der verheerenden Flutkatastrophe im Westen Deutschlands Fehler im System eingeräumt.

„Das ist nicht optimal gelaufen“

Katastrophenschutz-Chef räumt Fehler im System ein – und kündigt Neuerungen bei den Warnungen an

  • Felix Durach
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Armin Schuster, der Präsident des Bundesamts für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe, hat im Zusammenhang mit der Hochwasser-Katastrophe Fehler im System eingeräumt.

Berlin - Im Nachklang der Hochwasser-Katastrophe in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz wurden Kritik an den zuständigen Behörden laut, man hätte die Bevölkerung zu spät und unzureichend von den zu erwartenden Bedrohungen durch den Starkregen gewarnt. Der Präsident einer dieser Behörden – des Bundesamts für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) – hat nun am Donnerstagvormittag Fehler im Rahmen der Hochwasser-Katastrophe eingeräumt.

Hochwasser-Katastrophe: BBK-Präsident Schuster spricht von Fehlern im System

Armin Schuster, der seit November 2020 Präsident des BBKs ist, sprach im „Morgenmagazin“ der ARD von Fehlern im System. Er könne nicht so tun, als wäre das optimal gewesen: „Das ist nicht optimal gelaufen“, erklärte der 60-Jährige. Schuster verwies jedoch auch darauf, dass beim Thema Warnung „unglaublich viele“ in einer Meldekette eine Rolle spielen würden und ging auch genauer auf die Rolle des BBKs bei der Warnung und Meldung von Hochwasser-Katastrophen ein.

„Mein Amt hat viel Knowhow und wenig Zuständigkeit. Wir drücken auf den Warnknopf erst im Kriegsfall“, betonte Schuster mit Blick darauf, dass der Bund nur für den Bevölkerungsschutz im Verteidigungsfall zuständig ist. „Ansonsten stellen wir unser System den Ländern und Kommunen zur Verfügung und die benutzen es. Das klappt auch.“

Hochwasser-Katastrophe: Sirene und Cell Broadcasting als Werkzeuge für die Zukunft

Für die Zukunft nannte Schuster einen Ausbau der bestehenden Systeme an Warn-Sirenen, sowie den Einsatz von sogenanntem Cell Broadcasting als wahrscheinliche Schritte, um die Effizienz von Warnungen weiter verbessern zu können. „Das Thema Sirene, Cell Broadcast, wird in den nächsten zwei, drei Jahren garantiert Wirkung erzielen“, unterstrich Schuster. Der BBK-Präsident merkte an, dass Bundesinnenminister Seehofer bereits enschieden habe, die Warnung per Cell Broadcasting einzuführen.

Beim Cell Broadcasting wird ähnlich wie bei einer SMS eine Nachricht an Handy-Nutzer verschickt - und zwar an alle Empfänger, die sich zu dem Zeitpunkt in der betreffenden Funkzelle aufhalten. (fd/dpa)

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