Armin Laschet und Angela Merkel
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NRW-Ministerpräsident Armin Laschet will die SMS-Warnung, Kanzlerin Angela Merkel zeigte sich zuletzt skeptisch.

Hochwasser im Westen

Nach Flutkatastrophe in NRW: Laschet will SMS-Warnung - notfalls im Alleingang

  • Fabian Müller
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Armin Laschet will notfalls im Alleingang die SMS-Warnung per Cell Broadcasting einführen. Das kündigte Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident am Donnerstag an.

Düsseldorf - Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet will erste Konsequenzen aus der Flutkatastrophe in seinem Bundesland ziehen. Am Donnerstag forderte er für kommende Hochwasser-Ereignisse die Warnung der Bevölkerung auch per SMS. Die Informationen „hinein in eine Funkzelle direkt im Katastrophengebiet“ müsse jetzt ermöglicht werden, sagte Laschet nach einer Sitzung des Landeskabinetts in Düsseldorf.

Das sogenannte Cell Broadcasting sollte am besten deutschlandweit eingeführt werden. „Wenn es bundesweit nicht geht, wird Nordrhein-Westfalen den Weg dafür ebnen“, kündigte Laschet an. Daneben seien aber auch weiterhin Sirenen nötig. Nach der Unwetterkatastrophe hatte es Vorwürfe gegeben, die Menschen in den betroffenen Gebieten seien nicht schnell genug gewarnt worden.

Hochwasser in Deutschland: Laschet will SMS-Warnung in NRW einführen

„NINA“, die Warn-App der Bundesregierung, stand nach dem Hochwasser in NRW und Rheinland-Pfalz zuletzt in der Kritik. Innenminister Horst Seehofer hatte nach Informationen der Bild intern erklärt, die Katastrophenwarnung per SMS einführen zu wollen. Auch Verkehrsminister Andreas Scheuer forderte sogar öffentlich Warnmeldungen per SMS. Es sollen noch in dieser Woche Gespräche mit Mobilfunkanbietern stattfinden, die die Technik in allen Funkzellen ihrer Handynetze installieren sollen. Die Kosten werden laut dem Bericht der Zeitung auf 30 bis 40 Millionen Euro geschätzt.

Video: Flutkatastrophe in NRW und Rheinland-Pfalz: Kann eine Warn-SMS in Zukunft helfen?

In Ländern mit einer hohen Anzahl an Naturkatastrophen wie beispielsweise Japan oder die Philippinen wird die Technik schon seit Jahren eingesetzt. Auch die USA und Israel nutzen das System. Bis Anfang der 2000er-Jahre verfügte auch Deutschland über Cell Broadcasting, das Verfahren wurde allerdings als veraltet eingestuft. Die Flutkatastrophe hatte eine Debatte über die Wiedereinführung ausgelöst. Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte sich kritisch dazu geäußert, kündigte aber Gespräche zu dem Thema an. (fmü/dpa)

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