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Wie muss die Lage der Älteren auf dem Jobmarkt sein, damit die Rente mit 67 gerechtfertigt bleibt? Zu viele seien ohne Arbeit, kritisieren die Grünen. Foto: Andreas Gebert/Archiv

Mehr ältere Arbeitnehmer - trotzdem Probleme bei Rente mit 67

Berlin (dpa) - Immer mehr ältere Menschen in Deutschland haben einen regulären Job. Die Beschäftigungsquote legte bei den 60- bis 64-Jährigen binnen fünf Jahren von 20,5 auf 32,4 Prozent im vergangenen Jahr zu.

Das schreibt die Bundesregierung unter Berufung auf die Bundesagentur für Arbeit in einer Antwort auf eine Grünen-Anfrage, die der Deutschen Presse-Agentur vorlag. Dennoch betonte der Grünen-Rentenexperte Markus Kurth: "Die Situation Älterer am Arbeitsmarkt ist weiterhin nicht wirklich gut."

Allein bei der deutschen Metall- und Elektro-Industrie ist die Zahl der Mitarbeiter ab 60 Jahren von 2000 bis 2014 von 84 000 auf 233 000 gestiegen, wie der Arbeitgeberverband Gesamtmetall mitteilten. "Ihr Anteil an der Belegschaft hat sich damit fast verdreifacht", sagte ein Sprecher.

Im laufenden Jahr sind dort allein fast 12 000 Menschen ab 65 Jahren in Arbeit. Im Jahr 2000 waren es nur 4000. Zur Deckung des Fachkräftebedarfs müssten künftig alle verfügbaren Potenziale genutzt werden - auch die Beschäftigung älterer Mitarbeiter müsse ausgeweitet werden.

Dennoch liegt die Beschäftigungsquote bundesweit weit unter der von der SPD für die Rente mit 67 einst aufgestellten Zielmarke. Die SPD hatte vor Jahren die Forderung beschlossen, den Einstieg in die Erhöhung der Altersgrenze auszusetzen. "Die Anhebung des Renteneintrittsalters ist erst dann möglich, wenn die (...) 60- bis 64-jährigen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer mindestens zu 50 Prozent sozialversicherungspflichtig beschäftigt sind", heißt es im Beschluss eines kleinen Parteitags aus dem Jahr 2012.

Die Rente mit 67 soll endgültig 2029 erreicht werden. In den kommenden Wochen wird der zweite Regierungsbericht zur Anhebung der Altersgrenze und der Lage älterer Arbeitnehmer erwartet. Auf dieser Basis werde die Regierung eine Einschätzung abgeben, "ob die Anhebung der Regelaltersgrenze auf 67 Jahre weiterhin vertretbar erscheint und die gesetzlichen Regelungen bestehenbleiben können", kündigte die Regierung in ihrer Antwort an die Grünen an.

Nach Einschätzung Kurths zeigt die Antwort des SPD-geführten Sozialministeriums nun aber deutlich, dass die Regierung an der Rente mit 67 festhalten wolle. Dort heißt es für den Fall eines vorübergehenden Aussetzens der Anhebung der Altersgrenze: "Die Einhaltung der gesetzlichen Beitragssatzobergrenze und des Mindestsicherungsniveaus im Jahr 2030 wäre nicht gewährleistet."

Denn die schrittweise Einführung der Rente mit 67 hat zum Ziel, dass der Rentenbeitrag bis 2020 nicht über 20 Prozent steigt - und dass das Rentenniveau bis 2030 nicht unter 43 Prozent sinkt. Dieses Niveau bezeichnet das Verhältnis der Rente eines Durchschnittsverdieners zum durchschnittlichen Nettoverdienst aller Beschäftigten.

Viele ältere Arbeitnehmer gehen schon vor dem regulären Rentenalter aus dem Job, werden arbeitslos oder beziehen eine Teilrente mit Abschlägen. Kurth sagte der dpa, ältere Arbeitslose hätten praktisch keine Chance auf einen neuen Job. "Gerade für gesundheitlich angeschlagene Beschäftigte bleibt die Rente mit 67 vielfach eine Rentenkürzung." Er forderte Verbesserungen für besonders belastete Gruppen. "Wer ja zur Rente mit 67 sagt, darf zu den Problemen und Herausforderungen nicht schweigen", so Kurth.

Zur Grünen-Anfrage

Bundesregierung zur Rente mit 67

Rentenpaket

Halbjahreszahlen Rentenversicherung

Entwicklung der Rentenreserve

DRV zum Rentenbeitrag

Gesamtmetall zur Rente mit 67

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