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Bundestagsabgeordneter Thomas Bareiß vom konservativen Berliner Kreis der Union ist gegen die Gleichstellung homosexueller Lebenspartner

Angst um Verlust von Stammwählern

Konservativer CDU-Flügel: "Nein" zur Homo-Ehe

Berlin - Während sich die CDU allmählich der Gleichstellung homosexueller Lebenspartner mit der Ehe annähert, wehrt sich der konservative Flügel der Partei heftigst gegen den Kurswechsel.

Der konservative Flügel der CDU macht Front gegen einen Kurswechsel der Partei bei der Gleichstellung homosexueller Lebenspartner mit der Ehe. „Für die CDU ist die Ehe zwischen Mann und Frau ein besonderer Wert und steht auch unter dem besonderem Schutz des Grundgesetzes“, sagte der Bundestagsabgeordnete Thomas Bareiß vom konservativen Berliner Kreis der Union der Deutschen Presse-Agentur. Der CDU-Bundesparteitag habe sich erst vor zwei Monaten klar gegen eine Gleichstellung ausgesprochen. „Den Willen der Partei sollten wir ernst nehmen.“ Bareiß warnte: „Wenn wir unsere letzten Stammwähler verlieren wollen, müssen wir mit dieser Debatte nur so weitermachen.“

„Daraus steuerrechtliche Gleichstellung zu schlussfolgern, ist absurd"

Die Spitze der Unionsfraktion will als Reaktion auf ein Urteil des Bundesverfassungsgerichts, das die Adoptionsrechte homosexueller Partner gestärkt hatte, mögliche steuerliche Konsequenzen prüfen.

Bareiß betonte dagegen, das Urteil betreffe einen Spezialfall im Adoptionsrecht. „Daraus ein generelles Adoptionsrecht oder gar eine steuerrechtliche Gleichstellung für gleichgeschlechtliche Partnerschaften zu schlussfolgern, ist absurd.“

Seehofer warnt bei Homo-Ehe vor „Schnellverfahren“

Auch die CSU will einen schnellen Kurswechsel nicht mitmachen - und ist auch in der Sache selbst zurückhaltend. „Wir wollen, dass dies sorgfältig diskutiert wird“, sagte CSU-Chef Horst Seehofer am Samstagabend in München. Man dürfe hier nicht „in ein Schnellverfahren kommen“. Nötig seien Sorgfalt und Vernunft.

Die CSU wolle auch in Zukunft Ehe und Familie „in besonderer Weise schützen und unterstützen“. Seehofer schloss auf Nachfrage aber auch nicht aus, dass die CSU ihren Widerstand gegen eine völlige Gleichstellung der Homo-Ehe irgendwann aufgibt. Es gebe immer Veränderungsprozesse in einer Gesellschaft, auf die die Politik angemessen reagieren müsse. „Darüber muss man dann reden. Noch dazu, wenn ein oberstes Gericht entschieden hat.“

dpa

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