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Schüler mit Gasmasken protestieren in Hongkong.

Neue Proteste am Montag

Chaos in Hongkong: Demonstranten blockieren U-Bahnen - 63 Festnahmen 

Zwei Tage nach den schweren Zusammenstößen zwischen Demonstranten und der Polizei hat es in Hongkong am Montag neue Proteste gegeben.

Update 13:45 Uhr: China hat die Gewalt bei den Protesten am Wochenende in Hongkong scharf verurteilt. „Die gegenwärtigen Demonstrationen in Hongkong haben komplett den Rahmen der Freiheit, sich zu versammeln und zu protestieren, verlassen und sich zu extremer Gewalt entwickelt“, sagte Außenamtssprecher Geng Shuang vor der Presse in Peking. 

Es sei eine ernste Herausforderung der rechtlichen und sozialen Ordnung und bedrohe das Leben und Eigentum Hongkonger Bürger. Die Vorgänge „berühren ernsthaft“ den Grundsatz „ein Land, zwei Systeme“, nach dem Hongkong autonom regiert wird. Die chinesische Zentralregierung stehe hinter der Hongkonger Regierungschefin Carrie Lam und unterstütze die Hongkonger Polizei, die Gewalt zu stoppen und Ordnung wieder herzustellen, sagte der Außenamtssprecher. Immer wieder eskaliert die Situation zwischen den Sicherheitskräften und Demonstranten. Letztere haben sich nun in einem emotionalen Appell an Merkel gewandt. 

Update 10.21 Uhr: Bei den schweren Zusammenstößen zwischen Demonstranten und Polizeikräften am Wochenende in Hongkong sind 63 Personen festgenommen worden. Unter ihnen sei ein 13-Jähriger mit zwei Brandsätzen gewesen, berichtete die Polizei am Montag. Er sei in einer U-Bahnstation aufgegriffen worden. „Ich muss hervorheben, dass Benzinbomben sehr gefährlich sind“, sagte Chefinspektor Yeung San-pong. Gerade wenn sie in der U-Bahnstation oder in Zügen eingesetzt würden, seien sie eine große Gefahr.

Nach dem Ende der Ferien begann der erste Schultag am Montag mit vereinzelten Aktionen von Schülern und Studenten, die zum Teil den Unterricht an Schulen und Universitäten boykottierten. Zum Unterrichtsbeginn versammelten sich einige Schüler außerhalb ihrer Mittel- und Oberschulen mit Gasmasken und Helmen. Es herrschte eine starke Polizeipräsenz im dicht verzweigten Transportsystem der asiatischen Millionenmetropole, die ursprünglich geplante größere Störaktionen durch Aktivisten verhinderte. 

Chaos in Hongkong: Demonstranten blockieren U-Bahnen, Schüler mit Gasmasken unterwegs

Erstmeldung vom 2. September 2019:

Hongkong - Schwarzgekleidete Demonstranten blockierten im morgendlichen Berufsverkehr die Türen zahlreicher U-Bahnen und hielten sie so von der Weiterfahrt ab. Es kam zu erheblichen Verspätungen. Das Hongkonger U-Bahn-Netz wird täglich von Millionen Fahrgästen genutzt.

Vor etlichen Schulen in der chinesischen Sonderverwaltungszone bildeten Schüler vor Unterrichtsbeginn zudem lange Menschenketten. Einige trugen Gasmasken, Helme und Schutzbrillen, mit denen sich die Hongkonger Demokratie-Aktivisten vor dem Tränengas der Polizei schützen.

Die Protestbewegung rief zudem zu einem neuen Generalstreik auf. Für den Nachmittag haben Studenten eine Demonstration angekündigt. An den Hongkonger Universitäten beginnt an diesem Montag wieder der Unterricht nach der Sommerpause. In der Protestbewegung engagierte Studenten planen jedoch einen zweiwöchigen Uni-Boykott.

Hongkong: Massenproteste laufen seit Monaten

In Hongkong gibt es seit drei Monaten Massenproteste für mehr Demokratie und gegen eine wachsende Einflussnahme Pekings. Die Demonstranten fürchten eine zunehmende Beschneidung ihrer im Vergleich zu Festland-China größeren bürgerlichen Freiheiten.

Die neue Protestaktionen am Montag folgten auf ein von schweren Zusammenstößen geprägtes Wochenende. Am Samstag war eine Kundgebung eskaliert, als einige Demonstranten auf einer Hauptverkehrsstraße nahe dem Hongkonger Polizeihauptquartier eine Barrikade in Brand setzten. Die Polizei setzte Tränengas, Schlagstöcke und Wasserwerfer mit blauer Farbe gegen die Demonstranten ein.

Aktivisten belagern Flughafen in Hongkong

Am Sonntag belagerten Aktivisten erneut den Hongkonger Flughafen und blockierten mehrere Zufahrtswege. Mindestens ein Dutzend Flüge wurden gestrichen.

Die Hongkonger Fluggesellschaft Cathay Pacific warnte ihre Mitarbeiter davor, sich an dem geplanten Generalstreik am Montag zu beteiligen. Ein Generalstreik am 5. August, bei dem das Leben in der ansonsten emsigen Metropole nahezu zum Stillstand gekommen war, war von der Gewerkschaft der Flugbegleiter unterstützt worden. Cathay Pacific hat seither mindestens vier Mitarbeitern gekündigt, die die Protestbewegung unterstützten.

afp

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