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Horst Seehofer (r.) und Antonis Samaras treffen sich zu einem Versöhnungsgespräch in München.

Bayerisch-griechische Verbundenheit

Seehofer und Samaras: Versöhnung im Schnee

München - Trotz der immer wieder heftigen Angriffe der CSU gegen Griechenland haben sich die beiden Regierungschefs Horst Seehofer und Antonis Samaras getroffen. Thema: Die europäische Zukunft. 

Nach den scharfen Angriffen der CSU auf Griechenland haben sich Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) und der griechische Regierungschef Antonis Samaras zu einem Versöhnungsgespräch in München getroffen. Seehofer empfing Samaras und seine Delegation am Sonntagabend im winterlich verschneiten München. „Schnee bringt Glück, deswegen bin ich sehr glücklich“, sagte Samaras - und lud Seehofer zu einem Gegenbesuch in Griechenland ein. Die scharfen CSU-Angriffe auf Athen und die Forderungen nach einem Austritt aus der Eurozone sollen der Vergangenheit angehören. „Mir gefällt in der Politik immer der Blick in die Zukunft“, sagte Seehofer. Er wolle „freundschaftlich“ mit Samaras über die aktuellen Themen reden.

Im Sommer hatten vor allem CSU-Generalsekretär Alexander Dobrindt und Bayerns Finanzminister Markus Söder (CSU) mit provozierenden Interviews Aufsehen erregt. Dobrindt hatte unter anderem prophezeit, Athen müsse 2013 aus dem Euro ausscheiden. Außerdem hatte Dobrindt die griechische Regierung wissen lassen, die EU sei kein „Hängemattenclub“. Söder hatte verlangt, an den Griechen ein Exempel zu statuieren. Anfang Oktober wechselte jedoch Kanzlerin Angela Merkel (CDU) die Richtung. Bei ihrem Athen-Besuch sprach sie sich für den Verbleib Griechenlands in der Eurozone aus. Anschließend schwenkte auch Seehofer um.

Seehofer versicherte: „Wir bleiben bei dem Weg, dass wir Ja sagen zur Solidarität, wenn auf der anderen Seite Solidität steht.“ Und dies sei bei der griechischen Regierung der Fall. Er wolle Samaras bei dem eingeschlagenen Reformkurs bestärken.

Seehofer hatte sich persönlich nicht an den scharfen Attacken beteiligt, aber „rote Linien“ gezogen. So sollte die Auszahlung der bereits beschlossenen Hilfen an die Bedingung geknüpft werden, dass die Griechen die Sparauflagen erfüllen. Zusätzliche Hilfsgelder hatte die CSU abgelehnt. Inzwischen hat die Troika von Europäischer Zentralbank, EU-Kommission und Internationalem Währungsfonds die Auflagen gelockert und Athen zwei Jahre mehr Zeit zum Erreichen der Sparziele gegeben. Griechenland soll auch zusätzliche Hilfen in Höhe von knapp 44 Milliarden Euro bekommen. Seehofer betonte dennoch: „Es gibt keine Überschreitung, auch nicht ein Touchieren unserer roten Linien.“

dpa/dapd

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