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Zwei, die sich verstehen: Horst Seehofer und Wladimir Putin.

Bayerns Ministerpräsident im Kreml

Kommentar zur Seehofer-Reise: Auffällige Muster

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Dass Horst Seehofer nach Moskau zu Präsidenten reist, ist eine gute Sache, findet Merkur-Politikredakteur Christian Deutschländer. In seinem Kommentar erklärt er, warum.

München/Moskau - Bayern und seine „Nebenaußenpolitik“ – aus dem Vorwurf spricht der Neid, und den muss man sich hart erarbeiten. Natürlich ist es für ein Land von Vorteil, wenn ein Ministerpräsident Staatenlenker in aller Welt trifft; und zwar die Chefs, nicht Unterabteilungsleiter im Kartoffelministerium. Gut, dass Horst Seehofer Bayerns Sonderrolle heuer wieder pflegt mit mehr Auslandsreisen.

Sein Besuch im Kreml lässt sich rechtfertigen, ohne taubblind zu sein für Putins Aggressionspolitik auf der Krim. Dialog ist immer besser als kein Dialog. Und Einsatz für Bayerns Interessen ist nicht Seehofers Kür, sondern seine Pflicht. Zu hoffen ist, dass er diesmal den richtigen Ton traf. Gespräche auch mit der Opposition in Moskau, die im April geplante Reise in die Ukraine und hoffentlich endlich ein Besuch in den USA gehören schon in den Zusammenhang des Putin-Treffens. Da wird jetzt kein UN-Generalsekretär mehr aus Seehofer, aber ein Konzept ist erkennbar. Auch weitere Reisepläne – Österreich, Kroatien, China – können Bayern nutzen.

Noch mehr? Ginge schon, allerdings muss er zu Hause zahlreiche Konflikte in der Landes- und Bundespolitik im Auge behalten. Und, ganz nebenbei: Noch jemand ist auf Reisen. Kronprinz Markus Söder tourt just diese Woche rastlos durch (hier nur eine Auswahl) Pfaffenhofen, Freising, Dorfen, Tölz, Vaterstetten, Taufkirchen. Das ergibt keine Weltkarte. Aber auch ein auffälliges Muster.

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