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Der letzte Gong: Horst Seehofer lächelt auf seiner letzten Sitzung als CSU-Chef.

Söder übernimmt auch den Vorsitz

Letzte Sitzung als CSU-Chef: Seehofer verabschiedet sich mit wehmütiger Rede

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In seiner letzten Sitzung als CSU-Chef gibt sich Horst Seehofer als Politiker, der mit sich im Reinen ist. Doch einige Details offenbaren, dass ihm der Abschied vom Vorsitz zusetzt.

München - Die CSU inszeniert ein Stück Weihnachtsfrieden. Auf den Tischen des Parteivorstands liegt Lebkuchen, vor der Türe ruft Horst Seehofer in die Mikrofone Harmonie aus. Er trete gern ab, versucht der Parteichef zu vermitteln, „ich bin jetzt über zehn Jahre im Amt, das ist genug, das reicht“. Wenigstens das Ende des beinharten Machtkampfes in der CSU versucht die Partei friedlich zu präsentieren.

Es ist Seehofers letzte Sitzung als Parteichef an diesem Montag in München. Der Vorstand nominiert einstimmig Markus Söder als seinen Nachfolger, zu wählen auf dem Parteitag am 19. Januar. Seehofer fügt sich, schlägt den langjährigen Rivalen explizit vor („erster Schritt zur Verjüngung“) und gelobt, dessen Start nicht mit Querschüssen zu belasten. „Ich werde nicht als Vormund auftreten. Jede Zeit hat ihre Themen, ihren Stil.“ Er werde nicht eingreifen mit „besserwisserischen Einlassungen“. Drinnen gibt es viel freundlichen Beifall, als er seine phasenweise wehmütige Rede vor den vier Dutzend Vorständlern abschließt mit: „Es hat mir viel Freude gemacht.“

Seehofer will im allerletzten möglichen Moment zurücktreten

Und das nach den verkorksten Wahlen 2017 und 2018, dem erzwungenen Rückzug als Ministerpräsident (man denke an die „Markus“- Schildchen der Jungen Union) und dem Druck, auch als Parteichef zu gehen? Dem Frieden sollte man nicht blind trauen. Bei genauem Hinsehen ist stabiles Misstrauen zu erkennen. Seehofer wird erst im allerletzten möglichen Moment zurücktreten, machte er deutlich - am 19. Januar am Ende seiner letzten Parteitagsrede als Chef.

Gleichzeitig gibt es Ärger um die letzte Klausur der CSU-Landtagsfraktion in Kloster Banz ganz kurz vor dem Parteitag. Dass er dort nicht eingeladen ist, weder als Bundesinnenminister noch als Parteichef, erfuhr Seehofer offenbar erst aus der Zeitung. Das ist inhaltlich und stilistisch ungewöhnlich. Darauf angesprochen, reagiert er kühl. „Kein Thema, das mich beschäftigt. Ich weiß nicht, wer eingeladen ist.“

Seehofer spricht über „ganz anderes Leben“ - mit weniger Stress

Auch ist offen, wie es mit Seehofers Hauptjob als Bundesinnenminister weitergeht. Vor einigen Wochen hatte er bei einer CSU-internen Sitzung noch angekündigt, nicht lange Minister ohne Parteivorsitz bleiben zu können; jetzt will er davon nichts mehr wissen. „Es beginnt ein neuer Abschnitt im Leben“, erklärt er wolkig, „ein ganz anderes Leben, mit Sicherheit nicht mehr mit diesem Stress.“

In der CSU herrscht dazu vorerst Ruhe. Auch als Parteichef hat Söder kurzfristig kein Interesse, Seehofer aus dem Kabinett zu vertreiben. Die CSU hat keinen natürlichen anderen Innenminister. In der CDU gibt es aber durchaus Gedankenspiele, die Ressorts neu zu verteilen, das Innere aufzuspalten und selbst zu behalten. Die CSU könnte dann mit Verteidigung abgespeist werden.

Eine Schlüsselrolle wird da der neuen CDU-Vorsitzenden Annegret Kramp-Karrenbauer zukommen. Seehofer sucht auffallend ihre Nähe: „Eine gute Wahl“ sei sie, wird er aus der Sitzung zitiert. Die Zusammenarbeit beginne gut. Falls der Adventsfrieden hält, will Seehofer 2019 sogar eine ungewöhnliche Runde zum Abendessen einladen: Söder, Kramp-Karrenbauer und Angela Merkel.

Lesen Sie auch: Überraschung in Regierungserklärung: Söder will nach Afrika reisen

In unserem News-Ticker rund um den CDU-Vorsitz halten wir Sie über alle Entwicklungen um Annegret Kramp-Karrenbauer auf dem Laufenden.

Erfahren Sie außerdem in unserem News-Ticker alles über die Winterklausur 2019 der CSU.

Christian Deutschländer

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