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Hirst Seehofer hat über die - seiner Ansicht nach - provinzielle bayerische Opposition gelästert.

Ärger im Parlament

Seehofer schimpft auf den Landtag

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München - „Das schmerzt“: Horst Seehofer lästert über die seiner Ansicht nach provinzielle bayerische Opposition. Im Parlament sorgt das für Ärger.

Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) hat seinen Frust über den Landtag rausgelassen und sorgt damit für einen kleinen Eklat im Parlament. „Man verzweifelt oft: Es ist so eine hohe Fallhöhe von Berlin hier her“, sagte er am Rande einer Plenarsitzung in Richtung Opposition: „Das schmerzt. Da war der Bundestag schon anders.“

Seehofer saß 28 Jahre im Bundestag, wechselte 2008 nach München und gehört seit 2013 dem Landtag an. Er macht seither regelmäßig seiner Geringschätzung über SPD, Grüne und Freie Wähler und der Landespolitik insgesamt („Mäusekino“) Luft.

Die Grünen, so spottete er zum Beispiel am Donnerstag, „leben sowieso in einer Welt der Fantasie“. Er selber wäre ja, so erzählt er, 2008 lieber Bundestagsabgeordneter geblieben, sei aber von der Partei nach München gerufen worden, weil die sich sonst auf keinen Ministerpräsidenten geeinigt hätten.

Streibl: Seehofers Sätze "ungeheuerlich"

Eigentlich ist das Verhältnis zwischen dem Regierungschef und dem Parlament nicht so schlecht. Anders als etwa sein Vorvorgänger Edmund Stoiber nimmt Seehofer mit großer Ausdauer an fast allen Plenarsitzungen teil, konzentriert sich oft auch bei Oppositions-Reden und ergreift mitunter selbst das Wort.

Seehofers akute Sehnsucht nach Berlin tritt immer dann auf, wenn er von der Opposition in München scharf kritisiert wird. Neulich schon, bei der Debatte um den Rücktritt seiner Modellauto-Ministerin Christine Haderthauer, schäumte er, dies sei „die dunkelste Stunde“ eines Parlaments in seiner Karriere gewesen. Über seine CSU-Abgeordneten, auf deren Stimmen er angewiesen ist, äußert er sich dabei nicht.

Die Landtags-Opposition reagiert diesmal sehr verärgert und fordert ein Nachspiel. Der Freie-Wähler-Abgeordnete Florian Streibl nannte Seehofers Sätze „ungeheuerlich. Es wäre für ihn an der Zeit, sich bei allen Mitgliedern des Landtags für diese Äußerung zu entschuldigen.“ Die Grünen-Abgeordnete Christine Kamm warf ihm „schlechten Stil“ vor.

Christian Deutschländer

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