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Behandlung von Chlorgas-Opfern in Aleppo

Human Rights Watch

Syrische Regierung setzte in Aleppo systematisch Chlorgas ein

New York - Die syrische Regierung hat nach einer Untersuchung der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch im Kampf um Aleppo systematisch Chlorgas eingesetzt.

Zwischen Mitte November und Mitte Dezember 2016 seien acht Angriffe mit Chlorgas dokumentiert worden, teilte Human Rights Watch (HRW) am Montag bei einer Pressekonferenz in New York mit. Bei den Attacken per Hubschrauber seien mindestens neun Zivilisten getötet worden, darunter vier Kinder. Mindestens 200 weitere Menschen seien verletzt worden.

Die Untersuchung der Menschenrechtsorganisation basiert auf Interviews mit Augenzeugen, sowie der Analyse von Videos, Fotos und Online-Veröffentlichungen. Die Angriffe seien stets auf von Rebellen gehaltene Gebiete gerichtet gewesen, in die die Regierungstruppen wenig später eingerückt seien. Ende Dezember hatten die Regierungstruppen Aleppo wieder komplett eingenommen. Schon zuvor hatten Aktivisten und Einwohner der Rebellengebiete Aleppos den Regierungskräften den Einsatz von Chlorgas vorgeworfen.

UN-Experten zufolge hatte Syriens Regierung bereits zuvor an anderen Orten Chlorgas eingesetzt. Es fällt nicht unter die verbotenen Chemiewaffen, da es für zivile Zwecke benutzt werden darf.

dpa

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