+
Umweltminister Marcel Huber machte sich 2013 selbst vor Ort ein Bild von der Hochwasserlage.

Hochwasserschutz: Huber will Widerständen trotzen

München - Ein Jahr nach dem verheerenden Juni-Hochwasser hat Umweltminister Marcel Huber (CSU) eine neue Informationsoffensive gestartet, um Zweifler von der Notwendigkeit breiter Schutzmaßnahmen zu überzeugen.

Insbesondere warb er am Montag in München für Flutpolder am Rand von Flüssen, die bei extremem Hochwasser geflutet werden sollen. „Wir brauchen eine ganze Perlenkette von Flutpoldern entlang großer Gewässer“, erklärte er und präsentierte mögliche Standorte entlang von Donau, Mangfall und Inn. Gegen die Einrichtung solcher Flächen gibt es aber immer wieder Widerstand von Bauern. Eine Flutung der Polder solle immer nur das letzte Mittel sein, um Menschen und Siedlungen flussabwärts zu schützen, betonte Huber.

Der Umweltminister sieht die Ausweitung des Hochwasserschutzes auf einem guten Weg und versprach mehr Tempo beim natürlichen Hochwasserschutz. Mit jedem investierten Euro könnten rechnerisch sieben Euro Schaden verhindert werden.

Im Rahmen einer neuen Veranstaltungsreihe „Hochwasserdialog vor Ort“ will er auch selbst mit betroffenen Bürgern ins Gespräch kommen. Hochwasserprognosen sollen künftig detailliert im Internet stehen.

Die Grünen kritisierten, die Staatsregierung setze einseitig auf technische Maßnahmen wie Deichsanierung und Flutpolder. Das sei notwendig, aber alle Möglichkeiten müssten genutzt werden, sagte Umweltexperte Christian Magerl: „Wir müssen die Auen in ihrer Funktion als natürliche Überschwemmungsgebiete wiederherstellen, die Renaturierung der Flüsse und Bäche vorantreiben, Moore renaturieren und die Schutzwaldsanierung deutlich intensivieren.“

dpa

Landunter in Bayern: Ein Jahr nach dem Hochwasser

Landunter in Bayern: Ein Jahr nach dem Hochwasser

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Trump kritisiert erneut Zinserhöhungen der US-Notenbank Federal Reserve
US-Präsident Donald Trump hat nach Berichten der US-Medien Bloomberg und Dow Jones vom Montag erneut die US-Notenbank Federal Reserve für deren Zinspolitik kritisiert.
Trump kritisiert erneut Zinserhöhungen der US-Notenbank Federal Reserve
Rettungsschiff legt in Italien an - Gerettete dürfen nicht aussteigen
Wegen Streitigkeiten um die Aufnahme von 177 Flüchtlingen des Schiffes „Diciotti“ dürfen die Menschen das Boot vorerst nicht verlassen.
Rettungsschiff legt in Italien an - Gerettete dürfen nicht aussteigen
Umfrage: Union in Wählergunst auf Rekordtief
In einer aktuellen Umfrage ist die Union in der Wählergunst auf ein Rekordtief gefallen. Auch die SPD hat an Zustimmung verloren.
Umfrage: Union in Wählergunst auf Rekordtief
Arbeitnehmer im Osten arbeiten weiter länger als im Westen
Fast 30 Jahre nach dem Fall der Mauer sind die Verhältnisse im vereinten Deutschland nicht überall gleich. Das gilt für niedrigere Gehälter Ost - und immer noch für …
Arbeitnehmer im Osten arbeiten weiter länger als im Westen

Kommentare