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Hubert Aiwanger wurde nach seiner Rede von einem Autovermieter auf den Arm genommen.

“Oettinger-Moment“

Aiwanger blamiert sich bei Rede auf Englisch - Jetzt wird er auch noch von Sixt verspottet

Nach einer englischen Rede bekam der bayerische Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger viel Applaus. Auch im Netz war die Stimmung durch den Vortrag ausgelassen. Ein Autovermieter nutzte das aus.

Update vom 2. Oktober: Der Autovermieter Sixt hat schon einige Politiker auf den Arm genommen, unter anderem Angela Merkel und Horst Seehofer. Jetzt bekommt auch Hubert Aiwanger für seine jüngste Rede sein Fett weg. 

Sixt twitterte ein Foto zweier Modelle der britischen Nobelmarke Jaguar mit dem Text: „Lieber Hubert Aiwanger, liebe bitsandpretzels-Fans, ob nun Hoch- oder Nieder-Englisch: we have for jedn Gschmack wos dabai.“ 

In der Folge entwickelte sich unter dem Tweet eine Diskussion, ob Aiwanger Ober- oder Niederdeutsch spreche. In die Debatte schaltete sich auch der Verspottete selbst ein. Aiwanger nahm einen an Sixt gerichteten Korrekturhinweis eines Twitter-Users offenbar ernst: „Kleingeistige Nörgler die sich durch ihre Kritik an anderen aus ihren eigenen Niederungen hochziehen wollen wie Münchhausen am eigenen Schopf.“ Darauf postete Sixt: „Schön gesagt - und das in tadellosem Oberdeutsch“

Aiwanger versucht auf Englisch zu reden - und flüchtet sich jetzt in Selbstironie

Update vom 30. September: Hubert Aiwanger scheint seine viel beachtete Rede weiterhin zu bewegen. Einen Pressebericht dazu kommentierte er nun auf Twitter selbstironisch mit „Bayerisch und Englisch ist sehr ähnlich.“ 

„Oettinger-Moment“: Böhmermann bekommt „Superlachflash“

News vom 29. September, 16.06 Uhr: Jan Böhmermann hat wegen der Rede von Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler) auf Englisch ordentlich lachen müssen. 

„Peinlich: Richtigen Superlachflash bei Hubert Aiwangers Alpha-Rede vorhin bekommen. RICHTIGE Beömmelung in Reihe 1!“, schrieb der TV-Moderator am Sonntag bei Twitter. 

Fotos zeigen den Satiriker lachend neben Moderatoren-Kollege Joko Winterscheidt (40), der sich Tränen aus den Augen wischt.

Jan Böhmermann bei der Rede von Hubert Aiwanger.

Update 13.57 Uhr: Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler) hat die bayerische Sprachfärbung seiner englischsprachigen Rede bei „Bits & Pretzels“ verteidigt. Die gesamte Gründermesse sei auf dem bayerischen Klischee aufgebaut. „Da wäre es ein Stilbruch, in feinem, näselndem Englisch statt mit bayerischem Dialekteinschlag zu eröffnen“, erklärte er kurz nach seinem Auftritt am Sonntag der Deutschen Presse-Agentur. Ähnlich äußerte er sich später auch bei Twitter.

München - Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler) ist am Sonntag bei der Gründermesse „Bit & Pretzels“ nach einer englischen Rede regelrecht gefeiert worden. Applaus brandete nach der einige Minuten langen Ansprache auf. „Du hast es geschafft“, rief jemand aus dem Publikum. Aiwanger las ab und schien sich nicht ganz leicht damit zu tun. Sein niederbayerischer Akzent, für den er berühmt ist, kam auch im Englischen deutlich durch.

Aiwanger spricht Englisch - „Ein Oettinger-Moment“

Amüsierte Unruhe machte sich im Publikum breit - und auch auf Twitter meldeten sich einige Messe-Teilnehmer unter dem Veranstaltungs-Hashtag #BITS19 zu Wort: „Ein Wirtschaftsminister oder Comedian? Alle Klischees perfekt bedient inklusive Bavarian English“, schrieb einer. Oder: „Ein Oettinger-Moment. Bayerns Wirtschaftsminister versucht Englisch zu reden.“ Auch der im Herbst scheidende deutsche EU-Kommissar Günther Oettinger (CDU) hatte mit seinem schlechten Englisch Schlagzeilen gemacht.

Bei dem Wirbel um die Art seines Vortrags ging der Inhalt fast unter. Aiwanger präsentierte die Initiative „Gründerland Bayern“, die es Firmengründern künftig leichter machen soll, im Freistaat Fuß zu fassen und die Informationen rund um Finanzierung und Förderung sowie Kontakt zu Ansprechpartnern bietet. Später am Vormittag sollte noch der frühere US-Präsident Barack Obama bei dem Start-Up-Festival auftreten. „Wenn Hubert #Aiwanger einfach mal Barack #Obama die Show stiehlt“, hieß es auf Twitter.

Mit einer Rede bei einer Veranstaltung sorgte Aiwanger für Empörung. Der Chef der Freien Wähler in Bayern forderte, dass Bürger in Deutschland jederzeit ein Messer in der Tasche mit sich führen sollten.

dpa

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