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Hubert Aiwanger auf dem Schützentag. 

Bayerns Vize-Ministerpräsident

Selbstbewaffnung? Aiwanger sorgt mit Messer-Satz für Aufregung

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Bayerns Vize und Freie-Wähler-Chef Hubert Aiwanger bereichert den Internationalen Jagd- und Schützentag mit einem Vorschlag, der auch von der AfD stammen könnte. 

Der Auftritt beim Internationalen Jagd- und Schützentag auf Schloss Grünau, tief im Donau-Auwald, wäre der Welt wohl nicht weiter aufgefallen. Im braunen Janker stand Hubert Aiwanger vorige Woche am Pult, hinter sich Blaskapelle, vor sich geneigtes Publikum an gut gedeckten Biertischen. Routine für bayerische Politiker.

Und so tauchte ein Mitschnitt von Aiwangers Rede erst nach ein paar Tagen auf. In seiner wie so oft launigen Art wehrte sich Aiwanger auf Grünau gegen ein schärferes Waffenrecht, eine Idee aus der niedersächsischen SPD, ein paar Monate alt: Das Mitführen von Messern sollte härter regulier werden statt den bisherigen zwölf Zentimeter Klinge sollten nur noch sechs erlaubt sein. 

Aiwangers Messer-Satz: Gequältes Lächeln bei der CSU

Aiwanger weiß, dass das vor allem Jäger und Trachtler erzürnt. Er sagt: „Ich bin überzeugt, Bayern und Deutschland wären sicherer, wenn jeder anständige Mann (...) ein Messer in der Tasche haben dürfte, und wir würden die Schwerkriminellen einsperren.“ Die Medien greifen den Satz auf, die Opposition ist zur Stelle: „Mittelalterlich“ sei es, wenn der Vize-Ministerpräsident „zur Selbstbewaffnung aufruft“, sagt Grünen-Fraktionschefin Katharina Schulze. In der CSU gibt es ein gequältes Lächeln, wenn die Rede auf Aiwanger kommt. 

Am Dienstag soll Ministerpräsident Markus Söder höflich eine vorsichtige Wortwahl seines Vizes angemahnt haben, öffentliche Schelte gibt es aber nicht. Tatsächlich ist Aiwangers Wortwahl klare Taktik. Der FW-Chef sucht gezielt eine mitunter provokative Wortwahl für potenzielle Wähler: Landwirte, Schützen ... Wo immer die CSU sich vorsichtig vortastet, bietet Aiwanger die rustikale Alternative. Söder macht eine Hightech-Offensive? 

Aiwanger beschimpft die Grünen

Dann macht Aiwanger Innen-, Agrar- und Traditionspolitik: Er brandmarkt das Kontrollieren von Landwirten als „Stasi-Methoden im Kuhstall“ und beschimpft die Grünen als „Kifferpartei“. Kritiker sind „Dummschwätzer“. Emotional ist das, bodenständig – aber niemals tapsig. Die Strategie dahinter, das sich Vorwagen „in Graubereiche der politischen Debatte“, bestreitet er nicht: „Wir sind in einer politischen Falle, wenn jeder nur noch nichts sagen darf.“ 

Er wolle seine Themen „nicht komischen Parteien überlassen“. Damit ist dieAfD gemeint. Aiwanger schaffte es bei der Landtagswahl, CSU-Kritiker bei sich zu sammeln und vomKreuz bei der AfD abzuhalten. Das würde er bei der für die Freien extrem wichtigen Kommunalwahl im März gern wiederholen.

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