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Große Pläne: Hubert Aiwanger vor seinem Hof.

Erfolg auch bei Hessen-Wahl im Visier

„Das Potential haben wir auf jeden Fall“ - Aiwanger strebt in den Bundestag

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Beflügelt vom Erfolg bei der bayerischen Landtagswahl schielen die Freien Wähler erneut Richtung Berlin. Parteichef Hubert Aiwanger hat große Pläne - auch schon für die Landtagswahl in Hessen am Sonntag.

München – Das Internet vergisst nichts. Auf youtube kann man sich ein drei Jahre altes Filmchen ansehen. Gedreht auf dem Berliner Alexanderplatz. Man sieht darauf, wie Hubert Aiwanger versucht, die Passanten in der Hauptstadt gegen die Pkw-Maut und Angela Merkel aufzustacheln. Na gut. Vor allem sieht man das demonstrative Desinteresse am Gast aus Bayern, der für diesen Auftritt eigens den Trachtenjanker im Schrank gelassen und einen Anzug angelegt hatte. Nicht einmal eine Hand voll Menschen bleibt stehen. Stattdessen rattert eine Straßenbahn am Podium vorbei.

Man muss sich diese Bilder vor Augen führen, wenn eben jener Aiwanger nach seinem guten Ergebnis bei der Bayern-Wahl nun bundesweit große Töne spuckt. „Das Potential für den Einzug in den Bundestag haben wir auf jeden Fall“, zitiert ihn die Funke-Mediengruppe. Sollte die Große Koalition in Berlin vorzeitig scheitern, könnte seine Partei die Fünf-Prozent-Hürde überwinden, zeigte sich Aiwanger optimistisch. „Wenn wir genügend Zeit hätten für einen guten Wahlkampf, könnte uns das in den Bundestag tragen.“ Mehr noch: Schon am Sonntag bei der Landtagswahl in Hessen könne seine Partei in den Landtag einziehen.

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Söder wünscht Aiwanger „viel Erfolg auf Bundesebene“

Gestern steht Aiwanger im Landtag neben Markus Söder und unterstreicht seinen Anspruch. „Wir werden wie eine Zwiebelschale im Laufe der Jahre immer mehr Fleisch ansetzen“, sagt er. Vielleicht muss man Landwirtschaft studiert haben, um dieses Bild ganz zu verstehen. Aber man kann sich denken, wie Aiwanger das gemeint hat. Söder steht neben ihm, feixt und schneidet Grimassen. Er reicht Aiwanger am Ende die Hand und sagt spotttriefend: „Viel Erfolg auf Bundesebene.“

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Tatsächlich hat Aiwanger bereits mehrere Anläufe hinter sich. Bei der Bundestagswahl 2017 kamen die Freien Wähler selbst in Bayern nur auf 2,7 Prozent. In keinem anderen Bundesland waren es mehr. Auch Aiwangers Optimismus in Hessen ist mutig: Bei der Bundestagswahl 2017 kam man auf 0,9 Prozent. In Umfragen zur Landtagswahl am Sonntag liegt seine Partei bei etwa 1,5 Prozent.

Die Politikwissenschaftlerin Ursula Münch ist skeptisch. Zwar seien tatsächlich viele Wähler des konservativen Lagers derzeit auf der Suche nach neuen Optionen ander Wahlurne. Doch ein bundesweiter Auftritt stehe im Widerspruch zum eigentlichen Anliegen der Partei. „Die Freien Wähler profitieren von ihrer kommunalen und regionalen Stärke“, sagt Münch. „Sobald sie im Bund oder anderen Ländern kandidieren, konterkarrieren sie ihren eigentlichen Markenkern und ihren Vorteil.“ Zudem werde eine CDU nach Angela Merkel sich wieder mehr um konservative Inhalte kümmern-

Für die Freien Wähler hat die bundesweite Kandidatur noch einen anderen Aspekt: Wer bei der letzten Bundestagswahl mindestens 0,5 Prozent erreicht hat, bekommt Geld aus der Parteienfinanzierung. 2016 kassierte sie so 1,6 Millionen Euro, 2017 immerhin noch 1,3. Geld, das man im Wahlkampf gut gebrauchen könnte. 

Aktuelle Meldungen zu den Entwicklungen nach der Landtagswahl in Bayern lesen Sie in unserem News-Ticker

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