Ein kleines Mädchen, das vor kurzem mit ihrer Familie wiedervereinigt wurde, kommt zu einer katholischen Wohltätigkeitseinrichtung in San Antonio. Die US-Regierung überträgt die Verantwortung für das Wohlergehen der Familien vielfach auf religiöse Gruppen. Foto: Eric Gay/AP
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Ein kleines Mädchen, das vor kurzem mit ihrer Familie wiedervereinigt wurde, kommt zu einer katholischen Wohltätigkeitseinrichtung in San Antonio. Die US-Regierung überträgt die Verantwortung für das Wohlergehen der Familien vielfach auf religiöse Gruppen. Foto: Eric Gay/AP
Migranten warten am Grenzübergang San Ysidro zu den USA. Foto: Gregory Bull/AP
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Migranten warten am Grenzübergang San Ysidro zu den USA. Foto: Gregory Bull/AP
Tausende Demonstranten protestieren am 1. Juli auf dem Weg zum Capitol in Washington gegen die Einwanderungspolitik von US-Präsident Trump. Foto: XinHua
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Tausende Demonstranten protestieren am 1. Juli auf dem Weg zum Capitol in Washington gegen die Einwanderungspolitik von US-Präsident Trump. Foto: XinHua
Die 11-jährige Manuela Adriana (r) und ihr Vater Manuel Marcelino Tzah sitzen in einer Wohnung in New York. Wenige Stunden zuvor war das Mädchen aus einer Gewahrsamseinrichtung für Migranten entlassen worden. Foto: Bebeto Matthews/AP
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Die 11-jährige Manuela Adriana (r) und ihr Vater Manuel Marcelino Tzah sitzen in einer Wohnung in New York. Wenige Stunden zuvor war das Mädchen aus einer Gewahrsamseinrichtung für Migranten entlassen worden. Foto: Bebeto Matthews/AP
Adalicia Montecino, ihr Mann Rolando Bueso Castillo (l) und der einjährige Sohn Johan Bueso Montecinos sind bei ihrer Rückkehr nach Honduras von Reportern umgeben. Im März war die Familie bei der Einwanderung in die USA getrennt worden. Foto: Esteban Felix/AP
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Adalicia Montecino, ihr Mann Rolando Bueso Castillo (l) und der einjährige Sohn Johan Bueso Montecinos sind bei ihrer Rückkehr nach Honduras von Reportern umgeben. Im März war die Familie bei der Einwanderung in die USA getrennt worden. Foto: Esteban Felix/AP
"Familien gehören zusammen": Demonstration gegen die Einwanderungspolitik der US-Regierung in Los Angeles. Foto: Zhao Hanrong/XinHua
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"Familien gehören zusammen": Demonstration gegen die Einwanderungspolitik der US-Regierung in Los Angeles. Foto: Zhao Hanrong/XinHua
Natalia Oliveira da Silva und ihre Tochter Sara (5) umarmen sich in einer katholischen Wohltätigkeitseinrichtung in San Antonio, Texas. Seit ihrer Trennung Ende Mai war das Mädchen in einem Heim für minderjährige Einwanderer in Chicago untergebracht. Foto: Eric Gay/AP
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Natalia Oliveira da Silva und ihre Tochter Sara (5) umarmen sich in einer katholischen Wohltätigkeitseinrichtung in San Antonio, Texas. Seit ihrer Trennung Ende Mai war das Mädchen in einem Heim für minderjährige Einwanderer in Chicago untergebracht. Foto: Eric Gay/AP
Edvin Cazun (r) aus Guatemala umarmt seinen Sohn Samuel am Flughafen Cincinnati. Die beiden wurden vor etwa einem Monat getrennt, nachdem sie den Rio Grande in die Vereinigten Staaten überquert hatten. Foto: John Minchillo/AP
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Edvin Cazun (r) aus Guatemala umarmt seinen Sohn Samuel am Flughafen Cincinnati. Die beiden wurden vor etwa einem Monat getrennt, nachdem sie den Rio Grande in die Vereinigten Staaten überquert hatten. Foto: John Minchillo/AP

Über 700 in Behörden-Gewahrsam

Hunderte Einwandererkinder in USA noch von Eltern getrennt

Die Trennung von Kindern und Eltern illegal in die USA eingewanderter Familien sorgte für große Empörung. Nach einem richterlichen Beschluss musste die Trump-Regierung ihre Praxis korrigieren - der Fall ist aber längst noch nicht ausgestanden.

Washington (dpa) - In den USA befinden sich trotz einer richterlichen Anordnung zur Wiedervereinigung von Familien weiterhin mehr als 700 Kinder illegaler Einwanderer in der Obhut der Behörden.

Eigentlich sollten sie auf Weisung eines Bezirksrichters aus Kalifornien bis zur Nacht von Donnerstag auf Freitag wieder mit ihren Eltern vereint sein - doch das geschah in einigen Fällen nicht. Nach Regierungsangaben blieben 711 Kinder in Gewahrsam der Behörden - beispielsweise, weil deren Eltern kriminell seien, sich nicht mehr in den USA aufhielten oder eine Überprüfung der Fälle noch nicht abgeschlossen sei, wie US-Medien am Freitag berichteten.

120 Eltern lehnten es demnach ab, mit ihren Kindern wiedervereint zu werden. Sie wollten damit den Kindern ermöglichen, bei Verwandten in den USA zu bleiben, bis ein Gericht ihre Asylfälle entschieden habe.

Die Familien waren beim Grenzübertritt von Mexiko in die USA getrennt worden. Ein Richter befand diese Regierungspraxis als inhuman und verfassungswidrig. Er nannte eine Frist von 30 Tagen, um die auseinandergerissenen Familien wieder zu vereinen. Die Regierung gab an, dass 1442 Kinder ihren illegal eingewanderten Eltern zurückgegeben worden seien. Die Familien sitzen jetzt in Haft.

Die Trennungen waren Teil der "Null-Toleranz-Politik" von US-Präsident Donald Trump, mit der die US-Behörden illegale Einwanderer an der Südgrenze zu Mexiko zurückhalten wollten.

Angesichts massiver Kritik auch in seiner republikanischen Partei und der Berichte von traumatisierten Kindern und Eltern vollzog Trump dann eine Kehrtwende. Er ordnete am 20. Juni per Dekret ein Ende der umstrittenen Praxis an. Bezirksrichter Dana Sabraw aus Kalifornien urteilte anschließend, dass Kinder und Eltern wiedervereint werden müssten. Als Stichtag nannte er den 26. Juli. Allerdings überließ er es der Regierung zu entscheiden, welche Eltern infrage kämen.

Der Fall ist damit aber nicht beendet. Die Bürgerrechtsorganisation ACLU will jetzt vor Gericht erwirken, dass wiedervereinte Familien eine Frist von mindestens einer Woche bekommen, bevor sie abgeschoben werden. Begründet wird dies mit der schwierigen Entscheidung für Eltern, entweder als Familie gemeinsam das Land zu verlassen oder die Kinder in den USA zurückzulassen, um einen Asylantrag voranzutreiben.

CNN-Bericht

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