+
Ein Hilfskonvoi des internationalen Roten Kreuzes ICRC im Oktober letzten Jahres auf dem Weg in die belagerte Stadt Madaja in Syrien. Inzwischen kommt in der belagerten Stadt keine Hilfe mehr an. Die Lage ist für die hungernden Menschen dort dramatisch.

Syrien

Belagerte Stadt: Hungernde Menschen warten dringend auf Hilfe

Damaskus - Nach der Zustimmung des syrischen Regimes zu Hilfslieferungen warten mindestens 20 000 hungernde Menschen in der belagerten Stadt Madaja auf Lebensmittel.

Bislang sei in dem Ort kein Hilfstransport eingetroffen, berichtete der Aktivist Abdullah Nadschim am Freitag dem arabischen Nachrichtensender Al-Arabija. Es seien am Stadtrand auch keine Vorbereitungen zu erkennen.

Ein Sprecher des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK) sagte, die Hilfsorganisationen hätten die Erlaubnis für Lieferungen nach Madaja bekommen. Diese könnten wegen der Größe der Konvois erst am Sonntag erfolgen. Zudem sei Hilfe für die von Rebellen belagerten Orte Fua und Kefraja im Nordwesten Syriens gestattet worden.

Madaja liegt nordwestlich von Damaskus und wird seit rund einem halben Jahr von Truppen des Regimes und der libanesischen Schiitenmiliz Hisbollah belagert.

Rund 40 000 Menschen sind dort nach Angaben der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrecht eingeschlossen. Viele von ihnen hungern Aktivisten zufolge, weil es zu wenig Lebensmittel gibt. Hilfsorganisationen konnten eigenen Angaben zufolge zuletzt im Oktober Güter nach Madaja bringen.

Die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen (Médecins Sans Frontières/MSF) erklärte, sie sei „extrem alarmiert. Seit Anfang Dezember seien 23 Menschen verhungert, unter ihnen sechs Säuglinge. Madaja sei ein „Gefängnis unter freiem Himmel“ für schätzungsweise 20 000 Menschen, die seit Monaten wenig Nahrung bekommen hätten. „Es gibt keinen Weg hinein oder hinaus, so dass die Menschen dem Tod überlassen sind“, heißt es in einer Stellungnahme.

dpa

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Weltweit Millionen junge Arbeitslose
Genf (dpa) - Weltweit sind nach einer neuen UN-Analyse 70,9 Millionen junge Menschen zwischen 15 und 24 Jahren arbeitslos. Das entspricht einer Quote von 13,1 Prozent, …
Weltweit Millionen junge Arbeitslose
Kommentar: Ende mit Schrecken
Nach dem Erdbeben der Sonntagnacht steht Berlin unter Schock. Das System Merkel wankt.Ein Kommentar von Merkur-Chefredakteur Georg Anastasiadis.
Kommentar: Ende mit Schrecken
CDU Niedersachsen stimmt Koalitionsvertrag mit SPD zu
Auch die CDU hat dem Vertrag zur Bildung der großen Koalition in Niedersachsen zugestimmt. Sie plant nach einer selbstkritischen Wahlkampfanalyse die Neuaufstellung. Nun …
CDU Niedersachsen stimmt Koalitionsvertrag mit SPD zu
Mehrheit ist für Neuwahlen, Umfrageschelte für FDP
Knapp die Hälfte der Bundesbürger befürwortet nach dem Scheitern der Jamaika-Verhandlungen Neuwahlen. Die FDP erntet für das Verlassen der Sondierungen Kritik.
Mehrheit ist für Neuwahlen, Umfrageschelte für FDP

Kommentare