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Hungerstreik, weil sie Laschet, Baerbock und Scholz sprechen wollen - zwei Klimaaktivistinnen geben auf

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Von: Kathrin Reikowski

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Krankenwagen vor Zelt
Hungerstreik in Berlin: Von sechs jungen Klimaaktivisten haben am Samstag zwei aufgegeben, einer befindet sich im Krankenhaus. © Paul Zinken/dpa/ dpa-Bildfunk

Hungerstreik für das Klima: Von sechs jungen Aktivisten haben zwei am Samstag aufgegeben, einer befand sich zum zweiten Mal in der Klinik.

Berlin - Seit Ende August streiken sechs junge Menschen vor dem Reichstagsgebäude in Berlin. Sie nehmen keine Nahrung zu sich. Mit ihrem Hungerstreik wollen sie durchsetzen, dass sich die beiden Kanzlerkandidaten Olaf Scholz (SPD) und Armin Laschet (CDU) und die Kanzlerkandidatin Annalena Bearbock (Grüne) mit ihnen vor der Bundestagswahl zu einer öffentlichen Debatte treffen. Wie rbb24 mitteilte, gaben zwei der Aktivistinnen am Samstag ihren Streik auf.

Am Samstag waren zwei der Aktivisten zunächst ins Krankenhaus eingeliefert worden. Eine 19-Jährige sei zusammengebrochen, ein 27-Jährige habe gesundheitliche Probleme gehabt. Der 27-Jährige war bereits am Dienstag zur Behandlung in der Charité, hatte danach aber trotz Warnungen der Ärzte weiter gestreikt.

Vor der Bundestagswahl: Hungerstreikende Klimaaktivisten machen weiter - zwei Frauen geben auf

Aufgegeben haben laut rbb24 nun die ins Krankenhaus eingelieferte 19-Jährige, sowie eine weitere Aktivistin, die sich Mephisto nennt. Sie habe aus psychischen Gründen den Streik beendet. Mindestens die drei im Camp Verbliebenen wollen den Streik aber fortsetzen, obwohl es inzwischen deutliche Warnungen von Ärzten gibt. „Die Situation auch der anderen Hungernden spitzt sich weiter zu“, hieß es in einer Mitteilung aus dem Umfeld der Aktivisten.

„Wir sind schockiert, dass die drei Kanzlerkandidat*innen weiterhin nicht bereit sind, auf unsere einfache Forderung nach einem gemeinsamen öffentlichen Gespräch vor der Wahl einzugehen“, ließen sie verlauten. Auch die Organisation Greenpeace hat die Aktivisten mittlerweile dazu aufgefordert, ihren Streik zu beenden, um die Gesundheit nicht weiter zu gefährden. „Wir appellieren an sie, aus Sorge um ihre Gesundheit und ihr Wohlergehen, diese Zukunft und ihr junges Leben nicht aufs Spiel zu setzen“, sagte Greenpeace-Vorstand Martin Kaiser.

Streik der Klimaaktivisten: Wie Laschet (CDU), Scholz (SPD) und Baerbock (Grüne) reagieren

Armin Laschet (CDU), Annalena Baerbock (Grüne) und Olaf Scholz (SPD) wollen nicht auf die Forderungen eingehen. Alle drei hätten den Aktivisten lediglich angeboten, sich nach der Wahl zu einem privaten Gespräch zu mit ihnen zu treffen. Zwei Aktivisten konnten nach eigenen Angaben am Freitag bei einer Wahlveranstaltung mit SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz ins Gespräch kommen. Nach dem Gespräch seien die beiden „verstört“ gewesen, hieß es in der Mitteilung. Scholz rede „in einer beängstigenden Ruhe über seine Pläne, die uns direkt in die Klimakatastrophe führen“.

Grünen-Kandidatin Annalena Baerbock sagte vergangene Woche am Rande eines Wahlkampfauftritts in Chemnitz, dass sie mit den Aktivisten telefoniert habe und Fragen zur Klimapolitik besprochen. In einer Demokratie sei ein Hungerstreik aber der falsche Weg. (kat/dpa)

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