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Die Huthis fühlen sich von der mehrheitlich sunnitischen Regierung des Jemen benachteiligt und fordern deshalb deren Rücktritt.

Ein Land zerfällt

Huthi-Rebellen schüren neue Gewalt im Jemen

Sanaa - Der Jemen zerfällt: Am Donnerstag hatten Huthi-Rebellen im Nordosten von Sanaa eine Waffenruhe unterzeichnet. Doch am Samstag rückten andere Huthi-Einheiten auf die Hauptstadt zu.

Die fortwährenden Kämpfe zwischen schiitischen Huthi-Rebellen und sunnitischen Regierungstruppen bedrohen die Stabilität des Jemen. Am Samstag seien vier Menschen verletzt worden, als Granatfeuer in einem Krankenhaus in der Hauptstadt Sanaa einschlug, berichtete ein Krankenhausmitarbeiter der dpa. Einer der Patienten befinde sich in Lebensgefahr.

Nahe des Krankenhauses war es zu Zusammenstößen zwischen Huthi- Rebellen und jemenitischen Soldaten gekommen. Dabei hatte es nach Angaben des Krankenhauses mehrere Granateinschläge gegeben. Patienten seien aus den höheren Stockwerken geflüchtet.

Der schiitische Volksstamm der Huthi kämpft seit nunmehr zwei Wochen gegen die jemenitische Armee sowie gegen Anhänger der sunnitischen Islah-Partei. Die Huthis fühlen sich von der mehrheitlich sunnitischen Regierung des Jemen benachteiligt und fordern deshalb deren Rücktritt. Zehntausende Huthis hatten seit Anfang August mehrmals die Hauptstadt Sanaa blockiert. Nördlich und östlich von Sanaa kam es immer wieder zu blutigen Auseinandersetzungen mit Sicherheitskräften.

Lehrbetrieb an Uni vorübergehend eingestellt

Am Donnerstag hatten sich Huthi-Rebellen auf dem Campus der im Norden gelegenen Iman-Universität Kämpfe mit Regierungstruppen geliefert. Am Freitag waren sie bis zur weiter im Zentrum gelegenen Sanaa-Universität vorgedrungen und hatten die medizinische Fakultät angegriffen. Die Universität habe daraufhin ihren Lehrbetrieb vorübergehend eingestellt, berichtete die jemenitische Nachrichtenseite Yemen Press am Samstag.

Andere Rebelleneinheiten hatten am Donnerstag einen lokalen Waffenstillstand mit der Armee unterzeichnet. Das Abkommen gelte nur für die Provinz Al-Dschauf im Nordosten der Hauptstadt Sanaa, teilten Anwohner der dpa mit. Am Nachmittag hätten sich Truppen beider Seiten aus der Region zurückgezogen.

Die Huthis leben in der Provinz Amran nördlich von Sanaa. Die Regierung sorgt sich unter dem Eindruck der schärfer werdenden Proteste um die Stabilität der an Amran angrenzenden Provinzen Al-Dschauf und Marib. Marib ist eine der wenigen Regionen des armen Landes mit Ölvorkommen. Seit Kurzem geht die Armee daher mit scharfer Munition gegen die Rebellen vor. Hunderte Menschen kamen bei Kämpfen bislang ums Leben.

dpa

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