Ekelfunde in Bäckereien

Kommentar: Hygienemängel gehen Verbraucher etwas an

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Aus dem Müller-Skandal von vor fünf Jahren scheint man nicht gelernt zu haben. Daher braucht es nach den Ekelfunden in bayerischen Bäckereien dringend mehr Transparenz. Ein Kommentar von Dominik Göttler. 

Schaben, Mäuse, Schimmel – fünf Jahre nach dem Müller-Brot-Skandal also der nächste Bericht über Ekelfunde in bayerischen Backstuben. Und wieder fragt sich der Verbraucher: Warum erfahre ich nichts?

Zugegeben: Die Behörden sind in einem gewissen Dilemma: Bei Veröffentlichung der Kontrollergebnisse drohen Klagen der betroffenen Unternehmen. Der Bürger wird deshalb meist nur informiert, wenn eine Gesundheitsgefahr besteht. Doch das reicht nicht aus, wie die von Foodwatch veröffentlichten Fälle zeigen. Denn gravierende Hygienemängel gehen den Verbraucher sehr wohl etwas an – auch wenn er davon vielleicht nicht krank wird.

Die Behörden brauchen Rechtssicherheit, um künftig schneller und umfassender informieren zu können. Dafür muss entweder der Gesetzgeber oder das Bundesverfassungsgericht sorgen. Ob der Verbraucher dann aber wirklich jeden Kontrollbericht vom Kleinbäcker um die Ecke nachlesen können muss, wie Foodwatch fordert, bleibt zu diskutieren. Das kann für Handwerksbetriebe auch bei minderschweren Verstößen schnell zum existenzgefährdenden Pranger werden. Denn so viel ist klar: Auch in einer Backstube kann nicht unter Laborbedingungen gearbeitet werden.

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