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Islamismus-Experte Ahmad Mansour kritisierte bei Markus Lanz das Schweigen vieler Muslime zu den Anschlägen des IS.

TV-Talk bei Markus Lanz 

„Ich schäme mich“: Experte erklärt Unterschied zwischen Islam und Terror

Beim Talk mit Markus Lanz am Mittwoch prangerte der Psychologe und Islamismus-Experte Ahmad Mansour das Schweigen vieler Muslime zum IS-Terror an. Er wählte drastische Worte.

Hamburg – Am Mittwoch war in der ZDF-Talkshow der Islamismus-Experte und Psychologe Ahmad Mansour zu Gast. Im Gespräch mit Markus Lanz kritisierte der 41-Jährige, dass zahlreiche Muslime zu den jüngsten Attentaten der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) – den Anschlag auf das Konzert von Ariana Grande in Manchester, den Terror in London am Wochenende und den Hammer-Angriff in Paris – keine Stellung beziehen. Mansour selbst findet deutliche Worte: „Ich schäme mich, mit den Tätern eine Sprache, eine Religion, ein Buch zu teilen.“ Und weiter: „Ich finde keine Worte, um dies zu beschreiben, außer dieser ganz starken Scham." 

Stärkere Diskussion, um „Ungeheuer“ zu bekämpfen

Mansour geht offen damit um, dass er als Jugendlicher selbst kurz davor stand, sich zu radikalisieren. Er sagt, er habe die Ideologie mit den Terroristen geteilt und sie geliebt. Heute engagiert sich der israelisch-arabische Psychologe neben seiner Arbeit als Programmdirektor bei der European Foundation for Democracy auch bei Hayat, einer Berliner Beratungsstelle gegen Radikalisierung. Außerdem hat er bereits vor zwei Jahren ein Buch veröffentlicht, das heute noch genauso aktuell ist. In „Generation Allah“ fordert Mansour ein Umdenken im Kampf gegen den religiösen Extremismus. Es sei unglaublich, dass Muslime zuließen, „dass unter unseren Augen systematisch eine ganze Generation Allah herangezogen wird“. 

Bei Lanz erklärt der Islamismus-Experte immer wieder, dass er nicht den Islam per se anprangere, wohl aber ein bestimmtes Islamverständnis, über das viel zu wenig kritisch gesprochen werde. „Ich höre immer wieder, dass wir Muslime uns nicht distanzieren sollten, dass das [der Terror] mit unserer Religion nichts zu tun hat.“ Ganz so einfach sei es nicht, denn „diese Menschen sind aus unseren Reihen gekommen“. Um die „Ungeheuer“ zu bekämpfen, fordert Mansour eine deutlich stärkere Diskussion über das Thema.  

„Muslime nicht wie Kuscheltiere behandeln“

Um den Glaubensunterschied zu verstehen, müsse man zuerst den Kern erkennen. Die Anhänger des politischen Islams wollen laut Mansour aus der Opferrolle, in die sie sich durch die westliche Welt gedrängt fühlen, ausbrechen und selbst Täter sein, weshalb sie sich radikalisieren. „Wenn wir Terrorismus bekämpfen wollen, müssen wir die Wurzel erkennen“, so der Vorsitzende Sprecher des Muslimischen Forums Deutschland. Die Verbreitung eines Gottesbilds, das mit Angst und Regeln arbeitet, sei die Basis, an der Radikale ihre Ideologie aufbauen und Jugendliche für sich gewinnen. Jungen Menschen würde mit dem Tod als Selbstmordattentäter ein vermeintlicher Ausweg aus dem Elend und ein besseres Leben im Jenseits versprochen. 

Hinzukomme die Tatsache, dass Muslime laut Mansour oft gerade von linken Politikern „wie Kuscheltiere“ behandelt würden. Das macht der israelisch-arabische Psychologe an einem Beispiel deutlich: Lehrer würden angefeindet und im Zuge der Religionsfreiheit von Linken kritisiert, weil sie fastende muslimische Kinder in der Sommerhitze zum Trinken überreden wollten.

„Vor allem wir Muslime müssen in der Lage sein, der neuen Generation eine Religion anzubieten, die ohne Wenn und Aber hinter Demokratie und Menschenrechten steht“, dafür plädiert Mansour nachdrücklich. „Ein bemerkenswerter Satz“, findet Lanz und der Applaus des Publikums gibt ihm recht. 

Hier gibt es den Talk mit Markus Lanz von Mittwoch in der ZDF Mediathek zum Nachsehen.

mh

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