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In ihrem Buch schreibt Zana Ramadani über eine Begegnung mit Joachim Gauck. 

Angeblicher Vorfall im Schloss Bellevue

„Ich war unangenehm berührt“: Feministin beschreibt Begegnung mit Gauck

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„Ich empöre mich, also bin ich“, ist das erste Kapitel des neuen Buchs von Zana Ramadani überschrieben. Darin beschreibt sie auch eine für sie unangenehme Begegnung mit dem ehemaligen Bundespräsidenten Joachim Gauck.

Berlin - Mit ihrem Buch „Sexismus“ hat die Autorin Zana Ramadani bereits vorab für Schlagzeilen gesorgt. In dem Werk, das in Zeiten der #MeToo-Debatte entstand, beschreibt die 34-Jährige auch eine Begegnung mit dem ehemaligen Bundespräsidenten Joachim Gauck, die sie laut eigener Aussage „unangenehm berührt“ hat.

Ramadani bezieht sich auf einen Vorfall, der sich im Jahr 2016 im Schloss Bellevue ereignet habe. Die 34-jährige Buchautorin, die als frühere Femen-Aktivistin mit hüllenlosem Protest für Schlagzeilen gesorgt hatte, war dort bei einem Empfang zu Gast.

Ramadani beschreibt „peinliche Situation“

Die Begegnung schildert sie in ihrem Buch wie folgt: „Sie ziehen sich doch heute hier nicht aus“, soll Gauck die gebürtige Mazedonierin demnach gefragt haben. Ramadani habe verneint und entgegnet: „Es wäre ja auch nicht so einfach, dieses Kleid auszuziehen.“ Darauf habe der ehemalige Bundespräsident geantwortet: „Wenn nur das das Problem ist, dann kann ich Ihnen helfen.“ Ramadani schreibt in ihrem Buch, dass sich Gauck womöglich einen unbeholfenen Scherz erlaubt habe.

Im Anschluss an die laut ihrem Buch „peinliche Situation“ habe Gauck ihr bei einem gemeinsamen Foto angeblich um die Hüfte gefasst, schreibt die Berliner Gesellschaftsaktivistin. „Ich rechnete fast damit, dass die Hand tiefer rutschte, zum Hintern hin. (…) Ich war unangenehm berührt, aber ich ließ das ,Gaucken‘, wie ich derartiges Betatschen seither nenne, über mich ergehen. Was sollte ich tun? Er war der Bundespräsident“, beschreibt Ramadani den Schnappschuss in ihrem Buch.

„Es ist sein Alter, sage ich mir, er ist anders sozialisiert“

Kein Außenstehender kann bestätigen, dass der von der 34-Jährigen beschriebene Dialog so tatsächlich stattgefunden hat. Ramadani wollte nach dem Vorfall in Schloss Bellevue laut eigener Aussage jedoch nicht auf einen „Empörungszug“ aufspringen. 

„Es ist sein Alter, sage ich mir, er ist anders sozialisiert (...) Und irgendwann kam ich zu dem Ergebnis, er sei zwar ein kleiner Grapscher, aber sicher auch ein Gentleman, der mich wahrscheinlich freigelassen hätte, wenn ich ihn darum gebeten hätte“, fasst die Gesellschaftsaktivistin die Begegnung in ihrem Buch zusammen.

Gauck-Anwalt nimmt Stellung

Über seinen Anwalt lässt Gauck der Berliner Zeitung mitteilen: „Der Anwurf von Frau Ramadani entbehrt jeglicher Grundlage. Liest man ihren Text genau, steht da lediglich, dass Herr Gauck für ein Foto fotoüblich seine Hand um sie gelegt hat und äußert dann lediglich eine Vermutung in ihrem Text, dass die Hand tiefer rutschen könnte, was aber tatsächlich überhaupt nicht geschehen ist. Vor diesem Sachverhalt von einem ,Grapschen‘ zu sprechen, ist schlicht absurd. Ebenso wirft sie ihm bei genauer Lektüre des Textes gerade nicht vor, sie unsittlich berührt zu haben.“

Im Zuge der in der Öffentlichkeit geführten Sexismus-Debatte sah sich Gauck nach einem umstrittenen Statement im Jahr 2013 herber Kritik ausgesetzt. Sieben junge Frauen hatten seinerzeit einen Kritik-Brief an den Bundespräsidenten gerichtet.

Video: Sexismus oder Flirt? Da liegen die Grenzen

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