+
Nach dem Anschlag auf eine hochrangige Isaf-Delegation in Kabul sind die Sicherheitsmaßnahmen drastisch erhöht worden.

Isaf-Delegation attackiert

Identität des Attentäters von Kabul geklärt

Berlin - Die Identität des Attentäters von Kabul, der am Dienstag einen US-General getötet und den deutsche Brigadegeneral Michael Bartscher schwer verletzt hat, ist offenbar geklärt.

Der Anschlag auf hochrangige Nato-Offiziere in Afghanistan ist von einem afghanischen Soldaten verübt worden. Der Mann habe zwei Jahre lang den afghanischen Streitkräften angehört, sagte ein Sprecher des Bundesverteidigungsministeriums am Mittwoch in Berlin. „Seine Motive sind zurzeit noch nicht bekannt.“

Der afghanische Soldat hatte am Dienstag in einer Militärakademie in Kabul das Feuer auf eine Delegation der internationalen Schutztruppe Isaf eröffnet, einen US-General getötet und den deutschen Brigadegeneral Michael Bartscher schwer verletzt. Insgesamt verwundete er 14 afghanische und internationale Kräfte, bevor er selbst von afghanischen Soldaten erschossen wurde. Unmittelbar nach dem Anschlag war noch von 15 verletzten Isaf-Soldaten die Rede gewesen.

Den Gesundheitszustand Bartschers bewertete der Sprecher des Verteidigungsministeriums als stabil. Der Brigadegeneral werde am US-Stützpunkt Bagram behandelt. Über eine Verlegung in das deutsche Einsatzlazarett im nordafghanischen Masar-i-Scharif oder nach Deutschland sollte im Laufe des Tages entschieden werden.

„Die Bundesregierung verurteilt den hinterhältigen und feigen Anschlag aufs Schärfste“, sagte der Ministeriumssprecher. Trotz aller Sicherheitsmaßnahmen würden solche Anschläge aber nie gänzlich ausgeschlossen werden können.

Bartscher war als Berater im afghanischen Verteidigungsministerium tätig. Der Anschlag ereignete sich während eines Treffens der Isaf-Offiziere mit afghanischen Führungspersönlichkeiten.

Bei dem getöteten US-General soll es sich um den 55-jährigen Harold Greene handeln. Nach US-Medienberichten wäre er der ranghöchste US-Soldat, der seit dem Vietnam-Krieg (bis 1975) im Einsatz getötet wurde.

In der Provinz Urusgan im Süden Afghanistans tötete ein Polizist am Dienstagabend sieben seiner Kollegen. Der Angreifer habe Verbindungen zu den Taliban gehabt, sagte ein Sprecher der Provinzregierung. Der Attentäter habe seinen Kollegen am Dienstagabend Drogen ins Essen gemischt und sie dann erschossen. Anschließend sei er mit einem Polizeifahrzeug geflohen.

dpa

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Trumps größte Niederlage? Obamacare-Abschaffung droht erneut zu scheitern
Der wiederholte Versuch von Donald Trumps US-Republikanern, die Gesundheitsversorgung seines Vorgängers Barack Obama zu ersetzen, wird höchstwahrscheinlich fehlschlagen. 
Trumps größte Niederlage? Obamacare-Abschaffung droht erneut zu scheitern
Forsa-Chef: AfD wird sich im Bundestag selbst zerlegen
Berlin - Der Chef des Meinungsforschungsinstituts Forsa, Manfred Güllner, zeichnet ein düsteres Bild für die Zukunft der AfD.
Forsa-Chef: AfD wird sich im Bundestag selbst zerlegen
Dauer-Pfeifkonzert auf dem Marienplatz: So schlug sich Merkel
Wahlkampfendspurt auf dem Marienplatz: Angela Merkel spricht mit heiserer Stimme gegen ein Pfeifkonzert an und warnt vor Rot-Rot-Grün. Derweil gibt Martin Schulz in …
Dauer-Pfeifkonzert auf dem Marienplatz: So schlug sich Merkel
Weniger Öl nach Nordkorea: China setzt verschärfte Sanktionen um
China kündigt Sanktionen gegen seinen störrischen Nachbarn Nordkorea an, will aber den Ölhahn nicht komplett abdrehen. Russlands Außenminister warnt vor weiteren …
Weniger Öl nach Nordkorea: China setzt verschärfte Sanktionen um

Kommentare