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So sah die erste Facebook-Seite von Ilse Aigner aus - jetzt hat sie bald wieder eine neue.

Nichts geht ohne das Netzwerk

Protest passé: Aigner kehrt zu Facebook zurück

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München - Ilse Aigner war einst Riesen-Gegnerin des sozialen Netzwerks Facebook - wegen des ihrer Ansicht nach mangelhaften Datenschutzes. Nun hat sie große Karriereziele - und kehrt zurück.

Früher war sie als Verbraucherschutzministerin die schärfste Facebook-Kritikerin - jetzt kehrt Ilse Aigner nach Informationen unserer Zeitung zurück. Das Netzwerk kann für die ambitionierte CSU-Politikerin noch sehr wichtig werden.

Es war ein Auftritt mit großem Knall: "Aigner zettelt Meuterei im Web an" oder "Keine Lust mehr auf Facebook", lauteten die Überschriften vor fünf Jahren. Im Juni 2010 hatte die damalige Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner (CSU) ihre Facebook-Seite öffentlichkeitswirksam vom Netz genommen. Zuvor hatte sie wochenlang gegen die Datenschutzrichtlinien protestiert - unter anderem in einem offenen Brief an Mark Zuckerberg. Nach einem ergebnislosen Treffen mit Vertretern des Unternehmens sagte Aigner damals, Facebook verstoße gegen das Datenschutzrecht und ignoriere die Privatsphäre seiner Mitglieder. Deshalb trete sie aus, am Thema wolle sie aber dranbleiben.

Gut fünf Jahre später ist Aigner nicht mehr Bundes-, sondern bayerische Landesministerin. Und zu ihrem Themenfeld gehört nicht mehr der Verbraucherschutz, sie kümmert sich nun um Wirtschaft und Medien. Am Donnerstag gibt sie eine Regierungserklärung zum Thema Digitalisierung im bayerischen Landtag ab. Parallel dazu wird auch die Seite „Ilse Aigner Netzwerk“ bei Facebook an den Start gehen. Das Netzwerk sei "ein fester Bestandteil politischer und gesellschaftlicher Kommunikation", sagt Aigner. Sie halte es für sinnvoll, sich als Medien- und Digitalisierungsministerin aktiv und kritisch mit Facebook auseinanderzusetzen.

Aigner hegt nach wie vor Ambitionen, 2018 die Nachfolge von Horst Seehofer als bayerische Ministerpräsidentin anzutreten. Im Wahlkampf bekommen soziale Netzwerke eine immer größere Bedeutung - da wollte die Ministerin wohl nicht länger zusehen. Zumal Markus Söder das Medium, beispielsweise durch einen eigenen Twitteraccount, gut zu nutzen weiß. Aigner will dagegen keinen privaten Account, sondern eine Fanpage betreiben. „Die Kritik an Facebook bleibt bestehen“, so die Ministerin. Sie werde diese auch weiterhin gegenüber Facebook deutlich machen. „Ich bleibe dabei: Facebook muss seine Praxis ändern, die Nutzer über seinen Umgang mit personenbezogenen Daten aufklären und ihre Zustimmung einholen.“

Ein aktuelles Interview mit Ilse Aigner lesen Sie hier.

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