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So will sich Ilse Aigner ab Samstag im Iran zeigen.

Obwohl sie den Zwang ablehnt

Aigner wird bei Iran-Reise Kopftuch tragen

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München - Ilse Aigner will sich auf ihrer Iran-Reise anpassen, auch wenn sie den Zwang eigentlich ablehnt. Also wird sie ab Samstag Kopftuch tragen.

Für Unternehmer ist der Iran derzeit ein vielversprechendes Reiseziel – für die bayerische Wirtschaftsministerin Ilse Aigner jedoch keine einfache Destination. Zum zweiten Mal binnen eines Jahres startet die CSU-Politikerin am Samstag in Richtung Teheran. Von ihrer bislang letzten Reise im vergangenen November brachte die Ministerin nicht nur vielversprechende Kontakte für die bayerische Wirtschaft zurück – sondern auch eine für sie unbequeme politische Diskussion um die Frage: Ist es richtig, dass sich die bayerische Vize-Ministerpräsidentin bei offiziellen Gesprächen unter einem Kopftuch versteckt?

Diesmal sorgt Aigner gleich im Vorfeld für Klarheit: „Ich werde im Iran ein Kopftuch tragen“, kündigt sie gegenüber unserer Zeitung an. Will sie hochrangige Gesprächspartner, kann sie gar nicht anders. „Ich halte mich an die Gesetze des Landes und erwarte umgekehrt, dass sich Gäste in unserem Land an die hiesigen Gesetze und Gebräuche halten“, sagt Aigner. Die Ministerin wird auch damit leben müssen, dass ihr wieder die meisten ihrer Gesprächspartner den Handschlag verweigern.

Aigner hat sich in der Vergangenheit mehrfach gegen die Verhüllung muslimischer Frauen ausgesprochen. Gemeinsam mit ihrer ehemaligen Staatssekretärin im Bundesagrarministerium, Julia Klöckner, setzte sie sich als eine der ersten Politikerinnen für ein Burka- und Nikab-Verbot in Deutschland ein. Sie erwarte, dass auch Touristinnen die hiesigen Sitten akzeptierten. Inzwischen ist die Forderung zumindest in Teilen Konsens in CDU und CSU.

An Aigners Einstellung ändert auch ihr Verhalten in Teheran nichts. „Den Kopftuch-Zwang akzeptiere ich deshalb noch lange nicht“, sagt sie. „Mit dem Kopftuch wird die Frau entwürdigt, verliert ihr menschliches Antlitz und wird zu einem Phantom.“ Respekt vor der Religion schließe Menschenrechtsverstöße nicht ein. Mit den Kleidervorschriften werde die Frau herabgewürdigt. In Deutschland seien sie deshalb undenkbar. „Es ist richtig, dass wir unseren Widerspruch artikulieren“, so Aigner, die im November für ihren verhüllten Auftritt Kritik einstecken musste – auch aus den eigenen Reihen.

Bis Dienstag will Ilse Aigner in der iranischen Hauptstadt bleiben, wo sich derzeit westliche Minister und Unternehmenschefs die Klinke in die Hand geben. Bayerischen Firmen bereitet bislang vor allem der Zahlungsverkehr Probleme, weshalb Aigner gleich mehrere Gespräche mit führenden Bankern plant. Ziel sei es, so ist zu hören, mindestens eine iranische Bank an die Isar zu locken – um künftige Geschäfte mit Teheran zu erleichtern. Deren Mitarbeiter sollen dann jedoch am besten ohne Kopftuch ihren Dienst in Bayern versehen. 

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