+
Der US-Präsident Donald Trump - der Titel könnte sich bald ändern, wenn es nach einem milliardenschweren Geschäftsmann geht.

„The Need To Impeach“

Dieser TV-Spot könnte das Ende der Ära Trump bedeuten

  • schließen

Ein schwer reicher Geschäftsmann will Donald Trump nun über die Medien zu Fall bringen: Mit Hilfe von TV-Spots und einer Petition.

Washington - Seit gut neun Monaten ist Donald Trump Präsident der Vereinigten Staaten - und beinahe ebenso lange sprechen Oppositionspolitiker von einem Amtsenthebungsverfahren. Was mit Reden auf dem Podium bislang nicht so recht Fahrt aufnehmen will, möchte ein US-Milliardär nun mit kräftigem Finanzeinsatz auf anderen Kanälen ins Rollen bringen: Das gute alte Fernsehen soll es richten. 

Der Geschäftsmann Tom Steyer finanziert mit Millionen-Geldern eine Spot-Kampagne im TV und in den sozialen Medien, wie die Washington Post berichtet. Ansehen sollen den Clip zwar die US-Amerikaner. Die eigentlichen Adressaten sind aber die Abgeordneten der Demokraten. Ihnen sollen die Bürger Dampf machen und eine Petition unterschreiben - nachdem sie Steyer eine Liste der bisherigen Verfehlungen Trumps haben aufzählen hören.

„Er ist mental instabil und mit Atomwaffen ausgerüstet“

„Er hat uns an den Rand eines Nuklear-Krieges gebracht, er hat die Justiz und das FBI behindert, er hat Geld von ausländischen Regierungen angenommen und hat gedroht, Medien zum Schweigen bringen, die die Wahrheit berichten“, sagt Steyer in dem Clip. Jetzt sei es an den Bürgern, ihre Abgeordneten unter Druck zu setzen: „Sagt euren Kongress-Abgeordneten, dass sie die moralische Verpflichtung haben, nicht länger das zu tun, was politisch gegeben scheint, sondern das, was richtig ist.“

Ein republikanischer Kongress habe schon einmal für geringere Verfehlungen ein Amtsenthebungsverfahren gegen einen Präsidenten angestrengt, erklärt der Aktivist. Klar sei, dass Trump eine eindeutige, dauerhafte Gefahr darstelle, meint Steyer weiter: „Er ist mental instabil und mit Atomwaffen ausgerüstet.“

Zugleich sandte Steyer Briefe an 50 US-Gouverneure, 2000 Bürgermeister und demokratische Abgeordnete und Kongress-Kandidaten. Er fordert die Politiker auf, sich jetzt für ein Impeachment auszusprechen - und im Fall einer demokratischen Kongressmehrheit bei den Midterm-Wahlen 2018 auch Maßnahmen zu ergreifen.

Milliardär gegen Trump - und gegen Steuerkürzungen

Steyer ist kein Neuling in Sachen politische Kampagnen. Der Fondsmanager hat vor einigen Jahren die Nonprofit-Organisation NextGen America gegründet, die sich für Umweltschutz einsetzt; 2010 versprach er in einer Erklärung, die Hälfte seines Vermögens für wohltätige Zwecke zu spenden. Auch eine eigene Kandidatur für ein offizielles Amt hat Steyer laut Washington Post nicht ausgeschlossen.

Unlängst hatte sich der Geschäftsmann auch in einem weiteren recht bemerkenswerten Video zu Wort gemeldet. Darin erklärte der Milliardär, warum er Steuererleichterungen für Reiche für „dumm“ hält. Auch das: Ein klarer Seitenhieb auf die politische Agenda Donald Trumps.

Zuletzt geriet Donald Trump allerdings auch in republikanischen Kreisen immer weiter in die Kritik. Am Donnerstag meldete sich gar Ex-Präsident George W. Bush mit einer offensichtlich trumpkritischen Rede zu Wort.

Lesen Sie auch: Auf diesen Wegen könnte Trumps-Amtszeit enden - oder weitergehen

fn

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

„Jauchegrube!“: USA treten mit Theaterdonner aus UN-Menschenrechtsrat aus
Unter Donald Trump verabschieden sich die USA aus immer mehr internationalen Institutionen - als nächstes ist wohl der Menschenrechtsrat dran.
„Jauchegrube!“: USA treten mit Theaterdonner aus UN-Menschenrechtsrat aus
Umfrage: CSU käme bundesweit auf 18 Prozent
Bezogen auf ganz Deutschland hatte die CSU bei der vergangenen Bundestagswahl 6,2 Prozent der Stimmen geholt. Sollte die bayerische Regionalpartei bundesweit antreten, …
Umfrage: CSU käme bundesweit auf 18 Prozent
Asyl-Streit: CSU sauer wegen Macron-Treffen - kommt die nächste Eskalation?
Die Asyl-Krise zwischen Angela Merkel und Horst Seehofer spitzt sich zu. Zwei Wochen hat die Kanzlerin nun Zeit, um einen Bruch abzuwenden. Alle Entwicklungen rund um …
Asyl-Streit: CSU sauer wegen Macron-Treffen - kommt die nächste Eskalation?
Merkel und Macron verbünden sich für eine EU- und Asylreform
Im eigenen Land hat Kanzlerin Merkel wegen der Flüchtlingsfrage reichlich Ärger. Da kommt der Rückenwind von Frankreichs Präsident Macron wie gerufen. Der Franzose ist …
Merkel und Macron verbünden sich für eine EU- und Asylreform

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.