Regierungskrise in Thüringen: Irre Wende - Ramelow schlägt Lieberknecht als Ministerpräsidentin vor

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Die „New York Times“ sammelt Beispiele, wie Donald Trump seine Verbündeten auf Twitter falsch zitiert. Sie sieht darin ein Muster.

Trump, Fox News und Twitter

Trump fälscht Zitate seiner Verbündeten – Steckt dahinter ein Muster?

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Die „New York Times“ sammelt Beispiele, wie Donald Trump seine Verbündeten auf Twitter falsch zitiert, und sieht darin ein Muster.

  • Donald Trump auf Twitter: Fake News am Fließband
  • Republikaner: US-Präsident manipuliert Zitate der Republikaner
  • Wie das Impeachment-Verfahren gegen Donald Trump die USA polarisiert

Seit Donald Trump Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika ist, befindet er sich im selbst erklärten Kampf gegen die „Fake News“. Den Begriff twitterte Trump in seinen etwas mehr als tausend Tagen Amtszeit 644 Mal. Als Urheberinnen machte der US-Präsident in den meisten Fällen die beiden renommierten Zeitungen „Washington Post“ und „New York Times“ aus.

Genau die „New York Times“ berichtet nun über einen anderen Verfasser gefälschter Nachrichten: Donald Trump. Der US-Präsident zitierte in einem Tweet am Mittwoch, kurz vor der Abstimmung des US-Repräsentantenhauses über die Amtsenthebung Trumps, aus einem Interview mit Doug Collins, einem republikanischen Kongressabgeordneten und gleichzeitig einem der treuesten Verbündeten Trumps. Collins war zu Gast bei Fox and Friends, Trumps Lieblings-Frühstücksfernsehen-Show, deren Moderatorinnen und Moderatoren er gerne mit spontanen Anrufen überrascht.

Donald Trump macht sich die Welt, wie sie ihm gefällt

Natürlich ging es dort um das Impeachment-Verfahren, das sowohl Fox wie auch Collins für ungerechtfertigt halten. Laut der New York Times sagte Collins dort über die Anklagepunkte der Demokraten: „Sie wollen einfach nur den Präsidenten drankriegen. Also haben Sie am Ende des Tages gesagt: ‚Wir können keine Verbrechen feststellen. Wir haben aber einen vagen Machtmissbrauch. Und wenn wir schon dabei sind, dann werfen wir einfach noch Behinderung des Kongresses dazu, weil wir nicht das bekommen haben, was wir wollten.‘“

Donald Trump machte daraus: „Sie konnten keine Verbrechen finden, also versuchen sie es mit einem vagen Machtmissbrauch und einem Missbrauch des Kongresses, was jede Regierung seit dem Beginn getan hat.“

Donald Trump und die Verbreitung falscher Zitate: Ein Muster wird deutlich

Nun könnte man wohlwollend davon ausgehen, dass Donald Trump einfach nicht genau zugehört hat und den eigentlichen Kern dessen, was Collins sagen wollte, ja richtig wiedergegeben hat: nämlich, dass das Impeachment-Verfahren irregulär und die Anklagepunkte nichtig sind.

Es ist aber nach Recherchen der New York Times bei Weitem nicht das erste Mal, dass Donald Trump Zitate seiner Verbündeten so anpasst oder umschreibt, dass sie ihm noch mehr nutzen, als sie dies in der Originalversion ohnehin schon getan hätten.

US-Kongress leitet Amtsenthebungsverfahren gegen Donald Trump ein

Donald Trump ergänzt Zitate um konkrete Beispiele

In einem Fall soll Trump ein Zitat („Er hat so viele großartige Sachen gemacht“) um konkrete Beispiele („Er hat den IS zerstört, Al Baghdadi getötet und die Mauer gebaut“). In einem anderen Fall soll er aus einem Zitat sogar das komplette Gegenteil gemacht haben: Als Kenneth Starr, Ermittler im Impeachment-Verfahren gegen Bill Clinton, ein Interview auf Fox News gab, sagte er, die Aussage von EU-Botschafter Gordon Sondland würde ein Quid pro quo bestätigen. Trump ersetzte einfach Teile der Aussage von Starr mit dem genauen Gegenteil und ergänzte seine Schlussfolgerung: „Kein Quid pro quo.“

Die Strategie funktioniere deshalb so gut, schreibt die New York Times, weil Donald Trumps Alliierte den US-Präsidenten nur in seltenen Fällen korrigieren würden, wenn er sie falsch zitiert. Mitch McConnell widersprach, als Trump behauptete, der Senator hätte zu ihm gesagt, sein Telefonat mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyi sei „perfekt“ gewesen. McConnell bestritt, zu diesem Zeitpunkt überhaupt mit Trump über das Telefonat gesprochen zu haben.

Donald Trump: Warum die Strategie funktioniert

Doch derartige Situationen gehören zu den Ausnahmen. Die politische Landschaft der USA scheint spätestens seit dem Impeachment-Verfahren gegen Donald Trump derart polarisiert, dass weder die falsch zitierten Republikaner Trump widersprechen, noch seine Anhänger sich davon beeindrucken lassen, dass ihr Präsident beim Lügen erwischt wurde. Und die meisten Moderatorinnen und Moderatoren auf Fox News würden Trump sowieso niemals widersprechen.

All das sorgt dafür, dass Donald Trumps Strategie erfolgreich ist, die Jennifer R. Mercieca, Expertin für politische Rhetorik in den USA, gegenüber der New York Times wie folgt beschreibt: Donald Trump biege „die Realität, um die Welt so aussehen zu lassen, wie er sie sich wünscht“. Nun sorgt Donald Trump auf Twitter einmal mehr für Ärger: Er teilte ein Fake-Foto und zoig damit den Zorn vieler Muslime auf sich.

Unterdessen hat ein Geschäftspartner von Rudy Giuliani im Impeachment-Verfahren gegen Donald Trump die Vorwürfe in der Ukraine-Affäre erhärtet.

Von Daniel Dillmann

Eine Umfrage von der Washington Post zeigt, dass die meisten US-Amerikaner an eine Wiederwahl von Donald Trump glauben. Wählen würden sie trotzdem jemand anders.

Donald Trumps langjährigem Vertrauten Roger Stone drohen viele Jahre Haft. Er soll unter Eid gelogen haben.

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