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Donald Trump hat bei wirrem Vortrag „fast geschrien“ - Wut auf seine Impeachment-Anwälte

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Im US-Senat ist das zweite Impeachment gegen Donald Trump angelaufen. Doch mit der Leistung seiner Anwälte in Washington war der Ex-Präsident sehr unzufrieden.

Washington D.C. - Ziemlich unglücklich - das umschreibt die Gefühlslage von Donald Trump aktuell wohl ganz gut. Denn der ehemalige Präsident soll nach dem ersten Tag seines Impeachment-Verfahrens alles andere als zufrieden sein. Schuld daran sind auch seine eigenen Anwälte. Am Dienstag ist im Senat der Prozess angelaufen, in dem darüber entschieden wird, ob Trump nachträglich seines Amtes enthoben wird.

Während die Demokraten jedoch bestens vorbereitet und wirkungsvoll ihre Sicht darlegten, machte der Auftritt von Donald Trumps Anwälten wenig Eindruck. Nicht nur bei der Gegenseite, sondern auch beim eigenen Klienten. US-Medienberichten zufolge hat der frühere US-Präsident frustriert und wütend auf den Ersten Tag des Amtsenthebungsverfahren reagiert.

Impeachment gegen Donald Trump: Seine Anwälte lassen ihn schlecht aussehen

Besonders unzufrieden sei er mit der Leistung seines Anwalts Bruce Castor gewesen, der im US-Senat als Erster für Trump gesprochen hatte, schrieb die New York Times unter Berufung auf eine namentlich nicht genannte Person. Fast eine Stunde lang hielt Castor eine abschweifende und manchmal beinahe schlafwandlerisch anmutende Rede zur Verteidigung seines Klienten. Dabei lobte er sogar die Präsentation der Demokraten.  „Gut gemacht“, komplementierte er.

Trump soll „fast geschrien“ haben, als er den Vortrag seines Anwalts am Fernseher verfolgte, wie CNN berichtet. Auf einer Skala von eins bis zehn sei seine Wut einer Acht gleichgekommen, so die New York Times. Mehrere Demokraten beschrieben die Worte von Castor als zusammenhangslos und wirr. Selbst einige republikanische Senatoren räumten ein, die Präsentation der Demokraten sei besser gewesen. Daran konnte auch der Auftritt von Trumps zweiten Anwalt, David Schoen, nichts mehr ändern, obwohl er deutlich lebhafter vortrug. Er hatte argumentiert, das Impeachment-Verfahren werde für politische Zwecke missbraucht, die Demokraten hätten es nur eingeleitet, um Trump „von der politischen Bühne zu entfernen“.

Donald Trump ist wütend: Er kann die Ereignisse nicht auf Twitter kommentieren

Es ist nicht das erste Mal, dass Donald Trump in diesem zweiten Impeachment-Prozess Probleme mit seinen Rechtsvertretern hat. Eine Woche vor Beginn des Verfahrens im Senat war die Zusammenarbeit der fünf vorgesehenen Verteidiger mit Trump abrupt
beendet worden. Grund sollen Differenzen bei der Strategie gewesen sein. Auch von den Anwälten aus dem ersten Impeachment-Verfahren hatte sich keiner bereit erklärt, erneut die Verteidigung zu übernehmen. Ein erneuter Wechsel im laufenden Verfahren dürfte trotz aller Unzufriedenheit also unwahrscheinlich sein.

Besonders schwierig soll für Trump sein, dass er sich momentan einzig auf seine Verteidiger verlassen muss. Denn anders als beim ersten Amtsenthebungsverfahren vor rund einem Jahr kann Trump die Vorgänge diesmal nicht über Twitter kommentieren -
wegen der Sperre seines Kontos durch den Kurznachrichtendienst. Diese war nach den schweren Ausschreitungen am Kapitol verhängt worden.

Zweites Amtsenthebungsverfahren: Erfolgsaussichten für Demokraten sind sehr niedrig

Dass der 74-Jährige wegen „Anstiftung zum Aufruhr“ verurteilt wird, scheint trotz allem sehr unwahrscheinlich. Für einen Schuldspruch wird im Senat eine Zweidrittelmehrheit benötigt. Neben den 50 demokratischen Senatoren müssten also auch 17 Republikaner gegen Trump stimmen. Diese Verhältnisse zeichnen sich nicht ab. Aktuell stimmen nur sechs republikanische Senatoren mit den Anklägern. Diese Aussicht schien Trump aber zumindest am ersten Tag des Impeachments nicht beruhigen zu können. (mam/dpa)

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