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Florian von Brunn erzwingt die Urwahl in der SPD. 

Der Wahlkampf hat begonnen

Er will neuer Chef der Bayern-SPD werden

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In der Bayern-SPD bahnt sich ein Kampf und den Landesvorsitz an. Überraschend hat sich ein Gegenkandidat für Natascha Kohnen gefunden. Florian von Brunn will eine Neuanfang und setzt auf die Euphorie-Welle um Martin Schulz.

München – Die Erklärung, die das Rennen in der Bayern-SPD eröffnet, kommt gestern um kurz vor zehn. Er habe schon den amtierenden Landeschef Florian Pronold und die Bezirksvorsitzenden informiert, dass er als Landesvorsitzender kandidieren möchte, verbreitet der Landtagsabgeordnete Florian von Brunn schriftlich. Damit ist klar: Aus der Kandidatur von Natascha Kohnen wird ein Wettbewerb.

Und für die Mitgliederbefragung, die im März starten soll, könnten sogar noch Bewerber dazukommen. Ein Kollege aus der Landtagsfraktion, der Kohnen selbst angehört, als Konkurrent – das kommt auch für sie überraschend. Auch wenn sie betont, sie sei „tiefenentspannt“. Dass von Brunn keinen Kuschelkurs fahren wird, deutet der 48-jährige Münchner schon mal an. Er halte „einen echten personellen Neuanfang“ für notwendig, schreibt er. „Nach acht Jahren mit dem Landesvorsitzenden Florian Pronold und der Generalsekretärin Natascha Kohnen an der Spitze kann ein Wechsel meiner Partei nur guttun.“

Das ist deutlich. Pronold hatte Anfang des Monats überraschend erklärt, beim Parteitag im Mai nicht mehr anzutreten. Er hatte gleich Kohnen als Wunschnachfolgerin vorgeschlagen – was bei vielen in der Partei nicht gut ankam. Etliche Mitglieder wünschen sich – gerade nachdem in Berlin Hoffnungsträger Martin Schulz übernommen hat – auch in Bayern einen grundlegenden Neuanfang. Eine Stimmung, auf die offenbar auch von Brunn baut. Kohnen ist zwar in Unterbezirken und Ortsvereinen wesentlich bekannter, besser vernetzt. Aber er kann den Unverbrauchten geben wie Schulz in Berlin.

Auf sieben Regionalkonferenzen sollen sich die Kandidaten ab März vorstellen. Dabei unterscheiden sich die Angebote auf den ersten Eindruck nicht so sehr. „Politisch gesehen kommen wir aus einem ähnlichen Stall“, meint Kohnen. Beide sind ökologisch orientiert. Er als Umweltpolitiker, sie als Biologin und Energiepolitikerin. Beide wollen auf soziale Gerechtigkeit setzen, mehr für Familien tun, etwa mit kostenlosen Kitas. Von Brunn geht schon in den Wahlkampfmodus über: Natascha Kohnen habe in den vergangenen acht Jahren genug Zeit gehabt, mehr Mitgliederbeteiligung durchzusetzen. Passiert sei zu wenig. Er stehe für eine „harte Auseinandersetzung“ mit der CSU. Zuletzt hatte er sich mit einiger Zähigkeit auf die in der Bayern-Ei-Affäre schlingernde Umweltministerin Ulrike Scharf eingeschossen. Kohnen hatte dagegen betont, sie wolle das „Abarbeiten an der Staatsregierung“ zurückfahren.

In den vergangenen Tagen arbeitete von Brunn schon an seinem Netzwerk. Er nahm Kontakt zur Basis-Initiative „Zeit für die Mutigen“ auf, die mit ihrem rauschebärtigen Überraschungskandidaten Walter Adam auf dem vergangenen Wahlparteitag für Furore gesorgt hatte. Man tauschte sich aus, hörte genau hin. Die Initiative liebäugelt indes noch immer mit einem eigenen Kandidaten. Ende des Monats trifft man sich. Kürzlich habe sich ein interessierter junger Mann bei ihm gemeldet, der gerne seinen Hut in den Ring werfen würde, sagt „Mutigen“-Sprecher Markus Käser. Bei den bisherigen Kandidaten werde es nicht bleiben. Auch in der SPD-Arbeitnehmervereinigung „Afa“ denkt man noch über einen eigenen Vorschlag nach. Am Samstag soll eine Entscheidung fallen, sagt Klaus Barthel, Afa-Chef. Pikant: Von Brunn war lange Mitarbeiter Barthels. Bald schon könnten sie Konkurrenten sein.

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