Kritik an britischer Regierung

Institut zum Brexit: "Schweigen ist keine Strategie"

London - Ein unabhängiger Think Tank hat die britische Regierung kritisiert, weil sie ihre Pläne und Zeitpläne für den Brexit geheim hält.

„Schweigen ist keine Strategie“, heißt es in dem Bericht des Institute for Government. Premierministerin Theresa May müsse rasch klarstellen, wie sie die Verhandlungen mit der EU gestalten will. Vor allem solle sie sagen, wann sie die Verhandlungen beginnen möchte. Das Schweigen darüber verunsichere.

Zugleich errechnete das Institut, die Verhandlung würden London jährlich rund 65 Millionen Pfund (75,4 Millionen Euro) kosten. Die zuständigen Ministerien müssten dazu mindestens 500 zusätzliche Beamte anstellten.

Die Briten hatten im Juni per Referendum mit breiter Mehrheit entschieden, dass London aus der EU ausscheiden solle. Dazu muss die Regierung formelle Austrittsverhandlungen mit Brüssel beginnen.

May signalisierte bisher lediglich, dass sie dies nicht vor Jahresende tun werde - die EU hatte zunächst auf einen rascheren Beginn gedrängt. Die sehr komplizierten Verhandlungen dürften zwei Jahre dauern.

Das Institut kritisierte auch, dass drei Ministerien mit dem Thema Brexit befasst seien: Das Außenministerium, das neu geschaffene „Brexit-Ministerium“ sowie das Ministerium für Internationalen Handel. Dies führe zu politischen Reibungsverlusten.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa (Symbolbild)

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Josefa Schmid beschuldigt Bamf-Chefin Cordt wegen brisanter Aussage über sie
Wollte das Bamf Josefa Schmid mundtot machen? Interne Dokumente zum Bamf-Skandal legen den Verdacht nahe. Eine weitere Anschuldigung an die Bamf-Chefin Cordt aus diesen …
Josefa Schmid beschuldigt Bamf-Chefin Cordt wegen brisanter Aussage über sie
Bamf-Vorgesetzter drohte Josefa Schmid: „Wenn noch ein Bericht über Sie erscheint, dann ...“
Der Bamf-Skandal weitet sich aus: Interne Dokumente scheinen zu belegen, dass die Behörde die leitende Mitarbeiterin mundtot machen wollte, die die Misstände ans Licht …
Bamf-Vorgesetzter drohte Josefa Schmid: „Wenn noch ein Bericht über Sie erscheint, dann ...“
Niederlande: Russland für MH17-Abschuss verantwortlich
Vor knapp vier Jahren wurde ein Passagierflugzeug über der Ostukraine abgeschossen. 298 Menschen starben dabei. Die Ermittler legen nun Beweise gegen Russland vor. Der …
Niederlande: Russland für MH17-Abschuss verantwortlich
Iran sieht Chance für Fortsetzung des Atomabkommens
Es gab keine konkreten Ergebnisse nach dem Atomtreffen in Wien. Dennoch zeigt sich Teheran zuversichtlich, dass es mit dem Deal auch ohne die USA klappen könnte.
Iran sieht Chance für Fortsetzung des Atomabkommens

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.