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Josefa Schmid.

Asyl-Skandal schlägt hohe Wellen

Interne Dokumenten im Bamf-Skandal: Schmid wirft Vorgesetzten „Racheakt“ vor

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Der Bamf-Skandal weitet sich aus: Interne Dokumenten scheinen zu belegen, dass die Behörde die leitende Mitarbeiterin mundtot machen wollte, die die Misstände ans Licht brachte. 

München - Die Affäre um das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Bamf) weitet sich immer weiter aus. Jetzt wurde der Onlineredaktion von Merkur.de und tz.de (hier geht es zum ausführlichen Bericht)* die 21-seitige Beschwerde Josefa Schmids zugespielt, die an das Oberverwaltungsgericht Bremen ging - mit höchst brisanten Details, datiert vom 22. Mai 2018. Auch die Zeit berichtet darüber.

Darin erhebt Schmid den Vorwurf, ihre Versetzung sei eine „Bestrafung“ und habe den „Charakter eines Racheakts“. Im Mai hatte die Nürnberger Bamf-Zentrale die Regierungsdirektorin aus Bremen abgezogen und in die Außenstelle im bayerischen Deggendorf versetzt. Laut Schmid geschah dies „willkürlich“.

Dem Bamf ging es demnach „nur um die Vermeidung einer verheerenden Außenwirkung“. Das Gesprächsprotokoll (liegt der Redaktion vor) zeige die „Sorge um den Ruf des Amtes“ und dass die Geschichte mit Frau B. (Schmids Vorgängerin in Bremen) nicht an die Öffentlichkeit kommen dürfe“, zumal „wohl auch Mitarbeiter aus der Zentrale in die Vorgänge verstrickt“ seien. Eigene Ermittlungen im Fall B. gingen demnach nicht, teilte ein leitender Mitarbeiter in dem Gespräch Schmid mit. Präsidentin Cordt soll demnach zudem verfügt haben, „dass die Zahl der Personen, die darüber informiert seien, klein gehalten“ werden müsse. 

Seehofer greift hart durch und verbietet Bremer Bamf-Außenstelle Asylentscheidungen

Von einem Vorgesetzten soll Schmid mündlich eingeschüchtert worden sein: Sie versichert an Eidesstatt, dass dieser gesagt haben soll: „Wenn noch ein weiterer Bericht über Sie im Zusammenhang mit dem Bremer Asylskandal veröffentlicht wird, werden Sie abgezogen. Mit dem Innenministerium des Bundes ist das so vereinbart.“

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