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Georg Fahrenschon trat 2011 als Bayerns Finanzminister zurück und wechselte zu den Sparkassen.

Nach Wechsel zu Sparkassen

Interne Gegner ärgern Georg Fahrenschon

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München - Nach seinem Wechsel zu den Sparkassen hat Ex-Minister Fahrenschon kein süßes Leben. Interne Gegner wollen ihn zermürben. In der CSU wird über eine Rückkehr spekuliert.

Der Mann am Pult war müde und blass, er verhaspelte sich, sah unglücklich aus. Es sei halt alles „hochemotional“, sagte Georg Fahrenschon entschuldigend. An jenem 3. November 2011 trat er mit sofortiger Wirkung als Bayerns Finanzminister zurück. In Saal S 103 der Staatskanzlei endete eine hoffnungsvolle Polit-Karriere.

Damals war das ein politisches Beben. Fahrenschon hatte Gewicht: Er galt als hoch kompetent und ein bisschen dröge, für einen Kassenwart eine gute Kombination. Den ausgeglichenen Staatshaushalt sah man bei ihm in besten Händen. Aus Berlin hieß es, die Kanzlerin schätze ihn. Dann aber verließ den eigentlich uneitlen Oberbayern die Freude an der Politik, ihren Macht- und Ränkespielen. Hinter den Kulissen fädelte er den Wechsel zum Sparkassenverband in Berlin ein, angeblich für Millionen.

Die Umstände waren, da hat er recht, hochemotional: Die Parteifreunde band er nicht ein, sein Ministeriumssprecher log nachfragende Journalisten direkt an. Erst als der Abschied feststand, erfuhr es Horst Seehofer – und zwar kurioserweise aus der Zeitung, erst später gab es lauwarme SMS (...„nach reiflicher Überlegung“...). Man kann nicht sagen, dass der Regierungschef das lustig fand. Er hatte große Schwierigkeiten, die Stelle nachzubesetzen, und das mitten im hochsensiblen EU-Beihilfeverfahren der Landesbank.

Das hilft bei der Einordnung des leisen Grollens, das sich derzeit durch die CSU zieht. Auf den Fluren des Parteitags am Samstag kursierte die teils sorgenvolle Einschätzung, den 46-Jährigen ziehe es zurück in die Politik. „Der hat die Schnauze voll von den Sparkassen“, hieß es.

In der Tat ist Fahrenschons Alltag im Sparkassen- und Giroverband wenig harmonisch. Hartnäckige Kritiker lancieren Papiere und Kommentare, die für den Verbandschef unangenehm sind. Die „SZ“ schrieb von Plänen, sein Amt aufzuteilen. „Das Manager Magazin“ berichtete Mitte November über eine interne Analyse, wonach die Sparkassen im Privatkundengeschäft defizitär seien und schlechter als die private Konkurrenz, etwa die Commerzbank. Ein Defizit in Zeiten von Niedrigstzinsen und EU-Regulierung ist wahrlich keine Überraschung. „Ein schwerer Schlag für Fahrenschon“, urteilte dennoch das Magazin.

Aus einer Vorstandsklausur wurde durchgestochen, wie der Ökonom mit Plänen zur Digitalisierung in der Sparkassen-Gruppe ausgebremst wurde. Die „Welt“ berichtet, dass sich die mächtigen regionalen Verbände, selbst aus dem Süden, gegen den Präsidenten wenden: „Fahrenschon sitzt alles andere als fest im Sattel“, wird ein Insider zitiert, eine Vertragsverlängerung 2018 sei sehr unwahrscheinlich. Als ein Gegner gilt der westfälische Sparkassenverbands-Chef Rolf Gerlach, der den Posten auch haben wollte.

Politisch ist Fahrenschon in der Jungen Union großgeworden. Ihm dürfte also keine Intrige fremd sein. Spaß bereitet ihm das aber sichtlich nicht. Er kenne die Gegner genau, heißt es im Verband, er beginne sich gegen „die Herrschaften“ zu wehren. „Es soll nicht einreißen, aus vertraulichen Sitzungen Medien zu berichten, nur um den jeweils anderen schlecht aussehen zu lassen“, sagte er laut Protokoll der Mitgliederversammlung. „Für Sparkassenverhältnisse ist er derzeit sehr angriffslustig und entscheidungsfreudig“, sagen Vertraute. Banker berichten, die großen Institute stünden, sollten die Verbände auch wackeln, hinter ihm.

Kämpfen also – denn der Rückweg steht nach diesem Abgang nicht offen. Fahrenschon hatte zwar Freunde in seiner Polit-Generation, etwa hält der Kontakt zu Markus Söder und Ilse Aigner. Sein Erbe aber ist verteilt. Der eine ist jetzt Finanzminister, die andere Oberbayern-Chefin der CSU, was Fahrenschon auch gern geworden wäre. Beide erwecken nicht den Eindruck, Sehnsucht nach einem Rückkehrer zu haben. Auch in Berlin sind alle Ämter weg. Ein Rückweg via Ochsentour wäre noch schwieriger: Die Landtagsmandate im Münchner Süden sind fest vergeben, auch für den Bund gibt es, selbst wenn ein Wahlkreis hinzu käme, reichlich Interessenten. Zudem trägt man Fahrenschon nach, dass er sich bis April 2012 an sein Landtagsmandat klammerte.

In sehr hohen CSU-Kreisen wird deshalb, rein vorsorglich, eine rüde Warnung an den lieben Georg gesendet: „Wer sich vom Acker macht in der schwierigsten Zeit, der braucht nicht zurückkommen.“

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