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dpa-Journalistin Kristina Dunz.

Interview mit dpa-Journalistin Kristina Dunz

Sie brachte Trump aus der Fassung: „Es ist absurd“

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Washington - Mit zwei kritischen Fragen an die Adresse von US-Präsident Donald Trump ist die dpa-Reporterin Kristina Dunz weltbekannt geworden. Wir haben mit ihr über ihre Begegnung mit Trump gesprochen.

Warum ist es plötzlich etwas anderes, im Weißen Haus eine Frage zu stellen als in der Bundespressekonferenz?

Kristina Dunz: Das war schon vorher ein Unterschied. In der Bundespressekonferenz sind wir die Hausherren, im Weißen Haus oder auch im Bundeskanzleramt sind wir als Journalisten zu Gast. Die große Aufmerksamkeit für diese eigentlich ganz normale Frage zeigt aber die schwierige Situation, in der sich die kritische Presse in den USA derzeit befindet. Bisher hatten alle Journalisten in den Pressekonferenzen des Weißen Hauses die Gelegenheit, ihre Fragen zu stellen. Trump unterbindet das, er lässt kritische Kollegen gar nicht erst zu Wort kommen oder er beschimpft sie als „Fake News“.

Sie haben Ihre Fragen ganz cool gestellt – hatten Sie keine Sorge, selbst auch zum Opfer einer solchen Schimpf-Attacke des Präsidenten zu werden?

Dunz: Nein, das Risiko ist schon eingepreist. Ich hatte es außerdem auch nicht erwartet, weil der US-Präsident damit ja bereits schlechte Erfahrungen gemacht hatte. Trotzdem ist da natürlich eine gewisse Aufregung, im Sinne einer Gesamtanspannung. Ich freue mich, wenn es cool gewirkt hat – innerlich sah es aber etwas anders aus.

Dunz: „Mich würde interessieren, wovor er eigentlich Angst hat“

Waren Sie mit der Antwort Trumps eigentlich zufrieden?

Dunz: Meine Frage zum Thema Pressevielfalt hat er ja leider nicht beantwortet. Dabei würde es mich wirklich interessieren, wovor er eigentlich Angst hat, wenn es um den Umgang mit der freien Presse geht. Und auch, warum er selbst Falschmeldungen verbreitet, wie etwa als er vor Anhängern einen – frei erfundenen – Terror-Anschlag in Schweden angedeutet hat. Die Frage zur wirtschaftlichen Abschottung hat ihn sichtlich gewurmt: Obwohl er einen klaren Isolations-Kurs vorantreibt, hat er versucht, sich als Freund des freien und fairen Handel zu präsentieren.

Video: Das besprach Merkel mit Trump

Wie sehr hat die große Aufmerksamkeit nach der Pressekonferenz Sie überrascht?

Dunz: Sehr. Eigentlich habe ich ja nur meinen Job gemacht, die Fragen waren ja nicht härter oder kritischer als bei jeder anderen Pressekonferenz. Es ist absurd: Wir Deutschen haben von den Amerikanern die Pressefreiheit gelernt – und jetzt müssen die kritischen US-Journalisten darauf hoffen, dass wenigstens die deutschen Kollegen dem US-Präsidenten eine kritische Frage stellen können.

Interview: Marc Kniepkamp/ Video: snacktv

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