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US-Außenminister John Kerry.

Gegen ISIS

Kerry: USA würden im Irak mit Iran kooperieren

Washington - Die USA sind nach den Worten von Außenminister John Kerry in der Irak-Krise grundsätzlich offen für eine Zusammenarbeit mit dem einstigen Erzfeind Iran.

"Ich würde nichts ausschließen, was konstruktiv sein könnte", sagte Kerry in einem am Montag veröffentlichten Interview mit der Nachrichtenseite "Yahoo News" auf die Frage, ob er sich auch eine militärische Kooperation mit Teheran vorstellen könne. Die ISIS-Rebellen eroberten unterdessen Teile der nordirakischen Stadt Tal Afar.

Grundsätzlich befürworte die US-Regierung "jeden konstruktiven Prozess, der die Gewalt verringert, den Irak zusammenhält (...) und die Präsenz von ausländischen terroristischen Kräften beendet", sagte Kerry. Zunächst müsse aber klar sein, "wozu der Iran bereit oder nicht bereit wäre". Der iranische Präsident Hassan Ruhani hatte am Wochenende überraschend eine Zusammenarbeit mit den USA im Kampf gegen die sunnitischen ISIS-Extremisten im Irak angeregt.

Peter Scholl-Latour: Iran könnte ISIS im Irak angreifen

Das "Wall Street Journal" berichtete unter Berufung auf US-Regierungsvertreter, Vertreter der USA und Irans wollten noch in dieser Woche zu ersten Beratungen über die Irak-Krise zusammentreffen. Kerrys Stellvertreter Bill Burns hielt sich am Montag ebenso wie der iranische Außenminister Mohammed Dschawad Sarif zu Gesprächen über das iranische Atomprogramm in Wien auf. Ein US-Regierungsvertreter sagte, es könne "sein, dass es am Rande einige Unterredungen" zur Irak-Krise geben werde.

Kerry: Nachdenken über Drohnenangriffe

Kerry bekräftigte, dass Washington auch über Drohnenangriffe gegen ISIS nachdenke. US-Präsident Barack Obama prüfe "jede verfügbare Option", sagte der US-Außenminister. Obama hatte am Freitag den Einsatz von Bodentruppen im Irak ausgeschlossen, sich die Möglichkeit von Luftangriffen aber offen gehalten. Washington entsandte bereits den Flugzeugträger "USS George H.W. Bush" in die Region, am Montag traf ein weiteres US-Kriegsschiff mit 550 Marineinfanteristen an Bord im Persischen Golf ein.

Angesichts von Berichten über ein Massaker der sunnitischen ISIS-Kämpfer an 1700 schiitischen Soldaten könnten die USA nicht tatenlos bleiben, sagte Kerry. "Man muss diese Morde stoppen und tun, was dazu notwendig ist - aus der Luft oder auf andere Weise."

Kämpfer der sunnitischen Extremistengruppe Islamischer Staat im Irak und in der Levante (Isil/ISIS) eroberten unterdessen Teile der mehrheitlich von Schiiten bewohnten Stadt Tal Afar im Norden des Landes. Verwaltungschef Abdulal Abbas berichtete, in der Stadt gebe es Tote, Verletzte, Chaos und Flüchtlinge. Rund 200.000 Menschen, fast die Hälfte der Bevölkerung, seien geflohen.

Tal Afar ist für die irakische Armee ein wichtiges Bollwerk zwischen den von den ISIS-Kämpfern kontrollierten Gebieten im Irak und im benachbarten Syrien. Der Verlust der Stadt wäre ein weiterer Rückschlag für die Armee, die dem vor einer Woche begonnenen Vormarsch der Extremisten zunächst nur wenig Widerstand entgegengesetzt hatte. Am Wochenende startete sie dann eine Gegenoffensive und meldete die Rückeroberung zweier Städte nördlich von Bagdad.

Das ist die Terrorgruppe ISIS

Terrorgruppe in Syrien: Das will der Islamische Staat

AFP

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