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Am Tag vor der Wahl bereiten Männer aus Bangladesch Wahlkampfposter vor.

Rund 24,5 Millionen Wahlberechtigte

Iraker wählen erstmals seit Sieg über den IS neues Parlament

Zum ersten Mal seit dem Sieg über die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) haben die Iraker am Samstag ein neues Parlament gewählt.

Bagdad - Bei den Parlamentswahlen war kein klarer Favorit abzusehen. Die Schiiten sind gespalten, die Kurden geschwächt und die traditionellen Parteien der Sunniten weitgehend an den Rand gedrängt. Zahlreiche Wähler forderten bei der Stimmabgabe ein Ende der weit verbreiteten Korruption im Land.

Rund 24,5 Millionen Wahlberechtigte waren aufgerufen, die 329 Mitglieder des Parlaments in Bagdad neu zu bestimmen. Dafür bewarben sich knapp 7000 Kandidaten, etwa 2000 von ihnen waren Frauen. Insgesamt traten 87 Parteilisten bei der Wahl an. Mit ersten Ergebnissen wird am Dienstag gerechnet.

Auch wenn die Regierung vor fünf Monaten den Sieg über die sunnitische IS-Miliz verkündete, herrschte am Samstag Angst vor angedrohten Anschlägen der Dschihadisten. Rund 900.000 Sicherheitskräfte waren im Einsatz, um den Urnengang zu schützen. Der IS hatte 2014 ein "Kalifat" im Irak und Syrien ausgerufen. Auch nach der Vertreibung des IS sind noch mehr als zwei Millionen Iraker Binnenflüchtlinge.

Wähler beklagen anhaltende Korruption

Zahlreiche Wähler beklagten, dass immer noch die selben alten Namen auf den Spitzenplätzen der Wahlzettel stünden. "In den vergangenen drei Legislaturperioden haben die Korrupten dieselbe Komödie gespielt, um das Land im Griff zu behalten", sagt der Lehrer Ahlam Hamsa aus Hilla. "Nun ist es eine nationale Pflicht, sie loszuwerden."

Auch der Rentner Taher Mahmud aus Basra zeigt sich entschlossen: "Wir werden nicht zulassen, dass die Korrupten wieder an die Macht kommen, weil sie nicht für das Allgemeinwohl, sondern nur für ihre eigenen Interessen arbeiten."

Viele Iraker machen Ministerpräsident Haidar al-Abadi für die weit verbreitete Korruption im Land verantwortlich. Er hofft auf eine weitere Amtszeit, da es unter ihm gelungen ist, die Dschihadisten zurückzudrängen und eine Abspaltung der Kurden zu verhindern. Er präsentiert sich als Verfechter einer Politik des Ausgleichs zwischen Schiiten und Sunniten sowie zwischen Teheran und Washington.

Die "Siegesallianz" al-Abadis wird herausgefordert von den beiden ebenfalls schiitischen Blöcken von Ex-Regierungschef Nuri al-Maliki und dem Milizenführer Hadi al-Ameri. Obwohl viele Iraker al-Maliki für die verheerende Niederlage der irakischen Armee gegen die IS-Miliz im Sommer 2014 verantwortlich machen, hat er weiter einen gewissen Rückhalt.

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Al-Ameri gilt vielen Irakern wegen seiner Rolle im Kampf gegen die Dschihadisten als Kriegsheld. Der frühere Verkehrsminister, der eng mit den iranischen Revolutionsgarden verbunden ist, fordert den kompletten Abzug der US-Soldaten und wendet sich gegen al-Abadis vorsichtige Außenpolitik, die die enge Bindung zum Iran durch eine Annäherung an dessen Rivalen Saudi-Arabien auszugleichen versucht.

Neben al-Abadi, al-Maliki und al-Ameri wirbt auch der schiitische Prediger Moktada al-Sadr um die Stimmen der Schiiten. Für die Wahl ist der Geistliche ein Bündnis mit den Kommunisten eingegangen.

Deutliche Verluste dürften die Parteien der Kurden erleiden. Sie sind geschwächt, nachdem ein kontroverses Referendum über die Unabhängigkeit der kurdischen Autonomieregion im September dazu geführt hat, dass die Zentralregierung den Kurden einen Teil ihrer Gebiete abgenommen hat. Laut Umfragen könnten sie rund ein Dutzend ihrer bisher 62 Sitze einbüßen.

AFP

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