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Prozess in Berlin

Irakischer Ex-Soldat wegen Kriegsverbrechen vor Gericht

Berlin - Ein früherer irakischer Regierungssoldat muss sich ab Mittwoch vor dem Kammergericht Berlin wegen mutmaßlicher Kriegsverbrechen verantworten.

Rami K. soll mit den abgetrennten Köpfen von Kämpfern der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) posiert und die Aufnahmen im Internet verbreitet haben. Der 28-Jährige kam im Jahr 2015 als Flüchtling nach Deutschland. Im August vergangenen Jahres wurde er auf Antrag der Bundesanwaltschaft verhaftet.

Rami K. kämpfte in den Reihen der irakischen Streitkräfte gegen IS-Mitglieder. Im März 2015 war er an Gefechten nahe der Stadt Tikrit rund 200 Kilometer nördlich von Bagdad beteiligt. Nach Erkenntnissen der Ermittler befahl ihm dort ein Offizier, zwei abgetrennte Köpfe gegnerischer Kämpfer an den Haaren hochzuhalten und sich so fotografieren zu lassen.

Durch sein Verhalten habe Rami K. die Getöteten verhöhnt und in ihrer Totenehre herabgewürdigt, heißt es in der Anklage. Dies sei gemäß dem Völkerstrafgesetzbuch ein Kriegsverbrechen.

Der Beschuldigte war der Staatsanwaltschaft zufolge geständig. Wegen der Vorwürfe sitzt er seit seiner Festnahme in Untersuchungshaft. Es sind drei weitere Verhandlungstermine bis einschließlich 2. März angesetzt.

Der IS kontrolliert seit mehr als drei Jahren große Gebiete des Iraks. Erst mit Hilfe internationaler Streitkräfte gelang es der Regierungsarmee die IS-Kämpfer zurückzudrängen. Internationale Menschenrechtsorganisationen kritisierten wiederholt das Vorgehen der irakischen Armee und mit ihr verbündeter Milizen.

So sollen insbesondere schiitische Milizen Kriegsgräuel sowohl gegen IS-Kämpfer und als auch gegen sunnitische Zivilisten verübt haben. Deutschland ist aktiv an der Ausbildung und Ausrüstung der irakischen Streitkräfte sowie der kurdischen Peschmerga-Kämpfer im Nordirak beteiligt.

afp

Rubriklistenbild: © dpa

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