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Tage des Abschieds: Vor der Amir-Kabir-Universität gedenken Iraner der Opfer des Flugzeugabsturzes.

Die Stimmung ist gekippt

„Tod den Lügnern“: Droht dem Iran eine Revolution?

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Iran: Nach dem Eingeständnis Teherans, ein Flugzeug versehentlich abgeschossen zu haben, kippt die Stimmung in der Bevölkerung - und Trump twittert auf Farsi.

  • Nach dem Abschuss eines Flugzeugs kippt im Iran die Stimmung auf den Straßen.
  • Droht dem Mullah-Regime nun gar eine Revolution?
  • Donald Trump schlägt sich auf die Seite des Volkes.

München/Teheran – Die Zeilen sind unmissverständlich. Von einem „großen Desaster“ ist die Rede, einem „unverzeihlichen“ Akt, dessen Konsequenzen eindeutig seien: „Entschuldigt Euch! Tretet zurück!“ Es ist nicht die internationale Presse, die da nach dem Abschuss eines ukrainischen Verkehrsflugzeuges so hart mit der iranischen Regierung ins Gericht geht. Es sind die nationalen Medien.

Auch auf den Straßen ist der Ton nun ein anderer. „Tod den Lügnern“, skandierte die Menge am Samstag, als die Proteste gegen die Führung des Landes erstmals anschwollen. Mehrere hundert Menschen demonstrierten vor der Amir-Kabir-Universität im Zentrum von Teheran, auch die Parole „Nieder mit Chamenei“ war zu hören. Sie richtete sich gegen das religiöse Oberhaupt. Gestern folgten Proteste vor zwei weiteren Hochschulen.

Iran-Demonstrationen: „Tod den Lügnern“ - Die Stimmung kippt gerade

Die Stimmung kippt gerade, zumindest in Teilen der Gesellschaft. Videos von Demonstranten, die mit Tränengas attackiert werden, und Studenten, die den Feind nicht mehr in den USA, sondern im eigenen Land sehen, illustrieren, wie sehr es im Lande gärt. Fast noch eindrucksvoller sind jene Aufnahmen, auf denen Menschen trotz großen Gedränges einen Bogen um die aufgemalten Flaggen der USA und Israels machen, statt darüber zu trampeln, wie es das Regime will.

Die Bilder der Massenproteste gegen die Tötung des iranischen Generals Soleimani, der zum Märtyrer verklärt wurde, und die Hassparolen gegen die USA sind noch frisch. Doch seit Samstag und dem späten Eingeständnis, die Passagiermaschine entgegen allen Beteuerungen doch abgeschossen zu haben, sind es auch die Herrschenden im eigenen Land, die den Zorn der Massen auf sich ziehen.

Lesen Sie den Merkur-Kommentar zum Thema Iran: Merkels paradoxes Festhalten am wertlosen Deal

Proteste im Iran: Der Zorn schwelt schon lange

Drei Tage hatten sie beteuert, ein technischer Defekt habe den Absturz von Flug PS752 verursacht. Erst dann räumten sie ein, was durch Videos längst belegt war. Das eigene Militär hatte die Katastrophe zu verantworten, es hielt die Maschine für ein feindliches Objekt. Unter den Toten waren zahlreiche Iraner sowie iranischstämmige Ausländer. Die Bilder von Menschen, die um ihre Angehörigen trauern, befeuern nun einen Zorn, der in dem wirtschaftlich gebeutelten Land schon lange schwelt.

Auch außenpolitisch sorgt der Abschuss weiter für Unruhe. Präsident Hassan Rohani entschuldigte sich in einem Telefonat bei seinem ukrainischen Amtskollegen Selenskyj und versprach, die Verantwortlichen vor Gericht zu stellen. Noch vor wenigen Tagen hatte er daran erinnert, dass eine US-Rakete im Jahr 1988 eine Maschine der Iran Air mit 290 Passagieren abschoss. Nun hat Teheran seinerseits 176 Menschenleben auf dem Gewissen.

Iran-Proteste: Trump meldet sich auf Farsi - und sichert Volk Unterstützung zu

Nicht überraschend meldete sich US-Präsident Donald Trump am Samstagabend zu Wort. Mit zwei Tweets wandte sich der US-Präsident an das „tapfere, leidgeprüfte“ iranische Volk, dem er seine Unterstützung zusage. Um dies zu untermauern, verfasste er die Tweets auch auf Farsi, der persischen Amtssprache. Dass das Vertrauen der Zivilbevölkerung schwer erschüttert ist, kommt ihm in seinem Bemühen um einen Regimewechsel gelegen. Obwohl die von ihm beschlossenen US-Sanktionen den Iran – und damit die Bürger – hart getroffen haben, schrieb Trump, er stehe „seit Beginn meiner Präsidentschaft an Ihrer Seite“ und werde das auch weiterhin tun.

Ob die Proteste Konsequenzen haben, ist noch völlig offen. Im Februar sind im Iran Parlamentswahlen. Bislang gingen Beobachter von einem Sieg der Hardliner aus. Das war allerdings, bevor sich innen- und außenpolitisch die Ereignisse überschlugen. Das iranische Militär setzt unterdessen offenbar seine Angriffe auf von US-Soldaten genutzte Stützpunkte im Irak fort: Nach Angaben aus irakischen Militärkreisen schlugen am Sonntag erneut Raketen auf der Militärbasis Balad nördlich von Bagdad ein. Vier irakische Soldaten seien dabei verletzt worden.

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Tagesthemen: Der Iran-Konflikt eskaliert nach den Angriffen im Irak zunehmend. Ein ARD-Experte betrachtet Donald Trumps Außenpolitik kritisch.

Mehr zu Donald Trump:

Donald Trumps Präsidentschaft ähnelt einer riesigen Reality-Show. Mit Film und Fernsehsendungen hat der mächtigste Mann der Welt tatsächlich Erfahrung.

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