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US-Präsident Trump entsendet 3000 Mann nach Saudi-Arabien.

Zusätzliche 3000 Mann

Iran-Konflikt: USA verlegen weitere Soldaten nach Saudi-Arabien

Die Lage in der Krisenregion am persischen Golf spitzt sich zu: Im Konflikt mit dem Iran schicken die USA weitere Soldaten nach Saudi-Arabien.

Update vom 11. Oktober 2019, 18.08 Uhr:

 Neben den zusätzlichen Soldaten würden unter anderem auch zwei Patriot-Raketenabwehrsysteme und zwei Kampfjet-Geschwader zur Verteidigung des Landes dorthin verlegt, teilte das Pentagon am Freitag mit. Zusammen mit anderen Entsendungen innerhalb des vergangenen Monats handele es sich um eine Truppenverstärkung von insgesamt 3000 Soldaten in der Region. Seit den Angriffen auf Öl-Anlagen in Saudi-Arabien Mitte September sind die Spannungen zwischen den USA und dem Iran eskaliert.

Das Pentagon betonte am Freitag: „Die Vereinigten Staaten streben keinen Konflikt mit dem iranischen Regime an.“ Man werde aber ausreichend Kräfte in der Region vorhalten, um auf Krisen zu reagieren und um Truppen sowie Interessen der USA zu schützen.

Die USA machen den Iran für die Angriffe auf saudische Öl-Anlagen Mitte September verantwortlich. Deutschland, Frankreich und Großbritannien schlossen sich der Einschätzung der USA an. Der Iran dementiert jede Verantwortung für die Angriffe. Die von Teheran unterstützten Huthi-Rebellen im Jemen hatten sich zu der der Tat bekannt. US-Außenminister Mike Pompeo hatte sie daraufhin der Lüge bezichtigt.

Update vom 26. September 2019, 21.00 Uhr: Als Reaktion auf die Luftangriffe auf zwei saudiarabische Ölanlagen entsenden die USA 200 zusätzliche Soldaten sowie Patriot-Abwehrraketen nach Saudi-Arabien. Damit werde der Schutz von wichtiger "militärischer und ziviler Infrastruktur" in dem Königreich verstärkt, sagte am Donnerstag ein Pentagon-Sprecher. Die USA machen den Iran für die Luftangriffe von Mitte September verantwortlich, Teheran weist dies zurück.

Attacke in Saudi-Arabien: Trump beschuldigt Iran und droht mit verschärften Sanktionen

16.40 Uhr: Nach US-Außenminister Mike Pompeo hat auch US-Präsident Donald Trump öffentlich den Iran für die Angriffe auf Ölanlagen in Saudi-Arabien verantwortlich gemacht und droht dem Land. Als Reaktion auf die Attacken des Iran in Saudi-Arabien habe die US-Regierung die Sanktionen gegen Teheran weiter verschärft, sagte Trump am Dienstag bei der Generaldebatte der UN-Vollversammlung in New York.

US-Außenminister Mike Pompeo hatte unmittelbar nach den Angriffen Mitte des Monats den Iran dafür verantwortlich gemacht - und dies bei einer Reise nach Saudi-Arabien und in die Vereinigten Arabischen Emirate kurz danach noch einmal bekräftigt. 

Drohnenangriff in Saudi-Arabien: Johnson, Merkel und Macron beschuldigen Iran

Update vom 24. September 2019, 6.56 Uhr: Gut eine Woche nach den Angriffen auf saudiarabische Ölanlagen haben Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), der britische Premierminister Boris Johnson und Frankreichs Präsident Emmanuel Macron in einer gemeinsamen Erklärung den Iran für die Luftangriffe auf Ölanlagen in Saudi-Arabien verantwortlich gemacht. Es gebe "keine andere plausible Erklärung" für die Attacken, erklärten die drei Staats- und Regierungschefs am Montag bei einem Treffen im Vorfeld der UN-Generaldebatte in New York. Sie warnten Teheran vor einer weiteren "Provokation".

"Für uns ist klar, dass der Iran die Verantwortung für den Angriff trägt", hieß es in der Erklärung. Zuvor hatten bereits die USA und Saudi-Arabien Teheran für die Attacken auf die Ölanlagen in Churais und Abkaik verantwortlich gemacht.

US-Außenminister Mike Pompeo dankte den drei Staats- und Regierungschefs im Kurzbotschaftendienst Twitter für die "Deutlichkeit", mit der sie die "alleinige Verantwortung des Iran" an den Attacken auf Saudi-Arabien benannt hätten. Dies werde die "Diplomatie und die Sache des Friedens" stärken, schrieb Pompeo. Er rief die Regierungen aller Länder dazu auf, den Iran ebenfalls für die Angriffe auf die saudiarabischen Ölanlagen zu verurteilen.

Zu den Luftangriffen vor gut einer Woche bekannten sich die schiitischen Huthi-Rebellen aus dem Jemen. Der Iran unterstützt die Huthis in ihrem Kampf gegen eine von Saudi-Arabien angeführte Militärkoalition im Jemen. Eine Beteiligung an den Luftangriffen in Saudi-Arabien weist Teheran aber zurück. Die USA kündigten als Reaktion auf die Attacken an, ihre Streitkräfte in der Region zu verstärken.

Die Angriffe auf die Ölanlagen "mögen gegen Saudi-Arabien gerichtet gewesen sein, aber sie betreffen alle Staaten und erhöhen das Risiko eines schwerwiegenden Konflikts", hieß es in der Erklärung Merkels, Johnsons und Macrons. Vor diesem Hintergrund forderten sie eine diplomatische Lösung der Krise im Persischen Golf. Die Angriffe hätten die "Notwendigkeit für eine Deeskalation" in der Region deutlich gemacht.

In ihrer Erklärung bekannten sich die drei Staats- und Regierungschefs auch zum internationalen Atomabkommen mit dem Iran. Sie forderten den Iran "erneut nachdrücklich dazu auf, seine Entscheidung zu revidieren, die Vereinbarungen nicht mehr im vollen Maße einzuhalten, und diesen Verpflichtungen wieder vollumfänglich nachzukommen".

Attacke in Saudi-Arabien: Johnson beschuldigt Iran

Update vom 23. September 2019: Der britische Premierminister Boris Johnson hat den Iran für die Luftangriffe auf Ölanlagen in Saudi-Arabien verantwortlich gemacht. Aus Sicht Großbritanniens könne dem Iran "mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit" die Verantwortung für die Angriffe zugeschrieben werden, sagte Johnson laut der britischen Nachrichtenagentur Press Association (PA) am Montag. 

Johnson wird sich PA zufolge in den nächsten Tagen am Rande der UN-Generaldebatte in New York mit dem iranischen Präsidenten Hassan Ruhani treffen. Auch die USA und Saudi-Arabien hatten den Iran für die Attacken auf die Ölanlagen in Churais und Abkaik vor gut einer Woche verantwortlich gemacht.

Irans Präsident Hassan Ruhani will unterdessen bei der UN-Vollversammlung in New York für einen „langfristigen Frieden“ im Nahen Osten plädieren. Dieses Jahr sei die UN-Veranstaltung wegen der Spannungen in der Region enorm wichtig und es gebe diverse Diskussionsthemen - „der Iran will daher für einen langfristigen Frieden in der Region plädieren und der ist über eine regional-interne Zusammenarbeit zu verwirklichen,“ sagte Ruhani am Montag vor seiner Abreise nach New York.

USA verstärken Truppen in Golfregion - Iran warnt schon jetzt vor militärischem Angriff

Update vom 21. September 2019: Nachdem die USA die Verstärkung ihrer Truppen in der Golfregion angekündigt haben, droht der Iran für den Fall eines Angriffs auf das Land mit massiver Vergeltung. Der Chef der mächtigen Revolutionsgarden, Hossein Salami, warnte mit klaren Worten: "Wer auch immer möchte, dass sein Land zum Hauptschlachtfeld wird, nur zu." Auch eine "begrenzte Option" für einen Angriff gebe es nicht, da sein Land reagieren und nicht eher ruhen werde, bis der "Aggressor" zusammenbreche, sagte Salami am Samstag in Teheran.

Pentagonchef Mark Esper hatte am Freitag in Washington erklärt, zusätzliche Truppen würden auf Bitten Saudi-Arabiens und der Vereinigten Arabischen Emirate entsandt, um weitere Eskalationen in der Region zu verhindern.

Iran-Krise: USA verlegen weitere Truppen in die Region

Update vom 21. September 2019: Im Konflikt mit dem Iran verlegen die USA nach den Angriffen auf saudische Ölanlagen weitere Truppen in den Nahen Osten. „Der Präsident hat den Einsatz von US-Truppen genehmigt, die defensiver Natur sein werden“, sagte Verteidigungsminister Mark Esper am Freitagabend (Ortszeit) im Pentagon. „Alles deutet darauf hin, dass der Iran für den Angriff verantwortlich war.“ Die Untersuchungen von amerikanischen, saudischen und internationalen Experten hätten ergeben, dass die eingesetzten Waffen aus iranischer Produktion stammten und nicht vom Jemen aus eingesetzt worden seien.

Esper sagte, die militärische Verstärkung in der Region solle auf die Verteidigung gegen Luft- und Raketenangriffe ausgerichtet sein. Sowohl Saudi-Arabien als auch die Vereinigten Arabischen Emirate hätten um Unterstützung gebeten. US-Armeechef Joseph Dunford machte am Freitag im Pentagon keine Angaben zur Truppenstärke, sagte auf Nachfrage aber, es werde sich nicht um „Tausende“ Soldaten handeln. Dunford kündigte für kommende Woche weitere Details zur Verlegung an.

“Schwerwiegende Eskalation“: Saudi-Arabien bombardiert Rebellen-Stellungen im Jemen

Update 20. September 2019, 13.49 Uhr: Erstmals seit den Drohnenangriffen auf Ölanlagen in Saudi-Arabien hat die von Riad angeführte Militärkoalition Stellungen der Huthi-Rebellen im Jemen angegriffen. Wie die Militärkoalition mitteilte, bombardierte sie am Donnerstag vier Anlagen zur Produktion von Seeminen und ferngesteuerten Booten nahe der Hafenstadt Hodeida. Die vom Iran unterstützte Rebellenbewegung warf der Militärkoalition daraufhin eine "schwerwiegende Eskalation" vor.

Bei den Angriffen nördlich der jemenitischen Hafenstadt Hodeida seien vier Anlagen zum Bau von Seeminen und ferngelenkten Booten zerstört worden, hieß es in einer von der Nachrichtenagentur SPA verbreiteten Erklärung der Militärkoalition. Diese hätten die Sicherheit der Schifffahrt bedroht. Zuvor hatte die Militärkoalition mitgeteilt, einen Angriff der Huthis mit einem ferngelenkten Sprengstoff-Boot vereitelt zu haben.

Das Boot wurde demnach im Süden des Roten Meers entdeckt und zerstört. Es sei von der Region Hodeida aus gelenkt worden, doch sei das Ziel des geplanten Angriffs unklar, teilte die Militärkoalition mit, die seit März 2015 im Jemen gegen die Huthi-Rebellen vorgeht, um Präsident Abd Rabbo Mansur Hadi an die Macht zurückzubringen. Im Jemen hat ihre Intervention eine schwere humanitäre Katastrophe ausgelöst.

Update 17.50 Uhr: Irans Außenminister Mohammed Dschawad Sarif hat seinem amerikanischen Amtskollegen Mike Pompeo vorgeworfen, der iranischen Delegation keine Einreisevisa für die Teilnahme an der UN-Vollversammlung in New York ausstellen zu wollen. Die USA seien aber verpflichtet, den UN-Delegationen Visa auszuhändigen. „Minister Mike Pompeo versucht jedoch mit selbstgemachten Bestimmungen, von dieser Verpflichtung abzuweichen“, twitterte Sarif am Donnerstag.

Angeblich haben weder Sarif noch Präsident Hassan Ruhani ihre Visa für die USA erhalten. Sarif und sein Team wollten eigentlich schon am Freitag nach New York fliegen, Ruhani und die Delegation des Präsidialamts dann am Montag. Die mehrtägige Generaldebatte der UN-Vollversammlung beginnt am kommenden Dienstag mit einem Bericht des UN-Generalsekretärs. Ruhanis Rede ist für Mittwoch geplant. Seit Wochen wird auch spekuliert, dass es am Rande der Generaldebatte auch zu Gesprächen Ruhanis mit US-Präsident Donald Trump kommen könnte.

Trump hatte am Mittwoch gesagt: „Wenn es nach mir ginge, würde ich sie herkommen lassen.“ Auch wenn er finde, dass die Vereinten Nationen ihr volles Potenzial nicht ausgeschöpft hätten, würde er sicherlich niemanden von der Generaldebatte ausschließen wollen.

Iran droht USA und Saudi-Arabien - Trumps Außenminister Pompeo reagiert

Update 16.55 Uhr: US-Außenminister Mike Pompeo hofft nach den Angriffen auf Ölanlagen in Saudi-Arabien nach eigenen Worten auf eine "friedliche Lösung" der Krise. "Wir möchten eine friedliche Lösung", sagte Pompeo am Donnerstag nach Beratungen in Abu Dhabi in den Vereinigten Arabischen Emiraten. "Ich hoffe, die Islamische Republik Iran sieht das genauso", fügte er hinzu.

Pompeo sagte in Abu Dhabi, in der Golfregion bestehe ein breiter Konsens darüber, dass Iran für die Angriffe verantwortlich sei. Niemand, mit dem er gesprochen habe, habe das auch nur "für einen Moment" angezweifelt.

Iran droht den USA und Saudi-Arabien mit „umfassendem Krieg“

Update 15.23 Uhr: Nachdem die USA und Saudi-Arabien den Iran schuldig für den vorhergehenden Drohnenangriff auf eine saudische Ölraffinerie erklärt haben, schießt der iranische Außenminister Mohammed Dschawad Sarif zurück - und droht mit einem „umfassenden Krieg“. 

Die Warnung Sarifs erfolgte auf die Frage vom CNN, wie Iran auf einen Militärschlag aus den USA oder Saudi-Arabien reagieren würde. Generell würde der Iran keinen Krieg wollen: „Wir glauben, dass eine auf Täuschung basierende militärische Konfrontation schrecklich wäre und zu vielen Opfern führen würde. Doch werden wir keinen Moment zögern, unser Territorium zu verteidigen“, erklärt Sarif im Interview.

Wie schon zuvor weist der Außenminister dabei die Schuld Irans konsequent zurück, nachdem die USA und Saudi-Arabien das Land zum Täter erklärt haben. „Nun wollen sie dem Iran die Schuld geben, um etwas zu erreichen. Daher sage ich, dass ist Agitation zum Krieg, weil es auf Lügen basiert, auf Täuschung basiert“, sagt Sarif. Zu den Drohnenangriffen auf die Ölanlagen in Churais und Abkaik hatten sich die jemenitischen Huthi-Rebellen bekannt.

Frankreichs Außenminister hält Huthi-Erklärung für „unglaubwürdig“

Update 19. September 2019, 10.38 Uhr: Frankreichs Außenminister Jean-Yves Le Drian hält es für "relativ unglaubwürdig", dass die Luftangriffe auf Ölanlagen in Saudi-Arabien von den jemenitischen Huthi-Rebellen verübt wurden. "Die Huthis (...) haben erklärt, dass sie es waren, die diesen Angriff verursacht haben. Das ist relativ unglaubwürdig", sagte Le Drian am Donnerstag dem französischen Nachrichtensender CNews.

Iran-Attacke auf Ölraffinerie? USA sprechen von „kriegerischem Akt“ und „iranischem Angriff“

Update vom 18. September 2019, 20.02 Uhr: US-Außenminister Mike Pompeo hat den Iran für die Angriffe auf Ölanlagen in Saudi-Arabien verantwortlich gemacht und von einem „kriegerischen Akt“ gesprochen. „Das war ein iranischer Angriff“, sagte Pompeo nach Angaben des US-Senders CNN am Mittwoch vor der Landung in Dschidda, wo er mit dem saudischen Kronprinzen Mohammed bin Salman über eine Reaktion beraten wollte. „Wir hatten Glück, dass bei diesem Angriff keine Amerikaner getötet wurden, aber bei einem kriegerischen Akt dieser Art gibt es immer das Risiko, dass das passieren könnte.“ Auch Fox News zitierte Pompeo damit, dass er von einem „kriegerischen Akt“ und einem „iranischen Angriff“ sprach.

Die Huthi-Rebellen im Jemen, die sich zu den Angriffen am vergangenen Samstag bekannt hatten, bezeichnete Pompeo als „Lügner“, wie CNN berichtete. Er sagte, die Geheimdienste seien „sehr zuversichtlich“, dass die Huthis nicht über die eingesetzten Waffen verfügten. Dabei habe es sich um Marschflugkörper und Drohnen gehandelt.

Update vom 18. September 2019, 18.41 Uhr: Nach den Angriffen auf wichtige Ölanlagen in Saudi-Arabien haben die Vereinten Nationen ein Expertenteam zur Untersuchung in das Königreich geschickt. Die UN-Fachleute hätten ihre Reise bereits angetreten, sagte UN-Genertalsekretär António Guterres am Mittwoch in New York.

Saudi-Arabien hatte internationale Experten, darunter auch von den Vereinten Nationen, zuvor offiziell eingeladen, an einer Untersuchung der Angriffe teilzunehmen.

Nach Attacke auf Ölraffinerie: Saudi-Arabien legt angebliche Beweise gegen Iran vor

Update vom 18. September 2019, 18.01 Uhr: Hinter den Angriffen auf die Ölanlagen in Saudi-Arabien steckt nach Auffassung der Regierung in Riad "unzweifelhaft" der Iran. Als Beweise zeigte der Sprecher des saudiarabischen Verteidigungsministeriums, Turki al-Maliki, am Mittwoch Trümmerteile von "Drohnen" und "Marschflugkörpern", die seinen Angaben zufolge von der Angriffsstelle stammten. Die Attacken seien von "Norden" aus geführt worden, die genaue Abschussstelle sei aber noch unklar, sagte al-Maliki.

Zuvor hatten bereits die USA den Iran für die Attacken auf die Ölanlagen verantwortlich gemacht, die am Wochenende zu einem Einbruch der saudiarabischen Ölproduktion geführt hatten. Die Regierung in Teheran weist die Anschuldigungen zurück.

In einem offiziellen Schreiben an die US-Regierung bestritt der Iran am Mittwoch jegliche Beteiligung an den Angriffen. Präsident Hassan Ruhani bezeichnete die Anschläge als eine "Warnung" der jemenitischen Huthi-Rebellen an die Regierung in Riad. Die Rebellen hatten sich am Samstag zu den Attacken auf die beiden Ölanlagen des saudiarabischen Staatskonzerns Aramco in Abkaik und Churais bekannt. Die Huthis werden im jemenitischen Bürgerkrieg vom Iran in ihrem Kampf gegen eine von Riad angeführte Militärkoalition unterstützt.

Nach Angriff auf Ölanlagen in Saudi-Arabien: Beweise für Irans Verantwortung?

Iran-Konflikt: Verweigert USA Irans Politikern Visa für die UN-Vollversammlung?

Update vom 18. September 2019, 17.52 Uhr:

Irans Außenminister Mohammed Dschawad Sarif hat nach eigenen Angaben noch kein Einreisevisum für die Teilnahme an der UN-Vollversammlung in New York erhalten. Das gelte auch für seine Delegation, erklärte Sarif am Mittwoch und bestätigte damit Medienberichte. „Die Reise nach New York ist noch nicht fix, weil wir noch keine US-Visa haben“, sagte Sarif der Nachrichtenagentur Tasnim. Nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Irna sowie anderer Medien hat auch Präsident Hassan Ruhani noch kein Visum für die USA erhalten.

Die mehrtägige Generaldebatte der UN-Vollversammlung beginnt am kommenden Dienstag mit einem Bericht des UN-Generalsekretärs. Seit Wochen wird spekuliert, dass es am Rande der Generaldebatte auch zu Gesprächen Ruhanis mit US-Präsident Donald Trump kommen könnte.

Ruhani wollte am Montag nach New York fliegen, Sarif angeblich schon früher. Nun soll der Nationale Sicherheitsrat des Landes am Donnerstag darüber entscheiden, ob der Iran unter diesen Umständen die Teilnahme an der UN-Vollversammlung dieses Jahr absagen sollte.

Nach Attacke auf Ölraffinerie: Trump will Sanktionen gegen den Iran „bedeutend verstärken“

Update vom 18. September 2019, 15.07 Uhr: US-Präsident Donald Trump will die Sanktionen gegen den Iran „bedeutend verstärken“. Er habe Finanzminister Steven Mnuchin angewiesen, das in die Wege zu leiten, erklärte Trump am Mittwoch auf Twitter.

Update vom 18. September 2019, 10.38 Uhr: Nach dem Angriff auf wichtige Ölanlagen in Saudi-Arabien sollen französische Experten bei der Aufklärung helfen. Der französische Präsident Emmanuel Macron habe dem saudischen Kronprinzen Mohammed bin Salman in einem Telefongespräch die Entsendung der Fachleute bestätigt, teilte der Élyséepalast am frühen Mittwochmorgen mit.

Die Experten würden auf Ersuchen der saudischen Behörden geschickt und sollen unter anderem Angreifer und Ablauf des Angriffs ermitteln. In dem Gespräch habe Macron die Angriffe aufs Schärfste verurteilt, hieß es weiter. Er habe dem Kronprinzen Frankreichs Solidarität versichert und das Engagement Frankreichs für die Sicherheit Saudi-Arabiens und die Stabilität der Region bekräftigt.

Update vom 18. September 2019, 22.13 Uhr: Nach dem Angriff auf wichtige Ölanlagen in Saudi-Arabien wird US-Außenminister Mike Pompeo an diesem Mittwoch in dem Königreich erwartet. Das Außenministerium in Washington teilte mit, Pompeo werde in der Hafenstadt Dschidda mit dem saudischen Kronprinzen Mohammed bin Salman über die jüngsten Angriffe sprechen. Pompeo werde außerdem „Bemühungen koordinieren, der iranischen Aggression in der Region entgegenzuwirken“. Der Minister werde dann weiter nach Abu Dhabi reisen, um mit dem Kronprinzen der Vereinigten Arabischen Emirate, Scheich Mohammed bin Said Al Nahjan, über „regionale und bilaterale Angelegenheiten“ zu diskutieren.

US-Vizepräsident Mike Pence hatte zuvor angekündigt, Pompeo werde noch am Dienstag in Richtung Saudi-Arabien aufbrechen, um mit der saudischen Führung die Reaktion auf die Angriffe zu besprechen. Es sehe danach aus, dass der Iran der Urheber der Angriffe gewesen sei. Die Geheimdienste überprüften entsprechende Hinweise derzeit. „Wir beraten mit unseren Verbündeten, und der Präsident wird in den kommenden Tagen die beste Vorgehensweise bestimmen.“

„Will mit niemandem Krieg“: Trump nach Angriff durch Iran scheinbar gedämpft, aber...

Update vom 17. September, 8.26 Uhr: Auf der Suche nach den Urhebern der Angriffe auf Ölanlagen in Saudi-Arabien zeigt US-Präsident Donald Trump mit dem Finger in Richtung Iran. „Es sieht danach aus“, dass der Iran hinter den Angriffen stecke, sagte Trump am Montag im Weißen Haus. Trump betonte zugleich, dass die USA keinen Krieg mit der Islamischen Republik wollten.

„Wir müssen definitiv herausfinden, wer es getan hat“, sagte Trump. Die Untersuchungen dauerten an. „Ich will mit niemandem Krieg.“ Die Vereinigten Staaten seien aber auf einen Konflikt vorbereitet. „Das war ein sehr großer Angriff. Er könnte von unserem Land sehr leicht mit einem viel, viel größeren Angriff erwidert werden.“

Am Samstagmorgen hatten mehrere Explosionen Anlagen des saudischen Erdöl-Förderers Saudi Aramco erschüttert und zu Produktionseinbußen geführt. Die vom Iran unterstützten Huthi-Rebellen aus dem Jemen bekannten sich zu den Angriffen. Der Ölpreis schoss infolge der Angriffe in die Höhe.

Mit Blick auf einen möglichen Vergeltungsschlag stellte Trump klar, dass der Angriff nicht den USA, sondern Saudi-Arabien gegolten habe. „Die Saudis wollen, dass wir sie beschützen“, sagte Trump. „Wir würden ihnen gewiss helfen.“ Bei möglichen Vergeltungsmaßnahmen müsste Saudi-Arabien eine große Rolle spielen und sich finanziell beteiligen, so Trump.

21.22 Uhr: Saudi-Arabien will die Vereinten Nationen und internationale Experten einladen, sich an den Ermittlungen zu den Angriffen auf wichtige Ölanlagen des Königreichs zu beteiligen. Wie zuvor ein saudischer Militärsprecher erklärte am Montagabend auch das Außenministerium in Riad, bei den Bombardierungen am Samstag seien iranische Waffen benutzt worden. Ziel der Angriffe sei in erster Linie die internationale Energieversorgung gewesen. Der saudische Ölkonzern Aramco habe rund die Hälfte der Produktion stoppen müssen.

Der Sprecher der von Saudi-Arabien geführten Militärkoalition, die im Bürgerkriegsland Jemen im Einsatz ist, hatte bereits zuvor erklärt, bei den Angriffen seien iranische Drohnen eingesetzt worden. Sie seien jedoch nicht von jemenitischem Boden aus gestartet worden.

Bei den Bombardierungen am Samstag war unter anderem die größte Ölraffinerie in Saudi-Arabien mehrfach getroffen worden. Die jemenitischen Huthi-Rebellen hatten sich zu den Angriffen bekannt.

“Entsichert und geladen“: Trump twittert - Waffen bei Attacke angeblich aus dem Iran

15.55 Uhr: Laut der in Riad sitzenden Militärkoalition sollen die bei dem Drohnenangriff in Saudi-Arabien stammenden Waffen aus dem Iran stammen. Wie die Nachrichtenagentur AFP berichtet, läuft die Untersuchung allerdings noch. Es deute allerdings alles darauf hin, „dass die Waffen, die bei beiden Angriffen genutzt wurden, aus dem Iran stammten“, erklärt der Sprecher Turki al-Maliki. Es handle sich um Drohnen des Typs „Ababil“.

Die Huthi-Rebellen aus Jemen verfügen über Drohnen des Typs „Kasef-1“, die diesem iranischen Typ gleichen. Allerdings haben diese eine viel zu kleine Reichweite, um in der aktuellen Attacke eingesetzt worden zu sein. Die angegriffenen saudischen Ölanlagen seien von der Grenze zu Jemen rund 800 Kilometer entfernt. Die Angriffe seien nicht von jemenitischem Boden aus gestartet worden, sagte al-Maliki.

CDU-Politiker fordert Ende des Rüstungsexportstopps nach Saudi-Arabien

15.43 Uhr: Nach dem Drohnenangriff in Saudi-Arabien plädiert der CDU-Politiker Jürgen Hardt für ein Ende des Rüstungsexportstopps in das Land. Es habe sich gezeigt, „dass der Selbstschutz Saudi-Arabiens und der Vereinigten Arabischen Emirate auch in unserem eigenen Stabilitätsinteresse liegt“, erklärte der außenpolitische Sprecher dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. „Deshalb sollten wir unsere Rüstungskooperation einer neuerlichen Überprüfung unterziehen. Eine Aufhebung der Exportsperre für defensive Waffensysteme ist in unserem strategischen Interesse.“ Auch eine Überprüfung der deutschen Iran-Politik erachtet Hardt als sinnvoll. 

Der Exportstopp wurde im Herbst letzten Jahres verhängt, nachdem der saudische Journalist Jamal Khashoggi in Istanbul ermordet wurde. Am 30. September würde er auslaufen. 

Trump äußert Vermutung und beschuldigt indirekt den Iran

15.36 Uhr: Nach US-Energieminister Rick Perry hat auch Donald Trump seine Theorie zur vermeintlichen Schuld vom Iran am Drohnenangriff in Saudi-Arabien erläutert. In einem Tweet nimmt der US-Präsident Bezug auf den Abschuss einer US-Drohne durch den Iran, weil diese vermeintlich in den Luftraum des Landes eingedrungen war - „obwohl sie tatsächlich nicht mal in der Nähe war“, schreibt Trump. „Sie hielten an der Geschichte fest, obwohl sie wussten, dass es sich um eine große Lüge handelte. Jetzt sagen sie, sie hätten nichts mit dem Angriff auf Saudi-Arabien zu tun. Wir werden sehen?“ Damit gibt der Präsident indirekt dem Land die Schuld - bleibt aber in seiner Formulierung vage und offen.

Auch Satellitenfotos der US-Regierung könnten ein Indiz für die Richtung des Angriffs sein. Wie die New York Times berichtet, zeigen die Aufnahmen 17 Einschlagstellen von Drohnen, die aus dem Norden oder Nordwesten stammen. Folglich müssten die Flugobjekte aus dem Norden gekommen sein - also aus dem Persischen Golf, dem Iran oder dem Irak - und nicht aus Jemen. Gleichzeitig hat Saudi-Arabien zum aktuellen Stand noch keine Schuldfrage in den Raum geworfen, berichtet CNN. Der Iran selbst bestreitet, an den Angriffen beteiligt gewesen zu sein.

USA kontra Iran - Maas, Kreml und China warnen vor Eskalation

14.18 Uhr: US-Energieminister Rick Perry hat den Iran für den Drohnenangriff in Saudi-Arabien verantwortlich gemacht und der Islamischen Republik einen Angriff auf den globalen Energiesektor vorgeworfen. „Das war ein vorsätzlicher Angriff auf die Weltwirtschaft und den globalen Energiemarkt“, sagte Perry bei einem Treffen der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) in Wien.

„Trotz der bösartigen Anstrengungen des Irans sind wir zuversichtlich, dass der Markt belastbar ist und positiv reagieren wird“, sagte Perry weiter. Damit bezog er sich unter anderem auf die Bereitschaft der USA, Ölreserven freizugeben, um Engpässe zu verhindern. Auch US-Außenminister Mike Pompeo hatte den Iran für die Angriffe verantwortlich gemacht. Die Führung in Teheran bestreitet vehement jede Tatbeteiligung.

Außenminister Heiko Maas hat die Bombardierung saudischer Ölanlagen scharf verurteilt, sich zur Frage nach den Angreifern aber vorsichtig geäußert. „Die Huthis haben sich zu dieser Attacke bekannt. Wir befinden uns im Moment mit unseren Partnern dabei zu analysieren, wer für diesen Angriff verantwortlich ist, wie es dazu kommen konnte“, sagte Maas. „Und das müssen wir mit der notwendigen Besonnenheit tun, aber die Lage ist außerordentlich besorgniserregend.“

Russland vor überstürzten Handlungen. „Wir fordern alle Länder auf, keine voreiligen Schritte zu tun oder Schlussfolgerungen zu ziehen, die die Situation verschärfen könnten“, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow am Montag der Agentur Interfax zufolge. Stattdessen sollten die Spannungen abgebaut werden. Auch die Sprecherin des chinesischen Außenministeriums, Hua Chunying, rief am Montag vor der Presse in Peking auch alle Parteien zur Zurückhaltung auf. „In Abwesenheit einer überzeugenden Untersuchung Schlüsse darüber zu ziehen, wer die Verantwortung tragen sollte, könnte an sich unverantwortlich sein.“

10.38 Uhr: Der Iran hat Spekulationen über ein mögliches Treffen zwischen seinem Präsidenten Hassan Ruhani und US-Staatschef Donald Trump eine Absage erteilt. Es gebe "keine Pläne", dass sich die beiden am Rande der bevorstehenden Generaldebatte der UN-Vollversammlung in New York treffen würden, sagte ein Sprecher des Außenministeriums am Montag. Noch am Sonntag hieß es aus dem Weißen Haus in Washington, dass ein Zusammentreffen von Trump und Ruhani nicht ausgeschlossen sei.

Trump droht mit Vergeltung: „Wir sind entsichert und geladen“ 

Update vom 16. September, 6.10 Uhr: Nach den Drohnenangriffen auf die größte Ölraffinerie in Saudi-Arabien hat US-Präsident Donald Trump mit einem Vergeltungsschlag gedroht. Trump machte keine Angaben dazu, wen die USA für den Urheber des Angriffs halten. Er schrieb auf Twitter: „Es besteht Grund zu der Annahme, dass wir den Täter kennen.“ Die USA seien „entsichert und geladen“, warteten aber auf eine Bestätigung und auf Angaben der saudischen Führung, wen sie für den Angriff verantwortlich mache und unter welchen Bedingungen vorgegangen werden solle.

Wenige Minuten später schrieb Trump in einem Tweet, Medienberichte, wonach er „ohne Bedingungen“ zu einem Treffen mit der iranischen Führung bereit sei, seien „wie üblich“ falsch. Trump selber hat mehrfach gesagt, er sei ohne Vorbedingungen zu einem solchen Treffen bereit. Erst am vergangenen Dienstag hatte auch Pompeo noch einmal betont, Trump sei zu einem Treffen ohne Vorbedingungen bereit.

Angriff auf wichtige Ölraffinerie: Droht nun eine Benzinpreis-Explosion?

News vom 15. September, 17.48 Uhr: Nach den Drohnenangriffen auf die größte Ölraffinerie in Saudi-Arabien erwarten Experten zum Wochenstart Turbulenzen an den Ölmärkten. Doch die Auswirkungen auf den deutschen Markt und für die Autofahrer hierzulande dürften sich nach Einschätzung des Mineralölwirtschaftsverbandes (MWV) in Grenzen halten.

„Aus Saudi-Arabien kommt kaum Öl nach Deutschland - 2018 war es ein Prozent“, sagte ein Verbandssprecher am Sonntag der Deutschen Presse-Agentur auf Anfrage. „Eine Engpass-Gefahr beim Öl besteht für Deutschland also nicht.“

Der globale Ölpreis könnte sich zwar kurzfristig erhöhen. „Ob sich das auf deutsche Tankkunden auswirkt, ist aber offen: Andere Länder sind in der Lage, ihre Fördermengen auszuweiten und den Ausfall so zu kompensieren“, hieß es weiter.

Drohnenangriff in Saudi Arabien: USA machen Iran verantwortlich - trotz anderem Bekennerschreiben

Riad - Die Drohnenangriffe auf die größte Ölraffinerie in Saudi-Arabien haben die Ölproduktion in dem Königreich dramatisch einbrechen lassen und verschärfen die Spannungen am Golf. Die Produktionsmenge sei infolge der „terroristischen Attacken“ um 5,7 Millionen Barrel auf etwa die Hälfte des üblichen Volumens pro Tag eingebrochen, berichtete die staatliche saudische Nachrichtenagentur SPA in der Nacht zum Sonntag. Obwohl sich die Huthi-Rebellen im benachbarten Jemen zu den Angriffen bekannten, machten die USA den Iran dafür verantwortlich. Teheran bestritt jegliche Beteiligung. Der Komplex wird zu den weltweit wichtigsten Ölanlagen gezählt.

Nach offiziellen Angaben erschütterten am frühen Samstagmorgen gegen 3.31 Uhr und 3.42 Uhr (Ortszeit) mehrere Explosionen Anlagen des staatlichen Ölkonzerns Saudi Aramco in Churais und Abkaik. Auf Videos in sozialen Netzwerken sind große Feuer über den Komplexen zu sehen, die den Nachthimmel erleuchten. Satellitenbilder von NASA und ESA zeigten im Laufe des Samstags mehrere riesige schwarze Rauchfahnen, die sich bis zu 150 Kilometer weit über Saudi-Arabien erstreckten.

Angriff auf Öl-Konzern in Saudi Arabien: Produktion zeitweise ausgesetzt

Die Brände seien unter Kontrolle, teilte Saudi-Arabiens Energieminister Prinz Abdulasis bin Salman bin Abdulasis kurz darauf mit. Durch die Angriffe sei die Produktion in Abkaik und Churais aber zeitweise ausgesetzt. Auch die Produktion von Flüssiggas sei betroffen. Der Produktionsausfall könne aber durch Lagerbestände ausgeglichen werden.

Experten sehen in der Drohnenattacke einen Angriff auf das Zentrum der saudischen Ölindustrie. „Selbst wenn die Feuer schnell gelöscht sind und der Schaden in Abkaik nur gering ist, sind die Tore der Hölle ein bisschen weiter geöffnet“, schrieb der US-amerikanische Analyst Robert McNally auf Twitter, der früher Mitglied des Nationalen Sicherheitsrats war. Die in Washington ansässige Energieberatungsfirma „Rapidan Energy“ bezeichnete die Raffinerie in Abkaik als die wichtigste Öleinrichtung der Welt.

Nach Angaben von Saudi Aramco ist der Komplex die größte Raffinerie des Landes und die größte Rohölstabilisierungsanlage der Welt. Abkaik spiele eine entscheidende Rolle in der täglichen Produktion des Unternehmens. Von hier werde verarbeitetes Öl weiter an die Ost- und Westküste des Landes sowie nach Bahrain geleitet.

Droht ein Öl-Engpass in Europa?

Die Internationale Energieagentur (IEA) in Paris sieht nach den Drohnenangriffen zunächst keine Versorgungsprobleme. Vorerst seien die Märkte gut mit reichlich kommerziellen Beständen versorgt, teilte die IEA mit. „Wir stehen in Kontakt mit den saudischen Behörden sowie mit den wichtigsten Produzenten- und Verbrauchernationen.“ Man verfolge die Situation in Saudi-Arabien aufmerksam, hieß es weiter.

Im Falle von Engpässen seien die USA zur Freigabe von Ölreserven bereit, teilte eine Sprecherin des US-Energieministeriums am Sonntag mit. Die strategischen Ölreserven der USA umfassen nach Ministeriumsangaben 630 Millionen Barrel. Saudi-Arabien produzierte nach Angaben der OPEC im vergangenen Monat rund 9,8 Millionen Barrel Öl pro Tag.

Zu dem Angriff bekannten sich die Huthi-Rebellen im benachbarten Jemen. Ein Militärsprecher der Huthis bezeichnete den Angriff mit zehn Drohnen am Samstag als „legitime Antwort“ auf die anhaltende Militärkampagne Saudi-Arabiens im Jemen. „Wir versprechen dem saudischen Regime, dass unsere nächste Operation größer und schmerzhafter sein wird“, sagte Militärsprecher Jahia Saria. Es handele sich um den bislang größten Einsatz in Saudi-Arabien.

Das arabische Königreich führt im Jemen eine von den USA unterstützte Militärkoalition an, die gegen die Huthis kämpft. Diese werden wiederum vom Iran unterstützt und halten große Teile des Nordjemens inklusive der Hauptstadt Sanaa unter Kontrolle.

USA machen Iran für Angriff verantwortlich

US-Außenminister Mike Pompeo machte jedoch den Iran direkt für den Angriff verantwortlich. „Inmitten der Rufe nach Deeskalation hat der Iran jetzt einen beispiellosen Angriff auf die Welt-Energieversorgung verübt. Es gibt keinen Beweis, dass die Angriffe vom Jemen kamen“, schrieb Pompeo auf Twitter.

Pompeo forderte alle Nationen auf, die iranischen Angriffe „öffentlich und eindeutig“ zu verurteilen. Die USA würden sicherstellen, dass der Iran für seine Aggression zur Rechenschaft gezogen werde. Das Weiße Haus teilte mit, US-Präsident Donald Trump habe dem saudischen Kronprinzen Mohammad Bin Salman am Telefon „seine Unterstützung für Saudi-Arabiens Selbstverteidigung“ angeboten.

Der Iran wies die Vorwürfe vehement zurück. Pompeos Unterstellungen seien absurd, unerklärlich und daher auch halt- und wirkungslos, sagte Außenamtssprecher Abbas Mussawi am Sonntag in Teheran. Was im Jemen passiere, sei der Widerstand der Jemeniten gegen die Kriegsverbrechen der von den Saudis angeführten Militärkoalition, sagte der Sprecher nach Angaben der Nachrichtenagentur Isna. „Weil die US-Politik des maximalen Drucks auf den Iran gescheitert ist, sind die Amerikaner nun auf die der maximalen Lügen umgestiegen.“

Eine Sprecherin der EU-Außenbeauftragten Federica Mogherini nannte den Angriff eine „reale Bedrohung der regionalen Sicherheit“. Eine Sprecherin des Auswärtigen Amtes in Berlin betonte, ein Angriff auf die „zivile und kritische Infrastruktur Saudi-Arabiens“ sei „durch nichts zu rechtfertigen“ und verschärfe die Spannungen in der Region noch. Der UN-Sondergesandte für den Jemen, Martin Griffiths, warnte vor einer Eskalation auf der arabischen Halbinsel. Solche Zwischenfälle würden den von den Vereinten Nationen geleiteten politischen Prozess im Jemen gefährden. Die UN bezeichnen den Krieg im Jemen als die derzeit größte humanitäre Katastrophe der Welt.

In den vergangenen Monaten hatten die Huthis mehrfach erklärt, mit Drohnen zentrale Einrichtungen in Saudi-Arabien angegriffen zu haben. Bereits im Mai wurden zwei Pumpstationen einer zentralen Ölpipeline attackiert, im Juni ein internationaler Flughafen im Südwesten Saudi-Arabiens. Internationale Experten beobachten seit längerem eine Ausweitung von Drohnenangriffen durch die Huthis. Erst im Juli präsentierten die Huthis selbst neue Drohnentypen, die nach Ansicht von Experten eine Reichweite bis zu 1000 Kilometern haben könnten.

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dpa/afp

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