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Hassan Ruhani.

Enge Kontakte zwischen Teheran und Havanna

Iran-Präsident würdigt Castro: „Unermüdlicher Krieger“

Teheran - Der iranische Präsident Hassan Ruhani hat Kubas verstorbenen Revolutionsführer Fidel Castro als "unermüdlichen Krieger" gewürdigt.

Castros Tod habe im Iran "großen Schmerz und Traurigkeit" ausgelöst, hieß es in einem am Sonntag auf Ruhanis Website veröffentlichten Schreiben an den kubanischen Staatschef und Bruder des Toten, Raúl Castro. Weiter schrieb Ruhani, während die "unterdrückten Nationen" die Verletzung "der grundsätzlichsten Menschenrechte" erduldeten, gebe es "glücklicherweise freie Menschen und Krieger", die bis zum Schluss für diese Rechte kämpften.

Ruhani hatte die Castro-Brüder im September in Kuba getroffen. Seit dem Sturz des Schahs im Iran 1979 unterstützen sich Teheran und Havanna gegenseitig in den internationalen Organisationen. Der Iran verurteilt die von den USA verhängte Blockade gegen Kuba und Havanna tritt für das Recht des Irans auf zivile Nutzung der Atomenergie ein.

Der frühere Linken-Fraktionschef Gregor Gysi würdigte Castro unterdessen als "herausragende Person der Weltgeschichte". Dieser habe "sein Leben riskiert, als er mit wenigen Frauen und Männern begann, das diktatorische Regime Batistas zu bekämpfen", schrieb Gysi in einem Gastbeitrag für die "Bild am Sonntag". Zweifellos sei Castro in dieser Zeit ein Held gewesen. Später habe es aber auch "diktatorische Fehlstrukturen" in Kuba gegeben.

Gysi: „Diktatorische Fehlstrukturen in Kuba“

Castro war in der Nacht zum Samstag im Alter von 90 Jahren in Havanna gestorben. Die kubanische Führung rief eine neuntägige Staatstrauer aus. Die Beisetzung ist für den 4. Dezember in Santiago de Cuba vorgesehen.

Castros seit Jahrzehnten in den USA lebende Schwester Juanita kündigte an, den Trauerfeierlichkeiten fernzubleiben. "Ich bin niemals auf die Insel zurückgekehrt, und ich habe nicht vor, es zu tun", sagte sie der exilkubanischen Zeitung "El Nuevo Herald". Sie fügte hinzu, dass sie sich über den Tod eines Menschen nicht freuen könne, und das gelte auch für jemanden aus ihrer Familie. "Als Fidels Schwester mache ich den Tod eines Menschen meines Bluts durch."

Die 1933 geborene Juanita Castro hatte im Jahr 1964 begonnen, öffentlich die kubanische Revolution zu kritisieren und war noch im gleichen Jahr nach Miami geflohen. Nach eigenen Angaben arbeitete sie in den 60er Jahren mit dem US-Auslandsgeheimdienst CIA zusammen, um ihren Bruder zu stürzen.

afp

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