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Hintergrund des Vorfalls in der Straße von Hormus war nach iranischen Angaben ein Rechtsstreit zwischen einer privaten iranischen Firma und Maersk. Foto: Keld Navntoft/Archiv

Iran: Stopp von Frachter im Persischen Golf rechtmäßig

Schüsse vor den Bug: Der Iran bringt einen dänischen Frachter auf und zwingt ihn in einen Hafen. Als Grund für das rabiate Vorgehen nennt Teheran einen Rechtsstreit zwischen einer iranischen Firma und der Reederei.

Teheran/Kopenhagen (dpa) - Das iranische Außenministerium hat den Stopp eines Frachtschiffes der dänischen Reederei Maersk im Persischen Golf als legal bezeichnet.

Marineeinheiten der iranischen Revolutionsgarden hatten am Dienstag im Persischen Golf das Feuer auf den Frachter eröffnet und die "Maersk Tigris" anschließend zum Einlaufen in den Hafen von Banderas Abbas gezwungen. "Alle Maßnahmen der iranischen Seite waren im Rahmen nationaler und internationaler Vorschriften", sagte Außenamtssprecherin Marsieh Afcham am Mittwoch.

Hintergrund des Vorfalls in der Straße von Hormus sei ein Rechtsstreit zwischen einer privaten iranischen Firma und Maersk gewesen, betonte die Sprecherin weiter. Strittig ist, ob sich das Schiff - wie von Teheran angegeben - im iranischen Hoheitsgebiet oder in internationalen Gewässern befand, als es gestoppt wurde.

Die Besatzung ist nach Angaben beider Seiten wohlauf. Allen 24 Crewmitgliedern gehe es gut, sie hätten konsularische Unterstützung ihrer jeweiligen Länder, hieß es in der Erklärung Afchams.

Der Reedereikonzern A.P. Møller-Maersk teilte in Kopenhagen mit: "Wir stehen in ständigem Kontakt mit Rickmers Shipmanagement und haben mit Erleichterung erfahren, dass die Besatzung in Sicherheit ist und es ihr den Umständen entsprechend gut geht." Das Hamburger Unternehmen hat laut Maersk die überwiegend aus Osteuropa und Asien stammende Mannschaft organisiert. Das dänische Außenministerium betonte, der Iran sei für die Sicherheit der Seeleute verantwortlich. Das Schiff fährt unter der Flagge der Marshallinseln.

Laut der iranischen Schifffahrtsbehörde führt die iranische Firma Pars Oil seit Jahren einen Rechtsstreit mit Maersk. Nach mehreren Gerichtsverfahren und Berufungen habe es ein Urteil gegen das dänische Unternehmen gegeben. Maersk sollte einen nicht bekannten Schadenersatzbetrag an Pars Oil bezahlen. Die Summe sei angeblich noch nicht bezahlt worden. Daher sei der Frachter in iranischen Gewässern gestoppt und in den Hafen von Bandar Abbas geleitet worden, so die Schifffahrtsbehörde. Das iranische Außenministerium erklärte, man hoffe, dass der Streit bald beigelegt werde und das Schiff wieder ausfahren dürfe.

Maersk erklärte, die Reederei stehe in Kontakt mit den iranischen Behörden. Die dortige Schiffahrtsbehörde habe Maersk informiert, dass es angeblich ausstehende Frachtforderungen gebe. Bisher habe die Reederei aber keine schriftliche Stellungnahme zu den Vorwürfen oder zur Aufbringung des Schiffes "in internationalen Gewässern" erhalten.

Nach Angaben des Pentagons vom Dienstag hatte der Frachter nach den Schüssen einen Hilferuf abgesetzt, der von US-Streitkräften in der Gegend aufgenommen worden sei. Der Zerstörer "Farragut" sei in Richtung des Vorfalls beordert worden. Die US-Marine habe außerdem Flugzeuge zur Beobachtung geschickt. Die Straße von Hormus verbindet den Persischen Golf mit dem Arabischen Meer. Laut der Website Marine Traffic ist der Frachter 250 Meter lang.

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