Beim Landesparteitag der Grünen in Saarbrücken sollte Irina Gaydukova zu brennenden Themen Stellung beziehen
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Beim Landesparteitag der Grünen in Saarbrücken sollte Irina Gaydukova zu brennenden Themen Stellung beziehen.

Verhängnisvolle Fragerunde

Wirbel um Grünen-Politikerin: Rückzug statt Bundestag nach verpatztem Auftritt

  • Patrick Freiwah
    VonPatrick Freiwah
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Eine Grünen-Politikerin wird für einen öffentlichen Auftritt mit Häme überzogen. Nichtwissenheit oder Lampenfieber? Nun zieht die Bundestagskandidatin Konsequenzen.

Saarbrücken - Vor der Bundestagswahl formieren sich im ganzen Lande Politiker, um auf die Fraktionslisten für den Einzug ins nationale Parlament zu gelangen. Eine Politikerin, die hierfür gute Aussichten besaß, ist Irina Gaydukova. Die gebürtige Ukrainerin landete etwas überraschend bei den Saar-Grünen auf Platz 2 der Landesliste, wodurch sie Chancen auf einen Platz im nächsten Bundestag hat - bzw. hatte.

Grünen-Politikerin Gaydukova verpatzt Fragerunde in Saarbrücken

Ein missglückter öffentlicher Auftritt beim Parteitag in Saarbrücken hat für die 52-Jährige nun Konsequenzen. Ein Mitschnitt vom Wochenende zeigt, wie Gaydukova am Rednerpult zu Anliegen der Klimawende Stellung beziehen soll. Das Unterfangen geht jedoch mächtig schief: Bis auf die erste Frage zum Thema Fahrradfahren bringt das Parteimitglied vom Bündnis 90/Die Grünen kein sinnhaftes Statement heraus, Medien bescheinigen ihr stattdessen ratlose Blicke ins Publikum.

Für jemand, der im Regierungsparlament in Berlin über politische Entscheidungen debattieren soll, welche die Zukunft von über 80 Millionen Deutschen merklich beeinflussen, erscheint das zweifellos unbefriedigend. Zumal Bundestagsabgeordnete monatlich ein stolzes Gehalt von über 10.000 Euro einstreichen - dazu kommt eine Pauschale in Höhe von 4418,09 Euro, für Ausgaben rund um ihre Tätigkeit.

Grüne: Verpatzte Fragerunde erzeugt Kritik - Kramp-Karrenbauer klinkt sich ein

Wenig überraschend sorgt der Mitschnitt des ohnehin turbulenten Parteitages der Saar-Grünen in Saarbrücken im Netz für Häme. Der Vorfall ist speziell für politische Gegenspieler der Grünen ein gefundenes Fressen. User spotten über den verpatzten Auftritt und setzen ihn auf eine Stufe mit den Regierungsambitionen der Partei. Allerdings erhält die in die Schlagzeilen geratene Gaydukova auch prominente Unterstützung durch Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU). „Der Auftritt ist sicher alles andere als professionell. Aber die Reaktionen darauf im Netz finde ich noch unprofessioneller und beschämend“, lässt die Verteidigungsministerin per Twitter wissen.

Längst musste auch Parteichefin Annalena Baerbock erkennen, dass mit gesteigertem Interesse mit Blick auf die Bundestagswahl 2021 der Wind nochmal ein großes Stück rauer weht. Dazu kommen Trends in den Wählerumfragen, die auf gesunkenen Rückhalt in der Bevölkerung schließen lassen:

Irina Gaydukova: Grünen-Politikerin tritt zurück - Bundestagstraum geplatzt

Nach ihrem verpatzten Auftritt hat die vor über 20 Jahren eingereiste Irina Gaydukova, die bei den Grünen als Paradebeispiel für gelungene Integration fungierte, offenbar Konsequenzen gezogen und ihren Rückzug eingeleitet. „Auf eigenen Wunsch hat das Mitglied die Fraktion und den Bezirksrat verlassen“, teilte der Bezirksrat Saarbrücken mit.

Ob es sich bei der öffentlichen Rede wirklich um Unwissenheit handelt, oder vielmehr Aufregung und Lampenfieber eine Rolle gespielt haben, ist unklar. Sicher ist jedoch, dass schon Vertreter anderer Volksparteien mit skurrilen öffentlichen Auftritten Berühmtheit erlangten. Dazu gehört zum Beispiel Bayerns früherer Ministerpräsident Edmund Stoiber mit seiner legendären Rede zum Thema Transrapid. (PF)

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