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Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan.

Reaktionen zwischen Irritation und Empörung

Netz spottet über Erdogans Haar-Dekret: „Zentrale Rolle beim Putsch“

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München - Das Haarentfernungs-Dekret des türkischen Präsidenten Erdogan sorgt für irritierte und spöttische Reaktionen unter Betroffenen und im Netz. Ein Überblick.

Die Nachricht sorgte Anfang der Woche für einige Verwirrung und Spott im Netz: Erdogan verfügte per Notfall-Dekret, dass Frauen sich die Haare per Laserentfernung auch in Kosmetikstudios entfernen lassen können. 

Damit kippte er eine Regelung, die vorsah, dass solche Behandlungen ausschließlich in Schönheitskliniken vorgenommen werden dürfen. Da sich die Türkei seit dem Putschversuch im Ausnahmezustand befindet, wirkt die Tatsache, dass diese Angelegenheit so dringlich sein soll, dass sie mit Hilfe eines Notfall-Dekrets erlassen wird, auf viele befremdlich. Insbesondere, da wesentlich schwerwiegende Entscheidungen, wie die Wiedereinführung der Todesstrafe derzeit in der Türkei im Raum stehen. 

Erdogan selbst begründete den Erlass mit den Worten, er setze sich für eine „schönere Türkei“ ein. Bei einem Treffen mit Kosmetikerinnen im März unterschrieb er das entsprechende Papier. 

Im Netz sorgte diese Entscheidung für Irritation und Spott. "Die Experten zur Haarentfernung, die eine zentrale Rolle in der Putschnacht vom 15. Juli spielten, wurden nun per Notstandsdekret freigelassen", spottete ein Nutzer auf Twitter. Ein anderer kommentierte: "Als ob der Putsch von Epilierexperten ausgeführt wurde." Auch Moderator Nils Ruf meldete sich bei Twitter zu Wort: 

Ein anderer Nutzer meint ironisch: 

Das Nachrichtenportal Focus hat sich daraufhin in München unter jungen Frauen umgehört, die türkischer Abstammung sind, was sie von dem Dekret halten. Die Meinungen unter den Umfrageteilnehmerinnen sind gespalten. Selma (24) schenkt der Nachricht keinen Glauben: "Das sind doch 'Fake News'. Die Deutschen sollten der Stimmungsmache der Medien nicht verfallen. Ich habe das Dekret wie jeder andere selbst nicht recherchiert und kann mir nicht vorstellen, dass es darum geht, dass Erdogan durch so etwas die Körperhaare der Frauen regeln will.“

Figen (22) hält Erdogans Politik für verwirrend: „Einerseits setzt er sich für die Wiedereinführung der Todesstrafe ein und entlässt per Dekret tausend Staatsbedienstete – aber dann wiederum erlässt er ein Dekret, welches sich um die Behaarung türkischer Frauen sorgt. Wie kann das zusammenpassen?“, sagt sie gegenüber Focus.

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