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IS-Anführer sprengte offenbar sich selbst und Familie in die Luft – Biden: „finaler Akt von verzweifelter Feigheit“

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Von: Hannes Niemeyer

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Joe Biden, Präsident der USA
Joe Biden, Präsident der USA (Archivbild) © Alex Brandon/dpa

Der Anführer der Terrormiliz IS ist tot. Das gab US-Präsident Joe Biden nun bekannt. Er habe den Einsatz in der Nacht zu Donnerstag selber angeordnet.

Update vom 3. Februar, 19.30 Uhr: Die Vereinten Nationen haben sich vorsichtig zum US-Einsatz gegen den Anführer der Terrormiliz IS geäußert. „Wir nehmen mit Besorgnis Berichte über zivile Opfer zur Kenntnis“, sagte Sprecher Farhan Haq am Donnerstag in New York. Alle Beteiligten in dem Konflikt müssten den Schutz von Unbeteiligten sicherstellen. Im Falle von getöteten Zivilisten deutete der Sprecher an, dass eine Untersuchung des Vorfalls angebracht wäre.

Bei dem US-Einsatz, bei dem nach Angaben Washingtons IS-Chef Abu Ibrahim al-Haschimi al-Kuraschi getötet wurde, starben Berichten zufolge auch eine Reihe Unbeteiligter. Angaben der syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte zufolge wurden bei der Operation insgesamt 13 Menschen, unter ihnen auch vier Kinder, getötet.

IS-Anführer sprengte offenbar sich selbst und Familie in die Luft – Biden: „finaler Akt von verzweifelter Feigheit“

Update vom 3. Februar, 18.00 Uhr: Der Anführer der Terrormiliz Islamischer Staat hat sich bei einem Einsatz von US-Spezialkräften im Nordwesten Syriens mit seiner Familie in die Luft gesprengt. Dies sei angesichts der vorrückenden US-Soldaten „ein finaler Akt von verzweifelter Feigheit“ gewesen, um nicht für seine Taten zur Rechenschaft gezogen zu werden, sagte US-Präsident Joe Biden am Donnerstag im Weißen Haus.

Das US-Militär habe mit seinem Einsatz eine „große terroristische Bedrohung für die Welt“ eliminiert, sagte Biden weiter. „Dank der Tapferkeit unserer Soldaten gibt es diesen Terrorführer nicht mehr“, sagte Biden und dankte dem Militär für den komplexen Einsatz.

US-Kräfte töten IS-Chef in Syrien: Trotz Biden-Ansage sterben zahlreiche Zivilisten - auch Kinder

Update vom 3. Februar, 17.45 Uhr: US-Präsident Joe Biden hat betont, er habe bei der Militäroperation gegen den Anführer der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) die Zahl ziviler Oper möglichst gering halten wollen. „Ich habe das Verteidigungsministerium angewiesen, alle denkbaren Vorkehrungen zu treffen, um die Zahl der zivilen Opfer zu minimieren“, sagte Biden am Donnerstag im Weißen Haus in Washington. „Da wir wussten, dass sich dieser Terrorist bewusst mit Familien, darunter auch Kindern, umgeben hatte, haben wir uns für den Einsatz von Spezialkräften entschieden, was ein viel größeres Risiko für unsere eigenen Leute bedeutete, als ihn mit einem Luftschlag zu treffen.“

Der IS-Anführer Abu Ibrahim al-Haschimi al-Kuraschi war in der Nacht zu Donnerstag bei einem Einsatz des US-Militärs im Nordwesten Syriens ums Leben gekommen. Biden - als Oberbefehlshaber der US-Streitkräfte - hatte die Operation angeordnet. Der US-Präsident sagte, der Terrorist habe sich angesichts des Vorrückens der Spezialkräfte mit seiner Familie in die Luft gesprengt. Nach Angaben der syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte wurden bei der Operation insgesamt 13 Menschen getötet, unter ihnen auch vier Kinder.

Biden sagte, der Schlag gegen den IS-Anführer sende ein Signal an andere Terroristen auf der Welt, wo auch immer sie sich versteckten: „Wir sind hinter euch her und werden euch finden.“ Die USA und ihre Partner gingen weiter gegen den IS vor. „Ich bin entschlossen, das amerikanische Volk vor terroristischen Bedrohungen zu schützen“, sagte er. „Wir bleiben wachsam, wir bleiben vorbereitet.“

Biden verkündet: US-Kräfte töten IS-Chef in Syrien - Gefecht dauerte offenbar Stunden

Erstmeldung vom 3. Februar, 14 Uhr:

Washington - Das US-Militär hat nach Angaben des Weißen Hauses* bei einem Einsatz im Nordwesten Syriens den Anführer der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) getötet. Er habe den Einsatz in der vergangenen Nacht gegen Abu Ibrahim al-Haschimi al-Kuraschi angeordnet, erklärte US-Präsident Joe Biden* am Donnerstag.

„Wir haben Abu Ibrahim al-Haschimi al-Kuraischi vom Schlachtfeld genommen - den Anführer von ISIS“, erklärte Biden und verwendete dabei die in den USA übliche Bezeichnung für die IS-Miliz. Nach Angaben eines US-Regierungsvertreters sprengte sich der IS-Anführer während des US-Einsatz selbst in die Luft. Das Vorgehen habe „die Welt zu einem sichereren Ort gemacht“, erklärte der Präsident weiter. Biden wollte noch am Donnerstag (15.30 Uhr MEZ) in einer Rede an die Nation weitere Details bekannt geben.

IS-Anführer in Syrien getötet - auch Zivilisten unter den Opfern

Nach Angaben der syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte wurden bei der Luftlandeoperation auch 13 Zivilisten getötet, unter ihnen auch vier Kinder. Die Militärkoalition habe zudem Ziele nördlich der Region Idlib bombardiert. Die Gefechte dauerten demnach bis in die Nacht an. Ein Aktivist in der Region sagte der dpa, der IS-Anführer werde verdächtigt, Drahtzieher des schweren Anschlages auf ein Gefängnis im Nordosten Syriens zu sein. Dabei wurden in der Stadt Al-Hassaka Ende Januar mehr als 300 Menschen getötet. Der Angriff galt als der schwerste seit vielen Jahren. Beobachter befürchteten ein Wiedererstarken der Dschihadisten.

Biden verkündet: Anführer der Terrormiliz IS ist tot - Berichte über stundenlange Gefechte

Anwohner berichteten einem dpa-Fotografen in Syrien am Donnerstag, die Gefechte rund um ein Haus hätten gut drei lang Stunden gedauert. Das Ziel befand sich nur wenige Kilometer vom Ort entfernt, an dem US-Spezialkräfte im Herbst 2019 den damaligen IS-Chef Abu Bakr al-Bagdadi bei einem Einsatz getötet hatten.

Im Bürgerkriegsland Syrien kämpft eine Militärkoalition unter Führung der USA* gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS). Der IS hatte im Sommer 2014 große Gebiete im Norden des Irak in seine Gewalt gebracht. Kurz darauf riefen die Dschihadisten ein Kalifat aus, zu dem auch Regionen im Nachbarland Syrien gehörten. Militärisch wurde die Terrormiliz im März 2019 besiegt. Sie ist jedoch weiter in beiden Ländern aktiv und verübt immer wieder Anschläge. (han/dpa/AFP/cibo) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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