+
Ein Soldat der irakischen Armee im Gefecht mit IS-Kämpfern in der Altstadt von Mossul. Wie in Al-Rakka steht der IS auch hier vor der Niederlage. Foto: Felipe Dana

Terrormiliz vor Niederlage

IS-Bastion Al-Rakka komplett eingeschlossen

Der IS steht nicht nur in Mossul im Irak militärisch mit dem Rücken zur Wand. In Syrien ist auch die Stadt Al-Rakka nun komplett von kurdischen Truppen umkreist. Das Ende der IS-Hochburg dürfte nur noch eine Frage der Zeit sein.

Beirut (dpa) - Die IS-Hochburg Al-Rakka in Nordsyrien ist von Gegnern der Terrormiliz komplett umzingelt worden. Den IS-Kämpfern sei der letzte Fluchtweg aus ihrem Kontrollgebiet abgeschnitten worden, teilten die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte und kurdische Quellen mit.

Laut Institute for the Study of War (Washington) sind in der Stadt 50.000 bis 100.000 Zivilisten eingeschlossen.

Bodeneinheiten der Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF) setzten die "von ihrer Führung im Stich gelassenen" Dschihadisten an allen Fronten unter Druck, teilte ein Sprecher der Militäroperation gegen den IS unter Führung der USA mit. Kurdischen Quellen zufolge befinden sich noch gut 4000 IS-Kämpfer in Al-Rakka. In der Stadt ist noch ein Gebiet von mehreren Kilometern Durchmesser unter der Kontrolle der Terrormiliz IS. Die Eroberung könnte Beobachtern zufolge Wochen, vielleicht auch Monate dauern.

Neben dem fast komplett eroberten Mossul im Irak gilt Al-Rakka am Fluss Euphrat als wichtigste Stadt in den Händen des IS. Der Ort wird seit 2014 von den Extremisten beherrscht. Im November hatte die von den USA geführte Operation zur Befreiung der Stadt aus den Händen der Terrormiliz begonnen. Das Bündnis wird von den kurdischen Volksschutzeinheiten YPG geführt, ihm gehören aber auch arabische Kämpfer an.

Die Terrormiliz steht drei Jahre nach der Verkündung ihres sogenannten Kalifats in Syrien und dem Irak militärisch mit dem Rücken zur Wand. In der einstigen Hochburg Mossul wird nur noch ein kleiner Teil von den Dschihadisten kontrolliert. Am Donnerstag vor drei Jahren hatte der Islamische Staat nach der Eroberung Mossuls in einer Audio-Botschaft die Errichtung eines "Islamischen Kalifats" verkündet.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Kubicki: Was FDP vorgeworfen wird, könne man auch SPD vorwerfen
Die FDP hat einer Jamaika-Koalition den Todesstoß verpasst. Noch immer streiten die Parteien, wer der Schuldige ist - und ob es Neuwahlen geben soll. Alle News in …
Kubicki: Was FDP vorgeworfen wird, könne man auch SPD vorwerfen
Verdi-Chef warnt vor politischem Stillstand
Berlin (dpa) - Verdi-Chef Frank Bsirske hat vor politischem Stillstand bis zur Bildung einer neuen Regierung gewarnt. Nach den gescheiterten Jamaika-Sondierungen seien …
Verdi-Chef warnt vor politischem Stillstand
Srebrenica: UN-Tribunal fällt Urteil über Ex-General Mladic
"Der Schlächter vom Balkan" gilt als Hauptverantwortlicher für die Kriegsgräuel auf dem Balkan. Für Anklage und Opfer gibt es dafür nur eine Strafe: Lebenslang.
Srebrenica: UN-Tribunal fällt Urteil über Ex-General Mladic
Das Jamaika-Aus verstärkt die Zwickmühle für die SPD
Die Häme, mit der die SPD die schwierigen Jamaika-Verhandlungen bis Sonntag begleitete, ist mit dem Scheitern jäh verstummt. Denn die Sozialdemokraten haben ganz andere …
Das Jamaika-Aus verstärkt die Zwickmühle für die SPD

Kommentare