+
Er gilt als Kopf der Terrormiliz Islamischer Staat (IS): Abu Bakr al-Bagdadi. Foto: EPA/Archiv

Droht die Ermordung?

Syrien: IS-Extremisten verschleppen 56 Christen

Al-Hassaka - Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) hat im Nordosten Syriens mindestens 56 assyrische Christen entführt. Die Opfer seien nordwestlich der Stadt Al-Hassaka verschleppt worden, teilte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte am Montagabend mit.

Über das weitere Schicksal der Entführten war zunächst nichts bekannt. Mitte des Monats hatten IS-Anhänger in Libyen 21 Christen aus Ägypten getötet.

Der IS kontrolliert in Syrien und im Irak riesige Gebiete, in denen er eine Gewaltherrschaft errichtet hat. Seine Bluttaten erfüllen nach Einschätzung von UN-Experten wahrscheinlich den Tatbestand des Völkermords. Der UN-Menschenrechtsrat warf den Extremisten am Montag vor, systematisch Angehörige bestimmter ethnischer und religiöser Gruppierungen anzugreifen, um sie zu vernichten. Dazu gehörten neben anderen Jesiden, Kurden, Turkmenen und Christen. Assyrische Christen machen etwa fünf Prozent der Bevölkerung Syriens aus.

Zugleich gab es im Nordosten des Bürgerkriegslandes schwere Kämpfe zwischen IS-Extremisten und kurdischen Volksschutzeinheiten, die das Gebiet bislang beherrschen. Die Terrormiliz hatte am Montagmorgen nordwestlich von Al-Hassaka Dörfer angegriffen und einige Gebiete eingenommen, in denen mehrheitlich assyrische Christen wohnen. Zahlreiche Menschen seien geflohen, so die Menschenrechtler.

Die internationale Gemeinschaft verstärkt inzwischen ihren Kampf gegen die Terrormiliz. Frankreich setzt gegen die Dschihadisten im Irak jetzt auch den Flugzeugträger "Charles de Gaulle" ein. Das Schiff befindet sich etwa 200 Kilometer nördlich von Bahrain im Persischen Golf.

Eine internationale Koalition greift den IS seit mehreren Monaten in Syrien und im Irak aus der Luft an. Nach Angaben der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte wurden dabei allein in Syrien bislang mindestens 1600 Menschen getötet.

Am Dienstag (15.00 Uhr) will die Menschenrechtsorganisation Amnesty International in London ihren Jahresbericht Gewalt und Unrecht vorstellen. Im Mittelpunkt dürften die islamistischen Terrorgruppen IS und Boko Haram stehen.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Niederlande: Russland für MH17-Abschuss verantwortlich
Vor knapp vier Jahren wurde ein Passagierflugzeug über der Ostukraine abgeschossen. 298 Menschen starben dabei. Die Ermittler legen nun Beweise gegen Russland vor. Der …
Niederlande: Russland für MH17-Abschuss verantwortlich
Trumps Kehrtwende: Gipfeltreffen mit Kim könnte doch stattfinden
Den Gipfel mit Machthaber Kim hat Trump erstmal abgesagt, doch beide Seiten lassen die Tür für Verhandlungen offen. Nicht nur Nordkorea bleibt bei eher versöhnlichen …
Trumps Kehrtwende: Gipfeltreffen mit Kim könnte doch stattfinden
Hohe Beteiligung bei Abtreibungsreferendum in Irland
Zahlreiche Irinnen lassen ihre Babys im Ausland abtreiben. Denn in ihrer katholischen Heimat ist das kaum möglich. Ein Referendum könnte dies nun ändern - nur drei …
Hohe Beteiligung bei Abtreibungsreferendum in Irland
Bundespolizei schaltet sich in Ermittlungen zu Bremer Aylaffäre ein
Beim Flüchtlingsamt Bamf in Bremen gibt es reichlich Aufklärungsbedarf. Auf Probleme hat ganz wesentlich die zwischenzeitliche Leiterin der Bremer Außenstelle …
Bundespolizei schaltet sich in Ermittlungen zu Bremer Aylaffäre ein

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.