Vater fordert Rachefeldzug

Vergeltung: Jordanien richtet zwei Terroristen hin

Amman - Ein Video zeigt, wie die IS-Terrormiliz offenbar einen gefangenen jordanischen Piloten lebendig verbrennt. Das Königreich schwört Rache – und macht die Ankündigung wahr.

Jordanien hat den brutalen Mord an einem Piloten seiner Luftwaffe durch die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) gerächt und zwei zum Tode verurteilte Terroristen hingerichtet. Die beiden irakischen Gefangenen Sadschida al-Rischawi und Siad al-Karbuli seien am frühen Mittwochmorgen gehängt worden, meldete die jordanische Nachrichtenagentur Petra. Beide sollen vor einigen Jahren an Terrorakten beteiligt gewesen sein.

Jordaniens Führung hatte am Vortag Vergeltung für den Tod des Piloten Muas al-Kasasba angekündigt, nachdem im Internet ein Video aufgetaucht war. In dem Film wird Al-Kasasba in einem Eisenkäfig bei lebendigem Leib verbrannt. „Das Blut des Märtyrers wird nicht umsonst geflossen sein“, sagte danach ein Armeesprecher im jordanischen Fernsehen. „Unsere Rache wird das Ausmaß des Schmerzes haben, der allen Jordaniern zugefügt wurde.“

Jordaniens König Abdullah II. reagierte mit Trauer und Wut auf den Tod des Piloten. Zugleich beschwor er laut Petra die Einheit der Nation. Der König war am Dienstagabend in Washington kurzfristig mit US-Präsident Barack Obama zusammengetroffen. Im Laufe des Mittwoch wird er in Amman zurückerwartet.

Der Vater des toten Piloten rief seine Regierung zu „scharfer Rache“ an der Terrormiliz auf. Der IS sei eine „Verbrecherorganisation“ und weit vom Islam entfernt, sagte Safi al-Kasasba dem TV-Kanal Al-Arabija. Die Jordanier erwarteten auch von der internationalen Koalition weitere Luftschläge, um den IS zu zerstören.

Obama verspricht Unterstützung

US-Präsident Obama hatte betont, die Ermordung des Piloten werde die Bemühungen des Anti-IS-Bündnisses nur verdoppeln. In Syrien fliegen die USA und arabische Verbündete Angriffe, im Irak sind auch Nato-Länder sowie Australien dabei. Der 26-jährige jordanische Pilot war im Dezember über dem nordsyrischen Al-Rakka abgestürzt und von der IS-Terrormiliz gefangen genommen worden.

Al-Rischawi war 2005 mit einem Selbstmordattentat auf eine Hochzeitsfeier in Amman gescheitert und anschließend zum Tode verurteilt worden. Der IS hatte von dem haschemitischen Königreich gefordert, die Terroristin gegen Al-Kasasba und die japanische Geisel Kenji Goto freizulassen. Jordanien forderte jedoch ein Lebenszeichen des Piloten. Daraufhin veröffentlichten die Dschihadisten ein Video, in dem die Enthauptung Gotos gezeigt wurde.

Offensichtlich waren die Verhandlungen zwischen Jordanien und dem IS eine Farce: Nach Darstellung des jordanischen Staatsfernsehens soll der Pilot bereits vor einem Monat umgebracht worden sein.

Der zweite Hingerichtete Al-Karbuli stammt laut Petra wie Al-Rischawi aus dem Irak und soll zum Terrornetzwerk Al-Kaida gehört haben. Ein jordanisches Gericht hatte den Zollangestellten 2007 wegen Terrorismus zum Tode verurteilt. Er soll mit Abu Mussab al-Sarkawi zusammengearbeitet haben, dem früheren Anführer von Al-Kaida im Irak. Al-Karbuli hatte 2006 im jordanischen Staatsfernsehen zugegeben, im Irak einen jordanischen Fahrer und andere Araber getötet zu haben.

dpa

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