16-Jährige in Mossul festgenommen

IS-Mädchen Linda W.: So erfuhr ihr Vater von der Verhaftung

Vor wenigen Tagen griffen irakische Soldaten ausländische Frauen auf, die sich dem IS angeschlossen hatten, darunter auch Linda W. (16) aus Sachsen. Ihr Vater spricht nun über den Moment, als er von der Festnahme seiner Tochter erfuhr.

Dresden/Bagdad - Vor einem Jahr verschwand Linda W., als mutmaßliche ISIS-Anhängerin machte sich das Mädchen auf den Weg nach Syrien, um die Terrormiliz zu unterstützen. Vor wenigen Tagen wurde die 16-Jährige aus Sachsen in einem zerstörten Haus in Mossul entdeckt, festgenommen und nach Bagdad gebracht. Ihr Vater Reiner W. hat sich nun gegenüber der BILD-Zeitung geäußert.

„Ich bin zusammengebrochen, als ich erfuhr, dass Linda lebt“, sagte er dem Blatt. Er sei beim Arbeiten auf der A9 bei Hermsdorf gewesen, als er im Radio hörte, dass seine Tochter im Irak gefasst worden sei. BILD zitiert ihn weiter: „Meine Kollegen kamen gleich zu mir. Ich musste erst mal kurz weg, fuhr auf einen Rastplatz, setzte mich und weinte.“

Das Kinderzimmer seiner Tochter hatte W. unverändert gelassen, in der Hoffnung, dass das Mädchen unversehrt zurückkehrt. Er schildert den Tag, an dem Linda verschwand, den Anruf seiner Ex-Frau, die Gewissheit, als die Mutter den Buchungsbeleg für einen Flug nach Istanbul fand. Nun wünscht sich der 52-Jährige nur noch, „dass meine Linda gesund wieder nach Hause kommt“. Derzeit ist allerdings unklar, ob Linda W. nach Deutschland geschickt wird. Dort drohen ihr Ermittlungen wegen Unterstützung einer terroristischen Vereinigung. 

mm

Rubriklistenbild: © dpa

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